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Japan plant besseres Management seiner billionenschweren Devisenreserven

Tokio will die Verwaltung seiner 1,3-Billionen-Dollar-Kriegskasse für Yen-Interventionen optimieren und höhere Renditen erzielen.

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Japan plant besseres Management seiner billionenschweren Devisenreserven

Die japanische Regierung prüft Möglichkeiten zur Optimierung ihrer Devisenreserven in Höhe von 1,3 Billionen US-Dollar. Das geht aus dem Entwurf eines Berichts zur Wachstumsstrategie hervor, der der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlag. Die Reserven dienen als Kriegskasse für künftige Interventionen zugunsten des Yen und sind damit ein zentrales Instrument der japanischen Währungspolitik.

Die Pläne spiegeln den Wunsch der Regierung wider, die Renditen der Reserven zu steigern und damit zur Sanierung der angeschlagenen Staatsfinanzen beizutragen. Premierministerin Sanae Takaichi hat proaktive Ausgaben zur Unterstützung der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt zugesagt. Der Strategieentwurf gilt als Kernstück ihrer politischen Agenda.

Im Dokument heißt es wörtlich: „Die Regierung wird die Vorteile einer verbesserten Verwaltung und einer effektiveren Nutzung der im öffentlichen Sektor gehaltenen Vermögenswerte, einschließlich des Sonderkontos für Devisenfonds, unter Berücksichtigung ihrer Bestimmungszwecke prüfen."

Rekordeinbruch der Reserven nach massiver Yen-Intervention

Der Hintergrund dieser Überlegungen ist konkret: Ende April nahm Tokio massive Devisenmarktinterventionen wieder auf, als der Yen unter die Marke von 160 je US-Dollar fiel. Eine Yen-Kaufoperation im Wert von 73 Milliarden US-Dollar führte im Mai zu einem Rekordrückgang der Reserven um 5,6 Prozent. Dieser drastische Rückgang verdeutlichte die Grenzen dauerhafter, groß angelegter Interventionen am Devisenmarkt.

Die japanischen Devisenreserven wurden im Zuge früherer Dollar-Kaufinterventionen aufgebaut und bestehen nach allgemeiner Einschätzung größtenteils aus US-Staatsanleihen. Der Strategieentwurf nennt keine spezifischen Änderungen an der Asset-Allokation dieser Reserven. Der Großteil der Überschüsse – einschließlich der Erträge aus US-Staatsanleihen – wird als Finanzierungsquelle in den allgemeinen Staatshaushalt überwiesen.

Premierministerin Takaichi hatte in der Vergangenheit erklärt, dass die Devisenreserven ein Hauptprofiteur des schwachen Yen seien und „sehr gut abschneiden". Diese Aussage wurde von einigen Regierungsvertretern als Signal gewertet, dass sie die Überschüsse zur Finanzierung eines umstrittenen Plans zur Aussetzung der Verbrauchssteuer auf Lebensmittel nutzen möchte.

Drastische Portfolioänderungen gelten als unrealistisch

Trotz der Reformpläne zeigen sich Regierungsvertreter skeptisch gegenüber tiefgreifenden Veränderungen. Eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle, die anonym bleiben wollte, da der Bericht vertraulich ist, erklärte: „Es wäre schwierig, Renditen auf eine Weise anzustreben, die dem Zweck der Reserven zuwiderläuft."

Die Reserven werden in erster Linie als jederzeit verfügbare Mittelquelle für Währungsinterventionen gehalten. Dieser Primärzweck setzt der Flexibilität bei der Anlage enge Grenzen. Eine drastische Änderung des Portfolios gilt daher als unrealistisch, auch wenn die Regierung die Effizienz der Verwaltung verbessern möchte.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung in Japan von Bedeutung, da der Yen-Kurs und die japanische Währungspolitik erhebliche Auswirkungen auf die globalen Devisenmärkte haben. Japans Devisenreserven gehören zu den größten weltweit und ihre Verwaltung beeinflusst unter anderem den Markt für US-Staatsanleihen – ein Faktor, der auch europäische Zinsmärkte indirekt berührt.

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