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Iran-Konflikt treibt US-Spritpreise auf höchsten Stand seit 2022

Sechs Wochen Iran-Konflikt und Blockade der Straße von Hormus belasten amerikanische Verbraucher mit Rekordspritpreisen und Milliardenmehrkosten.

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Iran-Konflikt treibt US-Spritpreise auf höchsten Stand seit 2022

Die USA befinden sich inmitten einer schweren Energiekrise. Der seit sechs Wochen andauernde Iran-Konflikt hat die Kraftstoffpreise auf Rekordhöhen getrieben und trifft amerikanische Verbraucher und Unternehmen mit voller Wucht. Am Freitag lag der durchschnittliche Benzinpreis bei 4,16 US-Dollar pro Gallone, während Diesel im Schnitt 5,67 US-Dollar kostete – die höchsten Werte seit Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022.

US-Präsident Donald Trump verkündete am Samstag über soziale Medien, dass das US-Militär mit der Räumung der Straße von Hormus begonnen habe und alle 28 iranischen Minenleger versenkt worden seien. Trotz dieser militärischen Erfolgsmeldung spüren die amerikanischen Verbraucher weiterhin die volle Härte der Energiekrise. Eine schnelle Entspannung an den Energiemärkten ist laut Experten nicht in Sicht.

Straße von Hormus: Schlüsselroute des globalen Ölmarkts

Die Blockade der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Versorgungsrouten für den globalen Ölmarkt, hat laut Experten zu einer der schwersten Versorgungsstörungen der Geschichte geführt. Obwohl der Großteil des durch die Meerenge transportierten Öls nicht direkt in die USA fließt, haben die Sorgen vor Angriffen auf die Schifffahrt die globalen Energiemärkte destabilisiert. Die Folge: massiv steigende Preise auch in den Vereinigten Staaten.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen auf den Alltag der Amerikaner sind gravierend. Laut Daten von GasBuddy stiegen die Ausgaben für Benzin und Diesel im Zeitraum vom 1. März bis 10. April im Vergleich zum Vorjahr um schätzungsweise 10,4 Milliarden US-Dollar. Viele Bürger reagieren mit sogenannter „Nachfragezerstörung": Sie schränken Fahrten ein, wechseln auf Elektrofahrzeuge oder nutzen verstärkt Pfandkredite, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten zu decken.

Auch die Industrie leidet erheblich unter den hohen Energiekosten. Lkw-Fahrer wie Eddie Esquivel berichten, dass sich ihre wöchentlichen Kraftstoffausgaben nahezu verdoppelt haben. Für Transportunternehmen, die ohnehin mit engen Margen kalkulieren, bedeutet dies eine existenzielle Belastung.

Trumps Zustimmungsrate auf Rekordtief

Politisch gerät Präsident Trump zunehmend unter Druck. Angesichts der anstehenden Zwischenwahlen im November ist seine Zustimmungsrate auf ein Rekordtief von 36 Prozent gefallen. Viele Wähler machen die Regierung für die explodierenden Verbraucherpreise verantwortlich, die im März den stärksten Anstieg seit fast vier Jahren verzeichneten.

Trotz laufender Friedensgespräche in Islamabad warnen Analysten, dass eine schnelle Entspannung ausbleibt. Experten von Rystad betonen, dass eine „geopolitische Risikoprämie" am Markt bestehen bleiben dürfte. Selbst bei einer dauerhaften Waffenruhe ist nicht mit einer raschen Rückkehr zu Vorkriegspreisen zu rechnen, da etwa zwei Millionen Barrel Raffineriekapazität im Nahen Osten durch Kriegsschäden ausgefallen sind.

Die US-Regierung räumte bereits ein, dass die hohen Preise auch nach einer Wiedereröffnung der Straße von Hormus noch über Monate hinweg anhalten könnten. Für deutsche Beobachter ist die Situation ein deutliches Signal: Geopolitische Spannungen im Nahen Osten wirken sich unmittelbar auf die globalen Energiemärkte aus – und damit letztlich auch auf die Energiepreise in Europa.

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