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JPMorgan trennte sich wegen Regulierungsbedenken von Polymarket

Die US-Großbank beendete im Oktober die Bankbeziehung mit der boomenden Prognosemarkt-Plattform – trotz weiterhin aktiver Geschäftsverbindungen.

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JPMorgan trennte sich wegen Regulierungsbedenken von Polymarket

JPMorgan Chase hat die Bankbeziehung mit der Prognosemarkt-Plattform Polymarket im Oktober vergangenen Jahres beendet. Als Grund nannte die US-Großbank regulatorische Bedenken. Dies berichtete eine mit der Angelegenheit vertraute Person, die anonym bleiben wollte. Zuvor hatte die Financial Times als erstes Medium über den Vorgang berichtet.

Polymarket ist eine der bekanntesten Plattformen im Bereich der sogenannten Prognosemärkte. Auf solchen Plattformen können Nutzer auf den Ausgang verschiedener Ereignisse wetten – von Sportergebnissen bis hin zu politischen Wahlen. Seit der US-Präsidentschaftswahl 2024 hat das Segment ein rasantes Wachstum erlebt und zieht seither verstärkt die Aufmerksamkeit von Regulierungsbehörden auf sich – sowohl auf Bundes- als auch auf Staatsebene.

Polymarket widerspricht dem Bericht

Ein Sprecher von Polymarket wies die Darstellung in einer schriftlichen Stellungnahme zurück. „Wir pflegen eine enge, aktive Beziehung zu JPMorgan über mehrere Einheiten, operative Integrationen und die wesentliche Abwicklung von Kundenfinanzströmen hinweg", erklärte das Unternehmen. Der Sprecher ergänzte: „Die Stärke unserer Beziehung wird dadurch unterstrichen, dass unser CEO allein im vergangenen Jahr auf drei ihrer Flaggschiff-Veranstaltungen gesprochen hat. Jede gegenteilige Behauptung stellt unsere Beziehung grundlegend falsch dar."

Die Aussagen von Polymarket deuten darauf hin, dass trotz der Beendigung bestimmter Bankdienstleistungen weiterhin eine Geschäftsbeziehung zwischen beiden Unternehmen besteht. Wie genau diese aktuell ausgestaltet ist, bleibt jedoch unklar. Der Vorfall zeigt, wie heikel das regulatorische Umfeld für Prognosemarkt-Plattformen derzeit ist.

Regulatoren und Kritiker erhöhen den Druck

Die Branche steht zunehmend unter Beschuss. Befürworter von Prognosemärkten argumentieren, dass die Plattformen wertvolle Einblicke in die Marktstimmung liefern und als Frühindikator für gesellschaftliche Entwicklungen dienen können. Kritiker hingegen vergleichen das Geschäftsmodell mit Glücksspiel und warnen vor potenziellen Risiken für Verbraucher.

Julie Menin, Sprecherin des Stadtrats von New York, warf großen Prognosemarkt-Startups Anfang dieser Woche vor, räuberische Marketingpraktiken anzuwenden, um junge Trader auszunutzen. Besonders im Fokus steht dabei die Frage, ob die Plattformen gezielt unerfahrene Anleger ansprechen.

Auch auf juristischer Ebene wächst der Druck: Die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates New York hat im vergangenen Monat den Polymarket-Konkurrenten Kalshi verklagt. Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, mit seiner Prognosemarkt-Plattform gegen die staatlichen Glücksspielgesetze zu verstoßen. Das Verfahren gegen Kalshi dürfte auch für Polymarket und andere Anbieter der Branche richtungsweisend sein.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist der Fall ein weiteres Beispiel dafür, wie schnell wachsende Finanztechnologie-Plattformen in regulatorische Graubereiche geraten können – und wie Großbanken in einem solchen Umfeld auf Nummer sicher gehen, um eigene Compliance-Risiken zu minimieren.

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