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HSBC nennt acht bevorzugte Schwellenländer-Aktienmärkte für 2027

Die Großbank setzt auf KI, Wirtschaftsreformen und Ressourcenunabhängigkeit – und stuft zwei Märkte neu hoch.

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HSBC nennt acht bevorzugte Schwellenländer-Aktienmärkte für 2027

HSBC hat in einem Strategiebericht für Schwellenländer acht Aktienmärkte identifiziert, die die Bank mit Blick auf das Jahr 2027 bevorzugt. Dabei verweist das Institut auf Chancen im Bereich der künstlichen Intelligenz, laufende Wirtschaftsreformen sowie die Widerstandsfähigkeit einzelner Volkswirtschaften gegenüber globalen Schocks. Der Bericht datiert vom 6. Oktober.

Die Bank behielt ihre „Overweight"-Bewertungen für Taiwan, Festlandchina, Brasilien, Südafrika, die Türkei und Ungarn bei. Neu auf die Übergewichten-Liste kamen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Kolumbien, die beide von „Neutral" hochgestuft wurden. Gleichzeitig senkte HSBC Mexiko, Chile und Ägypten auf „Neutral" herab und begründete dies mit schwächeren Wachstumskatalysatoren und erhöhten wirtschaftlichen Risiken.

Die vier großen Herausforderungen für Schwellenländer

HSBC sieht Schwellenländer insgesamt vor vier wesentlichen Belastungsfaktoren: erhöhte Ölpreise, durch das Klimaphänomen El Niño bedingte Nahrungsmittelinflation, steigende Renditen von US-Staatsanleihen sowie die rasanten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Vor diesem Hintergrund erwartet die Bank, dass Investoren zunehmend Volkswirtschaften bevorzugen werden, die eine größere Unabhängigkeit in den Bereichen Ressourcen, Technologie, Finanzierung und Marktzugang aufweisen. Diesen Vorteil bezeichnet HSBC als „Autonomie-Prämie".

Taiwan bleibt laut HSBC ein bevorzugtes Ziel für KI-Investitionen. Die Insel profitiert von der starken globalen Nachfrage nach fortschrittlichen Halbleitern, Packaging, Kühlsystemen und weiterer KI-Infrastruktur. Besonders bemerkenswert: Fast 60 Prozent der Umsätze börsennotierter taiwanesischer Unternehmen sind laut HSBC mit KI-bezogenen Aktivitäten verknüpft – ein außergewöhnlich hoher Anteil im globalen Vergleich.

Festlandchina bietet nach Einschätzung der Bank Chancen bei KI-Hardware, technologischen Innovationen und exportorientierten Unternehmen. HSBC hebt dabei die relativ attraktiven Bewertungen chinesischer Aktien sowie eine sich verbessernde Gewinndynamik hervor. Brasilien wiederum könnte von einer Lockerung der Geldpolitik und höheren Ölpreisen profitieren – im Vorfeld der anstehenden Präsidentschaftswahlen sieht HSBC dort ein günstiges Risiko-Rendite-Profil.

Rohstoffe, Reformen und Wiederaufbau

Südafrika bietet Investoren Zugang zu Edelmetallen: Höhere Rohstoffpreise stützen die Cashflows im Bergbausektor, während Strukturreformen die Rentabilität der Unternehmen mittelfristig verbessern könnten. Die VAE punkten laut HSBC mit robuster Aktivität durch Expatriates, umfangreichen Infrastrukturinvestitionen und einer vergleichsweise geringen Positionierung ausländischer Investoren – was Aufholpotenzial signalisiert.

Die Türkei bietet nach HSBC-Einschätzung Chancen im Zusammenhang mit wirtschaftlicher Normalisierung sowie in den Bereichen Verteidigung, Luftfahrt, KI und Wiederaufbauinvestitionen. Ungarn könnte von der möglichen Freigabe eingefrorener EU-Mittel, der Reformdynamik und verstärkten Investitionen profitieren – wenngleich die Bank ausdrücklich auf bestehende Währungs- und politische Risiken hinweist. Kolumbien schließlich bietet Aufwärtspotenzial durch Haushaltskonsolidierung, die Deregulierung des Öl- und Gassektors sowie Exportchancen im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau.

Underweight-Positionen bleiben bestehen

Unverändert untergewichtet hält HSBC die Märkte Indien, Thailand, Indonesien und die Philippinen. Die Bank begründet ihre insgesamt selektivere Positionierung mit einem sich verändernden globalen Investitionsumfeld. Wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und strategische Unabhängigkeit könnten demnach zu immer wichtigeren Treibern für die Aktienperformance in Schwellenländern werden – ein Paradigmenwechsel, den Anleger bei ihrer Portfolioausrichtung berücksichtigen sollten.

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