Iran-Krieg trifft krisengeplagte Länder mit voller Wucht
Der Konflikt im Iran treibt Treibstoffpreise in die Höhe und bremst die mühsame wirtschaftliche Erholung fragiler Staaten.

Der Krieg im Iran sendet Schockwellen weit über die Region hinaus. Länder, die sich noch mitten in einer wirtschaftlichen Erholung befinden, spüren die Folgen des Konflikts unmittelbar – in Form steigender Energiekosten und einbrechender Geschäftszahlen. Besonders hart trifft es Staaten wie Sri Lanka, die ohnehin mit einer Krisenserie zu kämpfen hatten.
Sanoj Weeratunge, Inhaber eines Reiseunternehmens in Sri Lanka, hatte große Hoffnungen in das laufende Jahr gesetzt. Nach einer langen Phase der Erholung schien endlich das Vor-Corona-Niveau in greifbarer Nähe. Doch der rund 4.350 Kilometer entfernte Kriegsausbruch im Iran hat diese Pläne zunichte gemacht.
„Wir hatten in den letzten sechs Jahren einen sehr schwierigen Weg der Erholung hinter uns und waren sehr hoffnungsvoll, dass dies endlich das Jahr sein würde, in dem wir das Vor-Corona-Niveau erreichen", schildert Weeratunge die Lage.
Treibstoffpreise steigen um 35 Prozent
Die sri-lankische Regierung reagierte auf den Konflikt mit einer drastischen Maßnahme: Die Treibstoffpreise wurden um 35 Prozent angehoben. Für ein Land, das sich erst langsam von einer schweren Wirtschaftskrise erholt, ist das ein empfindlicher Rückschlag. Weeratunges Reisegeschäft brach infolgedessen um fast ein Drittel ein.
Sri Lanka steht dabei stellvertretend für eine Reihe von Ländern, die nach Jahren der Krisen – darunter die Corona-Pandemie und wirtschaftliche Verwerfungen – nun erneut von externen Schocks getroffen werden. Die Abhängigkeit von importierten Energieträgern macht solche Volkswirtschaften besonders anfällig für geopolitische Erschütterungen in ölproduzierenden Regionen.
Geopolitik als Wachstumsbremse
Der Iran-Krieg verdeutlicht einmal mehr, wie eng die globalen Wirtschaftskreisläufe miteinander verknüpft sind. Ein Konflikt, der geografisch weit entfernt erscheint, kann innerhalb kürzester Zeit Lieferketten stören, Energiepreise in die Höhe treiben und das Konsumverhalten in Schwellenländern beeinflussen.
Für Unternehmer wie Weeratunge bedeutet das: Die mühsam aufgebaute Erholung steht erneut auf dem Spiel. Sechs Jahre harter Arbeit, um die Folgen von Krisen zu überwinden – und nun droht ein neuer externer Schock, die Fortschritte zu zunichte zu machen. Die Situation zeigt, wie fragil die wirtschaftliche Lage in vielen Teilen der Welt nach wie vor ist.
