IonQ-Aktie: So könnte eine Investition von 5.000 Dollar bis 2030 wachsen
Quantencomputing gilt als nächste große Durchbruchstechnologie – IonQ positioniert sich mit gefangenen Ionen als präzisester Anbieter.

Quantencomputing hat das Potenzial, nach der künstlichen Intelligenz (AI) die nächste große Durchbruchstechnologie zu werden. Derzeit wirkt IonQ (IONQ -0,99%) als reines Play im Sektor am vielversprechendsten. Der Grund dafür ist die Genauigkeit. Mit 5.000 Dollar ließen sich 116 Aktien von IonQ erwerben.
Eines der größten aktuellen Hindernisse beim Quantencomputing besteht darin, dass es fehleranfällig ist. Da Quantencomputer in Sekunden Milliarden von Berechnungen durchführen, summieren sich selbst winzigste Fehlerraten schnell auf. IonQs Ansatz mit gefangenen Ionen hat sich jedoch – ergänzt durch das direkte Einbetten von Mikrowellenantennen direkt in seine Chips – bisher als die genaueste Technologie erwiesen. Das Unternehmen hat eine 2-Qubit-Fidelität von 99,99% erreicht und damit in diesem Bereich einen Vorsprung.
Kürzlich gab das Unternehmen bekannt, den ersten end-to-end Echtzeit-Decoder zur Quantenfehlerkorrektur des Sektors demonstriert zu haben. Wichtig dabei: Das Unternehmen erklärte, dies mithilfe einer handelsüblichen Central Processing Unit (CPU) erreicht zu haben. Dies stellt einen bedeutenden Durchbruch für das Unternehmen bei seinem Ziel dar, einen fehlertoleranten Quantencomputer zu entwickeln und hochzurechnen.
IonQ kopiert Nvidias Spielbuch
IonQ möchte offenbar ein Kapitel aus dem Spielbuch von Nvidia abschreiben und nicht nur ein fehlertolerantes Quantensystem schaffen, sondern das gesamte Ökosystem kontrollieren. Das Unternehmen hat wichtige Akquisitionen in den Bereichen Quantennetzwerke, Übertragung und Sensorik getätigt. Anfang dieses Jahres erwarb es mit dem Kauf von SkyWater seine eigene Quanten-Fabrik. Diese vertikale Integration sollte die Innovation beschleunigen und es langfristig ermöglichen, schneller zu skalieren.
Ein Nachteil an IonQs Ansatz ist, dass die von ihm eingesetzte Technik mit gefangenen Ionen langsamer ist als andere Quantentechnologien. Wenn sich diese schnelleren Technologien in ihrer Genauigkeit verbessern, könnte die Technik mit gefangenen Ionen irgendwann übertroffen werden.
Was eine Investition von 5.000 Dollar im Jahr 2030 wert sein könnte
Da es sich beim Quantencomputing um eine aufstrebende Technologie handelt, gibt es ein breites Spektrum möglicher Ergebnisse für den Kurs von IonQ im Jahr 2030. Vieles wird davon abhängen, wie weit das Unternehmen bis dahin mit der Kommerzialisierung seiner Quantentechnologie fortgeschritten sein wird. Das Unternehmen prognostizierte im Januar 2025, dass sein Umsatz im Jahr 2030 bei rund 1 Milliarde Dollar liegen und das Unternehmen profitabel sein würde. Seitdem hat das Unternehmen einige wichtige Akquisitionen getätigt, darunter SkyWater.
Die Analysteneinigung für 2030 sieht indessen einen Umsatz von 1,95 Milliarden Dollar vor, mit einem Bandbreitenbereich von 1,63 Milliarden bis 2,16 Milliarden Dollar. Es gibt zudem eine einzelne Analystenschätzung für 2031 in Höhe von 6,36 Milliarden Dollar. Wenn IonQs Umsatz mit dieser Art von Tempo wächst, würde ich erwarten, dass das Unternehmen eine Forward-Price-to-Sales-(P/S)-Multiple von mindestens dem 20-fachen erzielt.
Basierend auf der einzelnen Analysteneinigung für 2031 würde dies dem Unternehmen bei unterstellter keiner Aktiendilution eine Marktkapitalisierung von rund 48,5 Milliarden Dollar bzw. 127 Dollar pro Aktie verleihen. Es sieht so aus, als hätte IonQ derzeit noch einige Jahre an Spielraum, ohne weitere Eigenkapitalausgaben tätigen zu müssen; ich erwarte jedoch eine weitere Kapitalerhöhung über 1 Milliarde Dollar, um die Bilanz stark zu halten. Unter Berücksichtigung der Dilution (unter der Annahme von rund 20 Millionen Aktien) könnte sich das Ziel für 2030 dadurch auf etwa 120 Dollar senken. Das entspräche einer Rendite von etwa 280% auf die Aktie. Bei einer Investition von 5.000 Dollar wären Ihre 116 Aktien im Jahr 2030, falls IonQ dieses Kursziel erreicht, nahezu 14.000 Dollar wert.
Hohes Risiko trotz enormen Aufwärtspotenzials
Natürlich erfordert es einen erheblichen technologischen Durchbruch seitens IonQ, dass das Unternehmen im Jahr 2030 2 Milliarden Dollar an Umsatz und im Jahr 2031 6 Milliarden Dollar generiert. Dies muss nicht eintreten, da für dieses Jahr lediglich ein Umsatz von 455 Millionen Dollar prognostiziert wird. Daher bleibt die Aktie trotz des enormen Aufwärtspotenzials hochspekulativ.
Sollte IonQ nahe an einem Quantencomputing-Durchbruch erscheinen, wäre ich auch nicht überrascht, wenn das Unternehmen zuvor übernommen wird. Unternehmen wie Nvidia und Alphabet würden wahrscheinlich sehr daran interessiert sein, Zugriff auf diese Technologie zu erhalten, wenn sie der Kommerzialisierung näher kommt.
Für deutsche Privatanleger bedeutet das: IonQ ist ein klassisches High-Risk-High-Reward-Investment. Die Bewertung hängt maßgeblich an der Frage, ob die Kommerzialisierung des Quantencomputings gelingt und ob IonQ seine technologische Führungsrolle bei der Genauigkeit halten kann. Anleger sollten die hohe Volatilität und das Risiko weiterer Kapitalmaßnahmen einkalkulieren.
