Ivanhoe Mines meldet Rekord-Kupferproduktion von 76.401 Tonnen
Kamoa-Kakula steigert Kupferproduktion im dritten Quartal 2026 deutlich und meldet zugleich Rekorde bei Schwefelsäure und Zink.

Ivanhoe Mines hat für das dritte Quartal 2026 eine Kupferproduktion von 76.401 Tonnen verkaufsfähiger Produkte aus dem Kamoa-Kakula-Komplex gemeldet. Das teilten Executive Co-Chair Robert Friedland und Präsidentin sowie Chief Executive Officer Marna Cloete mit. Damit liegt der Wert über dem Vorquartal, in dem 64.328 Tonnen enthaltenes Kupfer in verkaufsfähigen Produkten erzielt wurden.
Die Gesamtproduktion verteilt sich auf mehrere Produktströme: 61.506 Tonnen Kupfer in Anodenform aus der Hütte Kamoa-Kakula, 2.347 Tonnen toll-behandeltes Kupfer in Blasform bei der nahegelegenen Lualaba Copper Smelter (LCS), 5.645 Tonnen Kupfer im Schlackenkonzentrat der Hütte Kamoa-Kakula sowie 6.904 Tonnen Kupferfeinsand, die zum Verkauf bestimmt sind.
Neben Kupfer meldet das Unternehmen auch bei anderen Produkten Rekordwerte. Die Hütte produzierte 118.638 Tonnen hochkonzentrierter Schwefelsäure, die durchschnittlich realisierten Vertragspreise lagen bei rund 900 US-Dollar pro Tonne. Auch das Kipushi-Projekt glänzte mit einem Rekord.
Die Details
Bei den Konzentratoren der Phasen 1 und 2 verarbeitete Kamoa-Kakula im dritten Quartal 2026 insgesamt 1.820 Tausend Tonnen Erz, nach 1.387 Tausend Tonnen im Vorquartal. Die eingegebene Erzqualität lag bei 2,36 Prozent Kupfer, die Kupferausbeute erreichte mit 88,9 Prozent einen Quartalsrekord. Daraus resultierten 38.523 Tonnen Kupfer im produzierten Konzentrat.
Die Konzentratoren der Phase 3 verarbeiteten 1.673 Tausend Tonnen Erz mit einer Erzqualität von 2,07 Prozent Kupfer und einer Ausbeute von 86,0 Prozent. Das ergab 29.664 Tonnen Kupfer im Konzentrat. In der Kombination aller drei Phasen wurden 3.493 Tausend Tonnen Erz mit 2,22 Prozent Kupfer und einer Ausbeute von 87,6 Prozent verarbeitet, was 68.188 Tonnen Kupfer im Konzentrat entspricht.
Die Abbauraten in den Minen Kamoa und Kansoko stiegen im Quartal um 30 Prozent auf über 700.000 Tonnen pro Monat, was etwa 8,5 Millionen Tonnen pro Jahr entspricht. Diese Steigerung wurde durch den Einsatz zusätzlicher Bergbaucrews, den neuen Zugangsstollen „Box Cut" in die Mine Kamoa 1 und den Beginn des Abbaus (Stoping) getrieben. Der neue Stollen „Kahala" fördert seit Juni 2026 Erz. Der neue Box Cut „Kansoko Sud" wurde im zweiten Quartal 2026 fertiggestellt, wobei noch weitere 590 Meter zurückzulegen sind, bis die Stollenentwicklung das Erz erreicht.
Nach Abschluss der Modifikationen am Projekt 95 für die Konzentratoren der Phasen 1 und 2 im Juli erreichten die durchschnittlichen Ausbeutewerte im dritten Quartal einen Rekordwert von 89 Prozent. Erhöhte Siliciumdioxid-Gehalte in den Kupferkonzentraten haben seit dem zweiten Quartal die Produktion von Schlackenkonzentrat durch die Hütte erhöht. Es wird erwartet, dass die hohen Produktionsmengen an Schlackenkonzentrat auf absehbare Zeit fortbestehen.
Bei der Energieversorgung macht Kamoa-Kakula Fortschritte: Die neue vor Ort installierte hybride Solaranlage mit 60 MW Leistung wurde im September hochgefahren, wodurch der Dieselverbrauch der eigenen Notstromaggregate um 40 Prozent gesenkt wurde. Zudem wurden Stromlieferverträge (Power Purchase Agreements) unterzeichnet, um die Kapazität der Solaranlage innerhalb von 18 Monaten auf 120 MW zu verdoppeln.
