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JPMorgan baut neues Team für Small-Cap-M&A-Deals auf

Die US-Großbank visiert Unternehmen mit Bewertungen zwischen 100 und 500 Millionen Dollar an und schafft dafür über 75 neue Stellen.

• 2 Min
JPMorgan baut neues Team für Small-Cap-M&A-Deals auf

JPMorgan Chase setzt bei seiner nächsten Wachstumsoffensive im Investmentbanking auf kleinere Unternehmen. Die US-Großbank stellt ein neues Team von Investmentbankern zusammen, das sich auf sogenannte Small-Cap-Unternehmen mit Bewertungen zwischen 100 Millionen und 500 Millionen US-Dollar konzentriert. Das bestätigten Führungskräfte der Bank gegenüber dem Wall Street Journal.

Die Initiative knüpft an das bereits etablierte Midcap-Investmentbanking-Geschäft von JPMorgan an, das Transaktionen für mittelständische Unternehmen mit Bewertungen von rund 500 Millionen bis 2 Milliarden US-Dollar begleitet. Dieses Segment erwirtschaftet laut John Richert, der die Midcap-Initiative leitet und künftig auch das neue Small-Cap-Team beaufsichtigen wird, mittlerweile einen jährlichen Umsatz von über 1 Milliarde US-Dollar – bei einem Wachstum von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ambitionierter Aufbau eines neuen Banker-Teams

JPMorgan hat sein Midcap-Team über mehr als ein Jahrzehnt kontinuierlich ausgebaut. Heute umfasst es weltweit fast 400 Banker. Für das neue Small-Cap-Team peilt die Bank zunächst eine Stärke von mehr als 75 Mitarbeitern an, wie Richert erklärte.

Als strategisches Ziel nennt Richert die Ausweitung bestehender Kundenbeziehungen: JPMorgan pflegt bereits über sein Firmenkundengeschäft und andere Bereiche Kontakte zu kleineren Unternehmen. Diese Beziehungen sollen nun gezielt für Investmentbanking-Mandate genutzt werden. Gleichzeitig sieht die Bank in diesem Segment eine Marktlücke – die wichtigsten Wettbewerber hätten hier bislang kaum Ressourcen eingesetzt, so Richert.

JPMorgan auf Platz zwei hinter Goldman Sachs

Im laufenden Jahr haben JPMorgans Investmentbanker in den USA bereits Transaktionen im Wert von über 500 Milliarden US-Dollar begleitet. Damit belegt die Bank laut Daten des Finanzdienstleisters Dealogic den zweiten Platz im US-amerikanischen M&A-Ranking – hinter dem Erzrivalen Goldman Sachs.

Die neue Small-Cap-Initiative fügt sich in eine breitere Umstrukturierung der Investmentbanking-Sparte ein. Im Mai hatte JPMorgan eine Neuaufstellung angekündigt und Charlie Bouckaert zum Global Head of M&A ernannt. Bouckaert tritt damit die Nachfolge von Anu Aiyengar an.

Für deutsche Privatanleger und Marktbeobachter ist die Entwicklung bei JPMorgan ein Signal für den Zustand des globalen M&A-Marktes: Großbanken erschließen zunehmend das Segment kleinerer Unternehmen, das bislang eher von spezialisierten Boutique-Banken dominiert wurde. Die Expansion von JPMorgan in diesen Bereich dürfte den Wettbewerb um lukrative Beratungsmandate im Small-Cap-Segment deutlich verschärfen.

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