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Japan stützt Yen mit Rekord-Intervention von fast 100 Milliarden Dollar

Japan intervenierte mit Rekordsumme von fast 100 Milliarden Dollar am Devisenmarkt.

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Japan stützt Yen mit Rekord-Intervention von fast 100 Milliarden Dollar

Japan hat im vergangenen Monat mit einer Rekordsumme von fast 100 Milliarden US-Dollar in den Devisenmarkt eingegriffen, um den historisch schwachen Yen zu stützen. Die Interventionen fanden zwischen dem 30. Juli und dem 26. August statt.

Wie das japanische Finanzministerium am Freitag bekannt gab, belief sich die eingesetzte Summe auf rund 98,7 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 15,4 Billionen Yen. Der Schritt unterstreicht die wachsende Besorgnis Tokios über den anhaltenden Verfall der eigenen Währung.

Hintergrund der beispiellosen Aktion war ein Yen-Kurs, der Ende Juli auf ein 40-Jahres-Tief von fast 164 Yen pro Dollar gefallen war. Die japanische Regierung reagierte mit einer Kombination aus massiven Devisenverkäufen und einer seltenen koordinierten Aktion mit den USA.

Koordination mit den USA und Südkorea

Ein wesentlicher Aspekt der Intervention war die enge Abstimmung mit Washington. US-Finanzminister Scott Bessent betonte, dass die Vereinigten Staaten „alles Notwendige“ tun würden, um die japanischen Stabilisierungsbemühungen zu unterstützen. Eine massive Unterbewertung des Yen könne zu wirtschaftlichen Verwerfungen oder kompetitiven Abwertungen führen, so die Begründung.

Laut Bloomberg und dem Wall Street Journal wurde bei der Operation auf eine Liquiditätsfazilität der US-Notenbank zurückgegriffen. Diese ermöglicht es Japan, Dollar-Liquidität zu beschaffen, ohne direkt US-Staatsanleihen verkaufen zu müssen. Auch Südkorea intervenierte zeitgleich, um die Wirkung der gemeinsamen Maßnahmen zu verstärken.

Yen nur kurzzeitig gestärkt

Die unmittelbaren Auswirkungen der Intervention waren sichtbar: Der Yen erstarkte kurzzeitig auf etwa 155 Yen pro Dollar. Allerdings hielt die Erholung nicht lange an. Zuletzt notierte die japanische Währung wieder im Bereich von 159 bis 160 Yen.

Analysten der Citigroup weisen darauf hin, dass die strukturellen Probleme bestehen bleiben. Viele ausländische Investoren verkaufen Yen, um Währungsrisiken bei ihren Investitionen am boomenden japanischen Aktienmarkt abzusichern. Hinzu kommt die anhaltende Zinsdifferenz zwischen der Bank of Japan (BOJ) und anderen Zentralbanken, insbesondere der US-Notenbank, die den Yen weiterhin belastet.

Hohe Kosten für die japanische Wirtschaft

Reuters hebt hervor, dass die schwache Währung zunehmend zum Problem für die japanische Wirtschaft wird. Während Exporteure zwar kurzfristig von einem schwachen Yen profitieren, gefährdet die anhaltende Abwertung mittelfristig ihre Gewinne durch steigende Importkosten. Besonders dramatisch ist die Situation bei Energieimporten: Japan bezieht rund 95 Prozent seiner Energie aus dem Nahen Osten.

Die BOJ hielt ihre Leitzinsen im Juli stabil, signalisierte jedoch eine mögliche Straffung der Geldpolitik. Der Markt rechnet derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent für eine Zinserhöhung bei der nächsten Sitzung im September. Eine solche Maßnahme könnte den Yen mittelfristig stützen.

Gesamtausgaben von 170 Milliarden Dollar

Mit den aktuellen Interventionen belaufen sich Japans Gesamtausgaben zur Währungsstützung in diesem Jahr auf rund 170 Milliarden Dollar. Bereits im Frühjahr hatte Tokio massive Summen zur Stützung des Yen aufgewendet.

Ein detaillierter täglicher Nachweis über die genaue Mittelverwendung wird erst mit den Quartalszahlen im November erwartet. Schätzungen legen nahe, dass allein die Intervention am 30. Juli ein Volumen von bis zu 9,6 Billionen Yen erreicht haben könnte.

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