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IWF erwartet 2026 Rückgang von 1,3 Prozent im Nahen Osten

Krieg gegen Iran belastet Energie, Handel und Tourismus – Aufschwung erst 2027 erwartet

• 2 Min
IWF erwartet 2026 Rückgang von 1,3 Prozent im Nahen Osten

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für das Jahr 2026 mit einem deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung im Nahen Osten, in Nordafrika und in Pakistan. Als Ursache nennt der Fonds den von den USA und Israel angeführten Krieg gegen den Iran. Die regionale Prognose wurde am Donnerstag in Dubai veröffentlicht.

Konkret erwartet der IWF, dass die Wirtschaftsleistung der Region um 1,3 Prozent schrumpfen wird. Grund dafür sind die Auswirkungen des Krieges auf die Energieproduktion, den Schiffsverkehr, den Tourismus, den Handel und das Vertrauen. Für das Jahr 2027 stellt der Fonds dann einen starken Anstieg auf 6,6 Prozent Wachstum in Aussicht.

Trotz dieser Erholung werden die Volkswirtschaften der Region nach Einschätzung des IWF insgesamt unter den Projektionen bleiben, die vor dem Krieg gegolten hatten. Die Basisprognose des Fonds geht davon aus, dass der Konflikt Anfang 2027 abklingt und sich der Handel im Laufe des Jahres allmählich normalisiert.

Ungleich verteilte Kriegsfolgen

Die Auswirkungen des Krieges sind laut IWF erheblich, aber ungleich verteilt. Öl exportierende Volkswirtschaften, die direkt von Störungen der Energieproduktion und des Schiffsverkehrs betroffen waren, wurden härter getroffen. Öl importierende Länder erwiesen sich dagegen als widerstandsfähiger.

Diese Widerstandskraft erklärt der IWF mit der Binnennachfrage, die durch Überweisungen und Tourismusströme sowie durch günstige Finanzbedingungen gestützt wurde. Zudem hätten rasche politische Maßnahmen die Verbraucher vor steigenden Rohstoffpreisen geschützt, betonte der Fonds.

Die Aussichten bleiben nach Einschätzung des IWF jedoch von „außergewöhnlich hoher Unsicherheit" getrübt. „Die Hauptrisiken ergeben sich aus weiteren Störungen der Energieproduktion und der Handelsrouten, die zu höheren Energiepreisen führen könnten", heißt es in der Erklärung des Fonds zu seinen Kernaussagen.

Risiken für die Finanzmärkte

Der IWF warnt zusätzlich vor einer möglichen Verschärfung der externen Finanzbedingungen. Diese könnten sich eintrüben, wenn Anleger die durch künstliche Intelligenz getriebenen Produktivitätsgewinne neu bewerten. Auch weiter steigende Zinssätze angesichts verstärkter Bedenken hinsichtlich Inflation und Haushaltslage nennt der Fonds als Risikofaktor.

Für den Kaukasus und Zentralasien meldet der IWF eine Verlangsamung des Wachstums auf ein nachhaltigeres Tempo. Dort prognostiziert der Fonds einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 5,2 Prozent im Jahr 2026 und um 5,0 Prozent im Jahr 2027.

Der IWF unterstrich zugleich das Mantra, das er während der jährlichen Versammlungen der vergangenen Woche vorgebracht hatte. Er appellierte an die politischen Entscheidungsträger, die Preisstabilität priorisiert aufrechtzuerhalten und dabei die fiskalische Tragfähigkeit zu wahren. Zudem mahnte der Fonds, die Unabhängigkeit der Zentralbanken zu schützen und strukturelle Reformen zur Steigerung der Produktivität und Schaffung von Arbeitsplätzen umzusetzen.

Für deutsche Anleger ist die Prognose vor allem mit Blick auf die Energiemärkte relevant. Störungen der Energieproduktion und der Handelsrouten könnten die Ölpreise nach oben treiben und damit auch die Inflationsdynamik in Europa beeinflussen. Der IWF macht in seiner Analyse deutlich, dass die weitere Entwicklung stark davon abhängt, wie sich der Konflikt und die globalen Finanzierungsbedingungen entwickeln.

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