IWF prognostiziert sinkende Inflation und warnt vor Handelsfragmentierung
Georgieva sieht globale Teuerung 2025 bei 3,8 Prozent – fordert mehr internationale Handelsintegration

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für das laufende Jahr einen deutlichen Rückgang der weltweiten Inflation auf 3,8 Prozent. Bis 2027 soll die Teuerungsrate weiter auf 3,4 Prozent sinken, wie IWF-Chefin Kristalina Georgieva am Montag auf dem Jährlichen Arabischen Fiskalforum in Dubai bekannt gab. Als Hauptgründe für diese positive Entwicklung nannte sie die nachlassende Nachfrage sowie niedrigere Energiepreise.
Trotz tiefgreifender Verschiebungen in der Geopolitik, Handelspolitik, Technologie und Demografie habe sich das globale Wachstum "bemerkenswert gut" gehalten, betonte die IWF-Geschäftsführerin. Diese Einschätzung deutet darauf hin, dass die Weltwirtschaft widerstandsfähiger ist als zunächst befürchtet.
Warnung vor zunehmender Handelsfragmentierung
Georgieva richtete einen eindringlichen Appell an die internationale Staatengemeinschaft: In einer Welt der Handelsfragmentierung sei eine stärkere Handelsintegration "absolut unerlässlich". Der IWF beobachtet mit Sorge einen Anstieg unilateraler Handelsabkommen, die die globalen Handelsströme beeinträchtigen könnten.
Die IWF-Chefin zeigte sich jedoch vorsichtig optimistisch: "Was wir in diesem Jahr gesehen haben, ist, dass der Handel nicht in dem Maße zurückgegangen ist, wie wir es befürchtet hatten." Allerdings wachse der internationale Handel etwas langsamer als das globale Wirtschaftswachstum – ein Warnsignal für die künftige Entwicklung.
Für deutsche Anleger sind diese Prognosen von besonderer Bedeutung, da Deutschland als exportorientierte Volkswirtschaft stark vom freien Welthandel abhängig ist. Eine weitere Fragmentierung der Handelswege könnte die Geschäftsaussichten deutscher Unternehmen belasten und sich negativ auf die Börsenentwicklung auswirken.
