InPost-Gewinn bricht ein – Unternehmen senkt Prognose für 2024
Gewinnrückgang um 30 Prozent zwingt polnischen Paketdienst zur Senkung der Jahresziele.

Die InPost Group hat am Montag schwächere Quartalszahlen vorgelegt und gleichzeitig die Gewinnprognose für das laufende Jahr gesenkt. Der polnische Paketdienstleister leidet unter der schwierigen Umstrukturierung in Großbritannien, während die Kernmärkte in Europa deutlich zulegen.
Der Nettogewinn des im zweiten Quartal 2024 fiel um 30 Prozent auf 93 Millionen Polnische Zloty (PLN). Als Gründe nannte das Unternehmen steigende Abschreibungen aufgrund des expandierenden Schließfächernetzes, eine höhere effektive Steuerquote sowie negative Währungskurseffekte bei euro-denominierten Schulden.
Das bereinigte EBITDA wuchs nur um 4,4 Prozent auf 1,04 Milliarden PLN. Die Marge fiel dabei um 330 Basispunkte auf 25 Prozent. Diese Entwicklung überrascht, denn der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 4,18 Milliarden PLN. Die Paketaufkommen legten um 16 Prozent auf 380,9 Millionen Sendungen zu.
Internationale Märkte überholen Polen
Erstmals trugen die internationalen Märkte mit 54 Prozent mehr zum Umsatz bei als der Heimatmarkt Polen. Das zeigt den zunehmenden Erfolg der europäischen Expansion – doch die Fortschritte sind ungleich verteilt.
Während das EBITDA in der Eurozone um fast 40 Prozent anzog, wurde dieser Zuwachs weitgehend durch das Großbritannien-Geschäft zunichtegemacht. Dort halbierte sich das EBITDA nahezu auf 29,1 Millionen PLN. „Großbritannien bleibt noch immer ein Projekt in Arbeit“, sagte Rafal Brozka, Gründer und CEO von InPost, in einer Erklärung.
Gewinnprognose für 2026 gesenkt
Die schwache Entwicklung in Großbritannien und steigende Gruppenkosten haben das Management zu einer Prognosesenkung veranlasst. InPost erwartet nun, dass das bereinigte EBITDA im mittleren einstelligen Prozentbereich sinken wird. Zuvor war die Guidance von stagnierenden Werten ausgegangen.
Gleichzeitig senkt das Unternehmen die Investitionsausgaben (Capex) auf 2,1 Milliarden PLN und rechnet mit einer höheren Verschuldung zum Jahresende. Die Anleger reagierten verhalten auf die Nachrichten.
Ausblick drittes Quartal
Für das dritte Quartal erwartet der Paketdienst ein Volumenwachstum der Gruppe im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Neue EU-Zollgebühren belasten dabei die Marktplatzvolumina in Polen und der Eurozone.
Hintergrund: InPost befindet sich derzeit in einem Übernahmeprozess. Ein Konsortium unter der Führung von FedEx hat ein Angebot vorgelegt. Die Restrukturierung in Großbritannien bleibt der zentrale Schwachpunkt und wird das Unternehmen auf absehbare Zeit beschäftigen.
