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Immobilienpreise steigen kaum noch: Trendwende am Wohnungsmarkt trügt

Zwei Indizes zeichnen ein uneinheitliches Bild: empirica regio meldet noch ein leichtes Plus, der GREIX bei Eigentumswohnungen erstmals seit zwei Jahren ein Minus.

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Immobilienpreise steigen kaum noch: Trendwende am Wohnungsmarkt trügt

Die Trendwende am deutschen Wohnungsmarkt trügt. Zwar meldet der Immobilienpreisindex empirica regio für das dritte Quartal noch ein leichtes Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Doch der German Real Estate Index (GREIX) kommt für denselben Zeitraum zu einer deutlich pessimistischeren Einschätzung. Bei Eigentumswohnungen steht dort erstmals seit zwei Jahren ein Minus.

Als Ursache für die abflachende Entwicklung gilt der gestiegene Zins für Immobilienkredite. Der steigende Zins hinterlässt Spuren, denn er verteuert die Finanzierung und dämpft damit die Nachfrage. Der bislang positive Trend bei den Kaufpreisen für Wohnungen flacht dadurch ab.

Zwei Indizes senden unterschiedliche Signale

Die beiden Indizes messen den Markt auf unterschiedliche Weise und kommen deshalb zu abweichenden Ergebnissen. empirica regio weist für das dritte Quartal ein Plus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal aus. Der GREIX dagegen verzeichnet für Wohnungen im gleichen Zeitraum ein Minus von 0,2 Prozent. Für Eigentumswohnungen ist das der erste leichte Rückgang seit zwei Jahren.

Der GREIX wird vom Kieler Institut für Weltwirtschaft herausgegeben. Seine Daten stammen aus den Kaufpreissammlungen der regionalen Gutachterausschüsse. Diese Basis gilt als besonders belastbar, weil sie auf tatsächlich abgeschlossenen Kaufverträgen beruht und nicht auf Angebotspreisen.

Käufer und Verkäufer müssen ihre Kalkulation neu ausrichten

Für Käufer und Verkäufer heißt das: Die Preise steigen nicht mehr überall. Wer eine Immobilie erwerben will, sollte die Finanzierungskosten genau kalkulieren, weil der Kreditzins die monatliche Belastung bestimmt. Wer verkaufen möchte, kann sich nicht mehr automatisch auf weiter steigende Preise verlassen.

Die unterschiedlichen Signale der beiden Indizes zeigen, wie wichtig es ist, mehrere Quellen zu vergleichen. Ein einzelner Index liefert nur ein Teilbild. Erst der Blick auf mehrere Auswertungen macht sichtbar, wohin der Markt sich tatsächlich bewegt.

Der Zins bleibt der entscheidende Faktor am Wohnungsmarkt

Der weitere Verlauf hängt maßgeblich von der Zinsentwicklung ab. Solange die Finanzierung teuer bleibt, bleibt der Zins ein zentraler Faktor für die Preisentwicklung am Wohnungsmarkt. Anleger und Eigentümer sollten die Entwicklung daher aufmerksam verfolgen.

Der GREIX stützt sich auf Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse

Wer den Markt beurteilen will, sollte auf die Datenbasis achten. Der GREIX greift auf die Kaufpreissammlungen der regionalen Gutachterausschüsse zurück und bildet damit abgeschlossene Geschäfte ab. empirica regio liefert einen breiteren Überblick über die Preisentwicklung. Beide Perspektiven zusammen ergeben ein vollständigeres Bild als eine einzelne Zahl.

Ein Indexwert allein sagt zudem wenig über den eigenen Fall aus. Regionale Märkte können sich sehr unterschiedlich entwickeln, und die Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse erfassen abgeschlossene Geschäfte. Wer eine konkrete Immobilie bewertet, sollte deshalb lokale Daten heranziehen und die eigene Finanzierung durchrechnen.

Für Privatanleger bedeutet die aktuelle Lage vor allem eines: Die Phase automatisch steigender Preise ist vorerst vorbei. Ob sich der Trend fortsetzt oder dreht, hängt davon ab, wie sich die Zinsen für Immobilienkredite weiterentwickeln.

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