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10 Millionen Dollar Vermögen: Trotz zwei Beratern bleiben Fragen offen

Ein 75-Jähriger mit 10 Millionen Dollar Vermögen und zwei Finanzberatern zweifelt: Warum Aktienrisiko eingehen, wenn US-Staatsanleihen über 4,5 % bieten?

•• 2 Min
10 Millionen Dollar Vermögen: Trotz zwei Beratern bleiben Fragen offen

Ein Privatanleger mit einem Portfolio von über 10 Millionen US-Dollar stellt eine Frage, die viele wohlhabende Ruheständler beschäftigt: Warum sollte man überhaupt Aktienrisiken eingehen, wenn sichere Staatsanleihen attraktive Renditen bieten? Der 75-Jährige wendet sich mit diesem Dilemma an die Finanzkolumne von MarketWatch – obwohl er bereits zwei unabhängige Finanzberater beschäftigt.

Beide Berater raten ihm übereinstimmend, investiert zu bleiben. Ihr Hauptargument: Die Inflation sei die größte Bedrohung für sein Vermögen, weshalb ein signifikanter Aktienanteil im Portfolio notwendig sei. Doch der Anleger ist skeptisch und hinterfragt diesen Rat grundlegend.

Das Kernproblem: Sicherheit versus Kaufkrafterhalt

Die Situation des Mannes ist finanziell komfortabel, aber nicht ohne Komplexität. Er gibt jährlich rund 450.000 US-Dollar aus – das entspricht einer Entnahmerate von etwa 4,5 Prozent seines Gesamtvermögens. Gleichzeitig bieten US-Staatsanleihen derzeit eine Rendite von mehr als 4,5 Prozent und gelten als nahezu risikolos. Auf den ersten Blick scheint die Rechnung einfach: Warum nicht einfach alles in Anleihen parken und die Ausgaben vollständig aus den Zinserträgen decken?

Die Antwort seiner Berater liegt im Langzeitrisiko. Der Anleger ist zwar 75 Jahre alt, doch beide Elternteile wurden über 90 Jahre alt. Das bedeutet: Sein Planungshorizont könnte noch 15 bis 20 Jahre oder mehr betragen. Über einen solch langen Zeitraum kann die Inflation die Kaufkraft eines festverzinslichen Portfolios erheblich aushöhlen – selbst bei einer moderaten Inflationsrate von 2 bis 3 Prozent pro Jahr.

Warum Berater trotzdem auf Aktien setzen

Das Inflationsargument ist in der Finanzplanung gut etabliert. Aktien haben historisch gesehen langfristig die Inflation übertroffen und bieten damit einen realen Kaufkraftschutz, den Anleihen allein nicht garantieren können. Wenn die Ausgaben des Anlegers mit der Inflation steigen – was bei 450.000 Dollar jährlich erhebliche absolute Beträge bedeutet – könnte ein rein anleihebasiertes Portfolio langfristig nicht ausreichen.

Hinzu kommt das sogenannte Sequenzrisiko: Ein starker Kursrückgang bei Aktien zu Beginn der Rentenphase kann langfristig schädlich sein. Doch bei einem Vermögen von über 10 Millionen Dollar und einer Entnahmerate, die durch Anleiherenditen bereits gedeckt werden könnte, ist dieses Risiko vergleichsweise gering.

Die eigentliche Frage hinter der Frage

Die Kolumne von MarketWatch stellt eine provokante Gegenfrage: Wenn man dem Rat von Finanzprofis nicht vertraut – wofür bezahlt man sie dann? Das ist kein rhetorischer Angriff, sondern ein wichtiger Hinweis auf das Grundproblem. Wer zwei unabhängige Berater engagiert, die beide zur gleichen Empfehlung kommen, sollte entweder deren Argumentation verstehen und akzeptieren – oder aktiv nach Beratern suchen, deren Philosophie besser zur eigenen Risikobereitschaft passt.

Für deutsche Privatanleger ist diese Situation ebenfalls relevant. Auch hierzulande stehen Ruheständler vor der Frage, wie sie ihr Vermögen zwischen sicheren Zinspapieren und renditestärkeren, aber schwankungsanfälligeren Aktien aufteilen sollen. Die Grundprinzipien – Inflationsschutz, Entnahmerate und Planungshorizont – gelten unabhängig von der Währung oder dem Markt.

Vermögen:

über 10 Millionen US-Dollar -

Jährliche Ausgaben:

rund 450.000 US-Dollar -

Alter:

75 Jahre, mit familiärer Lebenserwartung über 90 Jahre -

Rendite US-Staatsanleihen:

aktuell mehr als 4,5 Prozent -

Beraterempfehlung:

investiert bleiben wegen Inflationsrisiko

Finanzberatung RuhestandUs-Staatsanleihen RenditeAktien Versus AnleihenInflationsschutz PortfolioVermögensverwaltung RuhestandEntnahmerate RentePortfoliostrategie Senioren

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