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JPMorgan nennt fünf Kernthemen für Aktien bis Jahresende 2026

JPM-Stratege Matejka bleibt bullish und skizziert fünf Marktthemen mit starkem Fokus auf Europa und neue Höchststände.

• 2 Min
JPMorgan nennt fünf Kernthemen für Aktien bis Jahresende 2026

JPMorgan-Stratege Mislav Matejka hält an seiner positiven Einschätzung für Aktien fest. Als Begründung nennt er ein günstiges Verhältnis zwischen Wachstum und Inflation sowie anhaltenden Rückenwind durch die Unternehmensgewinne. Matejka erwartet bis zum Jahresende neue Höchststände auf Indexebene – ausdrücklich auch für den europäischen STOXX 600.

Dabei beobachtet der Stratege eine zunehmende Verbreiterung der Marktpartizipation. Zyklische Sektoren dürften ihre Rallye fortsetzen, so seine Einschätzung. Matejka hat fünf Kernthemen identifiziert, die den Markt bis Jahresende prägen sollen – mit einem klaren Schwerpunkt auf Europa.

Energiesicherheit und Infrastruktur als erste Treiber

Das erste Thema umfasst Energiesicherheit, Netzausbau, erneuerbare Energien und Kernkraft. Treibende Kraft dahinter ist das REPowerEU-Programm, das die strategische Energieabhängigkeit Europas verringern soll. Matejka betont, dass dieser Vorstoß die „heimischen Kapazitäten aktiv nach oben" treibe – ergänzt durch kritische Rohstoffe und Maßnahmen für eine Netto-Null-Industrie.

Das zweite Thema ist die fiskalische Expansion in Deutschland. Die Lockerung der verfassungsrechtlichen Schuldenbremse habe „größere Mittel für Verteidigungs- und Infrastrukturprojekte freigesetzt", so Matejka. Gestützt wird dies durch einen 500 Milliarden Euro schweren Sonderfonds für Infrastruktur und Klima – ein Programm, das für deutsche Anleger besonders relevant ist.

KI, Verteidigung und Protektionismus im Fokus

Als drittes Kernthema nennt der JPMorgan-Stratege strategische Technologien, insbesondere den Ausbau von Künstlicher Intelligenz und industrieller Automatisierung. Beide Bereiche gewinnen im globalen Wettbewerb zunehmend an Bedeutung und bieten strukturelle Wachstumschancen.

Das vierte Thema ist die Modernisierung der Verteidigung. Steigende NATO-Ausgabenzusagen sowie gemeinsame EU-Beschaffungsinitiativen wie ReArm Europe und EDIP-ähnliche Programme treiben die Nachfrage an. Hinzu kommen Verträge zur Wiederauffüllung von Munitionsbeständen. Matejka hatte allerdings bereits seit dem vergangenen Sommer mit einer Korrektur bei Verteidigungsaktien gerechnet, da das Thema „überinvestiert" gewesen sei. „Da Verteidigungsaktien mehr als ein Jahr lang mit ihrer Performance zu kämpfen hatten und ein deutliches De-Rating erfuhren, glauben wir, dass sich das Risiko-Rendite-Verhältnis für die Gruppe künftig verbessert, wobei der Fokus jedoch auf neuen Kapazitäten und nicht auf Altgeschäften liegen sollte", schrieb er.

Das fünfte Thema ist der zunehmende Protektionismus der EU. Europa setzt dabei auf Standards und Regulierungen statt auf pauschale Zölle. Als konkrete Belege nennt Matejka:

  • Das CO2-Grenzausgleichssystem (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM)
  • Local-Content-Anforderungen in den Bereichen Windkraft, Stromnetze und Verteidigung
  • Die Überprüfung ausländischer Subventionen
  • Antisubventionsmaßnahmen bei Elektrofahrzeugen, Solar- und Windenergie

Zwei weitere Themen mit längerfristigem Horizont

Neben den fünf Kernthemen verwies Matejka auf zwei weitere Entwicklungen, die kurzfristig möglicherweise noch nicht im Mittelpunkt stehen. Dazu zählen demografische Trends einer alternden Bevölkerung sowie der Wiederaufbau der Ukraine und der breitere Infrastrukturausbau in Osteuropa. Diese Themen könnten mittelfristig an Bedeutung gewinnen und bieten Anlegern einen längerfristigen Investitionsrahmen.

Insgesamt zeichnet Matejkas Analyse ein konstruktives Bild für europäische Aktien. Die Kombination aus fiskalischen Impulsen, Energiewende, Technologieinvestitionen und geopolitisch bedingter Rüstungsnachfrage schafft nach seiner Einschätzung ein breites Fundament für weitere Kursgewinne bis zum Jahresende.

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