IWF warnt vor riskanter Weltwirtschaft
Globales Wachstum verlangsamt sich und Inflation bleibt hoch – Der IWF sieht riskante Phase für Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft befindet sich laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in einer "riskanten Phase", da das globale Wirtschaftswachstum aufgrund anhaltend hoher Inflation voraussichtlich zurückgehen wird. Der IWF hat seine Prognose für das weltweite Wachstum von 2,9 Prozent im Januar auf 2,8 Prozent im April korrigiert. Besonders Industrienationen wachsen demnach nur langsam, während Schwellen- und Entwicklungsländer ein besseres Wachstum verzeichnen. Auch für Deutschland hat der IWF seine Vorhersage im Vergleich zu Januar um 0,2 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Insgesamt wird für das Land ein Mini-Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent vorausgesagt.
Die Aussichten sind jedoch nicht nur für die Wirtschaft Deutschlands düster, sondern für die Weltwirtschaft im Allgemeinen. Die Inflation bleibt ein großes Problem, da sie weniger deutlich zurückgeht als zunächst vorhergesagt. Der IWF geht momentan nicht von einem weltweiten Abschwung aus, sieht jedoch erhebliche Risiken, die eine wirtschaftliche Erholung gefährden. Der Bericht betont, dass Notenbanken im Kampf gegen die hohen Verbraucherpreise nicht nachlassen dürfen, jedoch bergen Zinsanhebungen die Gefahr, die Wirtschaft auszubremsen.
Der IWF schildert in seinem Bericht ein "plausibles Alternativszenario", bei dem das weltweite Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 2,5 Prozent fallen könnte, wenn der Stress im Finanzsektor anhält. Das wäre das schwächste Wachstum seit dem globalen Abschwung 2001 mit Ausnahme des Beginns der Corona-Pandemie und der Finanzkrise 2009. In diesem Szenario würde das Wachstum in den Industrienationen bei unter einem Prozent liegen.
Insgesamt bleibt es also abzuwarten, wie sich die Weltwirtschaft in den kommenden Monaten entwickeln wird. Eine Inflation, die nicht deutlich zurückgeht und erhebliche Risiken bergen, wird sicherlich eine Herausforderung bleiben. Notenbanken müssen daher weiterhin sorgfältig abwägen, wie sie mit dieser Lage umgehen.
