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Kanadas Premier Carney besucht Türkei für neue Handelspartnerschaft

Mark Carney reist vom 21. bis 23. Oktober nach Ankara und Istanbul, um Kanadas Abhängigkeit von den USA zu verringern.

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Kanadas Premier Carney besucht Türkei für neue Handelspartnerschaft

Das Büro des kanadischen Premierministers Mark Carney hat am Dienstag bekannt gegeben, dass dieser vom 21. bis 23. Oktober die Türkei besuchen wird. Die Reise führt ihn nach Ankara und Istanbul. Kanada will damit die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Bindungen zur Türkei vertiefen und zugleich seine Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten verringern. Es handelt sich um den ersten rein bilateralen Besuch eines kanadischen Premierministers in der Türkei.

In Ankara sind Gespräche mit dem türkischen Präsidenten Tayyip Erdoğan geplant. Im Mittelpunkt sollen die Stärkung der Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Bergbau, Klima sowie Verteidigung und Sicherheit stehen. Der Besuch fällt in eine Phase, in der Carney die Handelsbeziehungen Kanadas über die USA hinaus ausweiten will. Hintergrund ist der Zusammenbruch der Handelsgespräche mit Washington im August.

Der kanadische Premierminister hat sich zum Ziel gesetzt, den Nicht-US-Handel Kanadas innerhalb der nächsten zehn Jahre zu verdoppeln. Zu diesem Zweck intensiviert er sein Engagement mit Ländern wie China, Indien und der Türkei. In Istanbul wird Carney mit türkischen Wirtschaftsführern und Investoren zusammentreffen, um Kanada als Standort für Handel und Investitionen zu bewerben.

Chancen in Energie und kritischen Mineralstoffen

Laut dem Büro des Premierministers sollen sich die Diskussionen in Istanbul auf Chancen in den Bereichen Energie, Luft- und Raumfahrt, fortschrittliche Technologien, Bergbau und kritische Mineralstoffe fokussieren. Kanada und die Türkei haben bereits erste Schritte unternommen, um ihre Wirtschaftsbeziehung zu erweitern.

Carney und Erdoğan hatten während des NATO-Gipfels in Ankara im Juli offiziell die Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen eingeleitet. Die Handelsminister beider Länder haben zudem vereinbart, diese Verhandlungen zu beschleunigen. Beide Länder suchen darüber hinaus eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung und strategische Industrien.

Die Türkei hat zugestimmt, der Defence, Security and Resilience Bank Kanadas als eines ihrer zehn Gründungsmitglieder beizutreten. Diese multilaterale Initiative zielt darauf ab, die kapazitäts- und widerstandsfähigkeitsbezogenen Aspekte der verteidigungsindustriellen Basis unter Partnerländern zu stärken. Damit wird die sicherheitspolitische Komponente der Beziehung zwischen Ottawa und Ankara deutlich ausgebaut.

Bilaterales Handelsvolumen von C$4,3 Milliarden

Das bilaterale Handelsvolumen zwischen Kanada und der Türkei belief sich im Jahr 2025 auf C$4,3 Milliarden. Diese Zahl nannte das Büro des kanadischen Premierministers. Beide Länder haben kritische Mineralstoffe, Energie, Luft- und Raumfahrt, fortschrittliche Technologie sowie Verteidigung als Bereiche identifiziert, in denen weiteres Kooperationspotenzial besteht.

Für Carney ist der Türkei-Besuch ein weiterer Baustein beim Aufbau eines breiteren Netzwerks internationaler wirtschaftlicher und sicherheitspolitischer Partnerschaften. So beschreibt es seine Regierung. Die Reise folgt auf sein Treffen mit Erdoğan im Juli während des NATO-Gipfels. Bei diesem Treffen begrüßten beide Staatsführer die Aufnahme der Freihandelsverhandlungen und diskutierten über eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung, Energie, kritische Mineralstoffe und fortschrittliche Technologien.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung insofern relevant, als Kanada damit seine Handelsstrategie erkennbar breiter aufstellt. Die Hinwendung zu Partnern wie der Türkei, Indien und China kann langfristig die kanadische Wirtschaft stärker von der US-Konjunktur entkoppeln. Ob die angekündigten Freihandelsverhandlungen tatsächlich zu einem Abschluss führen, bleibt abzuwarten – die Gespräche mit Washington waren zuletzt gescheitert.

Mit dem Besuch vom 21. bis 23. Oktober setzt Carney seine Strategie der wirtschaftlichen Diversifizierung fort. Die Kombination aus Handels- und Verteidigungsthemen zeigt, dass Ottawa wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen zunehmend verzahnt. Die Türkei wiederum positioniert sich mit ihrem Beitritt zur kanadischen Verteidigungsbank als verlässlicher Partner in der Rüstungszusammenarbeit.

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