Beim Zinkprojekt Kipushi produzierte das Unternehmen im dritten Quartal 2026 einen Rekord von 77.147 Tonnen Zink im Konzentrat, was einer quartalsweisen Steigerung von 10 Prozent entspricht. Damit positioniert sich Kipushi im Jahr 2026 als drittgrößte Zinkmine der Welt. Der Bau des Konzentrators für Phase 2 der Platreef-Mine schreitet gemäß Zeitplan voran; die Fertigstellung ist für das vierte Quartal 2027 geplant.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 09.07.2026 berichtete aktien.news, dass Ivanhoe Mines für das zweite Quartal eine Kupferproduktion von 64.328 Tonnen aus dem Kamoa-Kakula-Komplex gemeldet hatte. Die Zahlen stammten aus einem Bericht von Mining Weekly und unterstrichen die starke operative Entwicklung des Unternehmens in der Demokratischen Republik Kongo. Kamoa-Kakula gilt als eines der bedeutendsten Kupferprojekte der Welt und ist ein zentraler Wachstumstreiber für Ivanhoe Mines. Bereits damals glänzte neben der Kupferproduktion auch das Kipushi-Projekt mit bemerkenswerten Ergebnissen, wo der Konzentrator eine Rekordausbeute von 92 Prozent erzielte.
Mit den nun vorgelegten 76.401 Tonnen für das dritte Quartal setzt das Unternehmen diese Entwicklung fort und übertrifft das Niveau des zweiten Quartals. Die Produktionsprognose für 2026 liegt weiterhin zwischen 290.000 und 310.000 Tonnen Kupfer in verkaufsfähigen Kupferprodukten, wobei die Produktion tendenziell gegen das untere Ende der Prognoseentwicklung geht. Die Kupferproduktion im zweiten Halbjahr 2026 wird sowohl durch höhere Abbauraten im gesamten Komplex als auch durch den Zusatz des hochgradigen Feinsandes, der zum Verkauf bestimmt ist, gesteigert.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger sind mehrere Punkte relevant. Erstens zeigt die Produktionsentwicklung bei Kamoa-Kakula eine deutliche Erholung gegenüber dem schwächeren ersten Halbjahr: Nach 71.417 Tonnen im ersten Quartal und 64.328 Tonnen im zweiten Quartal wurden im dritten Quartal 76.401 Tonnen erreicht. Zweitens verbessert die neue Solaranlage die Kostenstruktur, da der Dieselverbrauch der Notstromaggregate um 40 Prozent sank. Drittens diversifiziert Ivanhoe mit dem Zink-Rekord bei Kipushi und dem Platreef-Projekt seine Erlösbasis über Kupfer hinaus.
Zu beachten ist allerdings, dass die unterirdischen Entwicklungsarbeiten in Kamoa und Kakula hinter dem Plan zurückliegen. Die Entwicklungsaktivitäten konzentrieren sich in den nächsten 15 Monaten darauf, langfristigen Zugang und Bergbaudienstleistungen vor dem Beginn des Abbaus herzustellen. Die durchschnittlichen unterirdischen Entwicklungsfortschritte im dritten Quartal lagen jedoch über dem Zielwert für 2026 von etwa 128 Metern Fortschritt pro Bohrgerät pro Monat. Seit dem ersten Quartal haben die durchschnittlichen Entwicklungsfortschritte in Kakula um etwa 38 Prozent zugenommen. Die linearen Entwicklungsfortschritte während des gesamten Quartals in Kamoa und Kakula waren die höchsten aller Zeiten.
Ebenfalls im Blick behalten sollten Anleger die Lagerbestände: Zu Beginn des dritten Quartals 2026 hielt Kamoa-Kakula etwa 40.000 Tonnen nicht verkauften Kupfers auf Lager, am Ende des Quartals waren es etwa 43.000 Tonnen. Die 500.000-Tonnen-pro-Jahr-Hütte arbeitet weiterhin mit 60 Prozent der Nennkapazität. Die lokale Nachfrage nach hochkonzentrierter Schwefelsäure der Hütte profitiert weiterhin von globalen Lieferkettenstörungen.
Ausblick
Ivanhoe wird die Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2026 nach Börsenschluss am 3. November veröffentlichen; eine Telefonkonferenz für Investoren findet am 4. November statt. Es wird erwartet, dass weitere Bestände an hochgradigem Kupferfeinsand im vierten Quartal 2026 analysiert, vermessen und zur Versteigerung angeboten werden. Die Zielwerte für die Entwicklungsfortschritte im gesamten Komplex sollen im vierten Quartal auf 135 Meter Fortschritt pro Bohrgerät pro Monat steigen. Der Konzentrator für Phase 2 der Platreef-Mine soll im vierten Quartal 2027 fertiggestellt werden.
Kurz erklärt
- Anodenform: Eine gegossene Kupferform, die als Zwischenprodukt für die weitere Raffination oder den direkten Verkauf dient.
- Schlackenkonzentrat: Ein Nebenprodukt des Schmelzprozesses, das noch verwertbare Kupferanteile enthält und separat aufbereitet wird.
- Power Purchase Agreement: Ein langfristiger Stromliefervertrag zwischen einem Stromerzeuger und einem Abnehmer, hier zur Finanzierung des Solarausbaus.
