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Japanischer Minister: Stärkerer Yen könnte Inflation wirksam dämpfen

Japans Handelsminister Akazawa hält eine BoJ-Politik zur Yen-Aufwertung für eine mögliche Option gegen steigende Importpreise.

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Japanischer Minister: Stärkerer Yen könnte Inflation wirksam dämpfen

Japans oberster Handelsbeauftragter Ryosei Akazawa hat sich offen gezeigt für den Vorschlag, die Geldpolitik der Bank of Japan (BoJ) gezielt zur Stärkung des Yen einzusetzen, um die Inflation zu bremsen. In einer Fernseh-Talkshow des öffentlich-rechtlichen Senders NHK reagierte Akazawa auf eine Einschätzung des Ökonomen Hideo Kumano, Chefökonom am Dai-ichi Life Research Institute. Kumano hatte argumentiert, dass eine Yen-Aufwertung von rund 10% bis 15% den Preisanstieg in der gesamten japanischen Wirtschaft spürbar dämpfen könnte.

Ein stärkerer Yen würde insbesondere die höheren Importkosten für Rohöl abfedern, die Japan als rohstoffarmes Land besonders hart treffen. Da Lebensmittel einen großen Anteil an den Haushaltsausgaben japanischer Familien ausmachen und ebenfalls stark von Importpreisen abhängen, wäre der Effekt einer Währungsaufwertung für die Bevölkerung direkt spürbar. „Unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Wirtschaft halte ich Überlegungen in die von Herrn Kumano genannte Richtung als eine Option für möglich", sagte Akazawa.

Zinsentscheidung der BoJ rückt näher

Akazawa ergänzte, dass das Inflationsziel der BoJ von 2% „kurz davor" stehe, erreicht zu werden, während die Realzinsen weiterhin „sehr niedrig" blieben. Diese Einschätzung ist bedeutsam, da sie den Spielraum der Zentralbank für weitere Zinserhöhungen unterstreicht. Die Finanzmärkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 60% ein, dass die BoJ die Zinsen bereits am 28. April anheben wird.

Höhere Zinsen in Japan würden den Yen in der Regel gegenüber anderen Währungen stärken, da sie Kapitalzuflüsse aus dem Ausland anziehen. Japan hat nach Jahren der Nullzinspolitik erst kürzlich begonnen, seinen geldpolitischen Kurs zu normalisieren. Für deutsche und europäische Anleger ist die Entwicklung des Yen relevant, da sie Auswirkungen auf globale Kapitalströme und die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Exporteure hat.

Stagflationsrisiko bleibt im Blick

Auch der stellvertretende Gouverneur der BoJ, Ryozo Himino, meldete sich zu Wort. Er erklärte am Freitag, dass die Zentralbank ihre Geldpolitik mit Blick auf das Ausmaß und die Dauer des wirtschaftlichen Schocks durch den Krieg im Nahen Osten steuern werde. Dabei betonte Himino ausdrücklich die Notwendigkeit, angesichts des Stagflationsrisikos wachsam zu bleiben.

Stagflation bezeichnet eine wirtschaftlich besonders schwierige Situation, in der gleichzeitig hohe Inflation und schwaches Wirtschaftswachstum auftreten. Für Zentralbanken ist dieses Szenario eine besondere Herausforderung, da die klassischen geldpolitischen Instrumente zur Inflationsbekämpfung das Wachstum zusätzlich belasten können. Die BoJ steht damit vor einem Balanceakt zwischen Preisstabilität und wirtschaftlicher Unterstützung.

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