Indien erhöht Infrastrukturausgaben 2026/27 auf Rekordhoch von 12,2 Billionen Rupien
Investitionen steigen um 8,8 Prozent – Kapitalgüterhersteller profitieren von staatlichem Konjunkturprogramm

Die indische Regierung hat ihre Infrastrukturausgaben für das Geschäftsjahr 2026/27 auf ein neues Rekordniveau von 12,2 Billionen Rupien (umgerechnet rund 133 Milliarden Euro) festgelegt. Dies entspricht einer Steigerung von 8,8 Prozent gegenüber den 11,21 Billionen Rupien des laufenden Haushaltsjahres. Mit diesem massiven Investitionsprogramm setzt Neu-Delhi seine Strategie fort, durch staatliche Ausgaben das Wirtschaftswachstum zu beschleunigen und neue Arbeitsplätze in der bevölkerungsreichsten Nation der Welt zu schaffen.
Die Börse reagierte unmittelbar auf die Ankündigung: Aktien führender Kapitalgüterhersteller legten deutlich zu. Larsen & Toubro, IRB Infra, NBCC und Action Construction verzeichneten Kursgewinne zwischen 1,3 und 4 Prozent. Die Unternehmen profitieren direkt von den erhöhten staatlichen Investitionen in Straßen, Schienen, Häfen und digitale Infrastruktur.
Moderate Erwartungen am Markt
"Das Investitionsvolumen für das Geschäftsjahr 2027 wirkt etwas moderat und verfehlt die Markterwartungen leicht, ist aber insgesamt positiv für das verarbeitende Gewerbe", kommentiert Amit Anwani, Analyst bei Prabhudas Lilladher. Er erwartet zudem positive Impulse für private Investitionen, die dem staatlichen Engagement folgen könnten.
Indien hatte seine Infrastrukturausgaben nach der COVID-19-Pandemie systematisch hochgefahren, um die wirtschaftliche Erholung zu beschleunigen. Diese Strategie zeigt Wirkung: Für das am 31. März endende Geschäftsjahr prognostizieren Ökonomen ein Wirtschaftswachstum von beeindruckenden 7,4 Prozent.
Widerstandsfähig gegen US-Zölle
Die robuste Entwicklung wird nicht nur durch staatliche Infrastrukturprojekte getragen. Auch Steuersenkungen bei Einkommens- und Verbrauchssteuern haben den privaten Konsum angekurbelt. Bemerkenswert: Die indische Wirtschaft erwies sich bisher als widerstandsfähig gegenüber den von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzöllen.
Für internationale Investoren macht die konsequente Infrastrukturpolitik Indiens das Land zunehmend attraktiv. Die kontinuierlichen Investitionen schaffen nicht nur kurzfristige Nachfrage, sondern verbessern langfristig die Standortbedingungen für produzierende Unternehmen. Experten sehen darin einen wichtigen Baustein für Indiens Ambitionen, sich als Alternative zu China in globalen Lieferketten zu positionieren.
