Intel-Aktie stürzt 13% ab: Schwacher Ausblick belastet
Intel enttäuscht Anleger trotz übertroffener Q4-Zahlen. Der Chipriese prognostiziert für Q1 nur Break-even beim Gewinn – die Aktie bricht nachbörslich um 13% ein.

Intel hat am Donnerstag die Quartalszahlen für das vierte Quartal vorgelegt und dabei die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Dennoch brach die Aktie im nachbörslichen Handel um bis zu 13 Prozent ein – Grund ist der enttäuschende Ausblick auf das laufende Quartal.
Prognose verfehlt Analystenschätzungen deutlich
Für das erste Quartal 2025 rechnet Intel mit Umsätzen zwischen 11,7 und 12,7 Milliarden Dollar. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie erwartet das Unternehmen lediglich ein Break-even-Ergebnis. Analysten hatten hingegen mit einem Gewinn von 5 Cent je Aktie bei Erlösen von 12,51 Milliarden Dollar gerechnet.
Finanzvorstand David Zinsner führte den verhaltenen Ausblick auf Lieferengpässe zurück. Das Unternehmen verfüge nicht über ausreichend Kapazitäten, um die saisonale Nachfrage zu bedienen. Eine Verbesserung der Versorgungslage werde erst im zweiten Quartal erwartet.
Produktionsausbeute als zentrale Herausforderung
CEO Lip-Bu Tan betonte in der Analystenkonferenz, dass Intel intensiv an der Verbesserung der Produktionseffizienz arbeite. Die sogenannte Yield – die Ausbeute fehlerfreier Chips pro Wafer – müsse gesteigert werden, um das Angebot zu erhöhen.
Im vierten Quartal meldete Intel einen Nettoverlust von 600 Millionen Dollar oder 12 Cent je verwässerter Aktie. Im Vorjahreszeitraum hatte der Verlust noch 100 Millionen Dollar betragen.
18A-Technologie übertrifft Erwartungen
Trotz der aktuellen Herausforderungen gibt es positive Signale aus der Fertigung. Tan erklärte, die 18A-Fertigungstechnologie habe 2025 "die Erwartungen übertroffen". Diese Technologie konkurriert mit der 2-Nanometer-Technologie des Branchenführers Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC).
Das Foundry-Geschäft, in dem Intel Chips für andere Unternehmen fertigt, erzielte einen Umsatz von 4,5 Milliarden Dollar. Allerdings entfällt ein Teil davon auf die Produktion eigener Chips. Zinsner kündigte an, dass Kunden für die 14A-Technologie der nächsten Generation in der zweiten Jahreshälfte bekannt werden dürften.
Gemischte Entwicklung bei Kerngeschäften
Die Sparte "Data Center and AI" legte im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar zu. CEO Tan betonte, dass Intels zentrale Verarbeitungseinheiten (CPUs) durch den KI-Boom an Bedeutung gewinnen würden.
Die "Client Computing Group", die Chips für Laptops umfasst, verzeichnete hingegen einen Rückgang von 7 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar Umsatz.
Strategische Investoren stärken Intel
Im Jahr 2025 stiegen die US-Regierung, SoftBank und Nvidia als Großaktionäre bei Intel ein. Der Aktienverkauf an Nvidia im Volumen von 5 Milliarden Dollar wurde im vierten Quartal abgeschlossen.
Die Anlegererwartungen waren vor der Zahlenvorlage hoch gewesen – die Intel-Aktie war im vergangenen Jahr um 147 Prozent gestiegen. Die Rallye wurde durch Hoffnungen auf einen ersten großen Ankerkunden für das Foundry-Geschäft befeuert.
