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JD Vance: Wirtschaftsdruck als „delikater Tanz“ gegen den Iran

US-Vizepräsident Vance setzt auf wirtschaftlichen Druck gegen Teheran – und sieht die USA klar in der Offensive.

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JD Vance: Wirtschaftsdruck als „delikater Tanz“ gegen den Iran

US-Vizepräsident JD Vance hat den wirtschaftlichen Druck auf den Iran als „delikaten Tanz“ bezeichnet und zugleich unterstrichen, dass Washington in diesem Kräftemessen die Oberhand behalte. In einem Podcast erklärte Vance, dass beide Seiten Druck aufeinander ausübten, doch die vergangenen Wochen hätten gezeigt: „Sie haben viel mehr Druck gespürt als wir.“ Seine Äußerungen fallen in eine Zeit verschärfter Rhetorik und massiver Sanktionsdrohungen seitens der US-Regierung unter Präsident Donald Trump.

Trump hatte zuvor angekündigt, die USA würden eine als „vernichtendste Wirtschaftsoperation gegen jedes Land in der Geschichte“ bezeichnete Maßnahme gegen den Iran starten. Der Präsident drohte zudem mit schweren finanziellen Sanktionen gegen alle Nationen, die Teheran bei der Umgehung von Sanktionen helfen. „Dies wird ein Wirtschaftskrieg und eine Isolierung in einem beispiellosen Ausmaß sein“, so Trump. Die Frage, die sich dem Iran laut Vance stelle, laute: „Wollen sie ihre Wirtschaft für immer ersticken lassen oder wollen sie ein besseres Verhältnis zum Westen?“

Wirtschaftsdruck als effektivstes Instrument

Vance bezeichnete wirtschaftlichen Druck als das „effektivste Instrument“ der USA gegenüber dem Iran. Die Strategie der Regierung ziele darauf ab, die iranische Führung durch wirtschaftliche Isolation zu Zugeständnissen zu bewegen. „Das war stets die Option, die der Präsident diesen Leuten angeboten hat“, sagte der Vizepräsident. Seine Worte spiegelten einen Beitrag Trumps auf der Plattform Truth Social wider, in dem es hieß, der Iran befinde sich bereits „auf der Matte“.

Ein zentraler Hebel in dieser Auseinandersetzung ist die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Seerouten für den globalen Öltransport. Vance betonte, der Haupthebel des Irans liege im Zugang zu dieser Meerenge. Gleichzeitig verwies er auf Erfolge der USA: Dank der Unterstützung durch das US-Militär sei es gelungen, „viel Öl und Gas“ aus der Straße von Hormus zu befördern. Dies habe die Benzinpreise für amerikanische Verbraucher „erheblich“ sinken lassen.

Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus drastisch reduziert

Die tatsächlichen Zahlen zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild. Laut Daten des Handelsdatenunternehmens Kpler gab es am Montag lediglich zehn Durchfahrten durch die Straße von Hormus, am Sonntag waren es nur zwei. Vor dem Krieg lag der durchschnittliche tägliche Schiffsverkehr durch die Meerenge bei etwa 130 Schiffen. Der Rückgang ist dramatisch und zeigt die anhaltenden Spannungen in der Region.

Vance räumte ein, dass es nicht einmal darum gehe, wieder das Niveau vor dem Konflikt zu erreichen. „Wenn wir genug Öl und Gas herausbringen können, um einigen Amerikanern an den Zapfsäulen sowie bei den Energiepreisen etwas Erleichterung zu verschaffen“, sei dies bereits ein Erfolg. Der Iran werde dafür bestraft, dass er kommerzielle Schiffe beschossen habe, und die USA würden sicherstellen, dass iranische Kräfte dies nicht mehr tun könnten. „Ich denke, wir waren ziemlich erfolgreich“, behauptete Vance.

Hintergrund der Eskalation

Die jüngsten Äußerungen von Vance und Trump sind Teil einer sich zuspitzenden Konfrontation zwischen Washington und Teheran. Die USA haben in den vergangenen Monaten ihr Sanktionsregime gegen den Iran massiv verschärft und drohen nun Drittstaaten mit finanziellen Konsequenzen, sollten diese bei der Umgehung der Sanktionen behilflich sein. Der Iran wiederum hat mehrfach mit der Blockade der Straße von Hormus gedroht, was weltweit zu steigenden Energiepreisen führen könnte.

Für deutsche Anleger und die europäische Wirtschaft insgesamt ist die Entwicklung von großer Bedeutung. Sollte es zu einer vollständigen Blockade der Straße von Hormus kommen, wären die Öl- und Gaspreise massiven Verwerfungen ausgesetzt. Europa, das einen erheblichen Teil seiner Energieimporte aus der Golfregion bezieht, wäre besonders betroffen. Die USA hingegen haben durch ihre eigene Öl- und Gasproduktion eine deutlich günstigere Ausgangsposition.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der wirtschaftliche Druck tatsächlich zu einer Verhaltensänderung Teherans führt oder ob die Region auf eine weitere Eskalation zusteuert. Vance zeigte sich zuversichtlich: „Was in den letzten Wochen zutreffend war, ist, dass sie viel mehr Druck gespürt haben als wir.“ Ob diese Einschätzung trägt, bleibt abzuwarten.

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