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HSBC erwartet zwei BoJ-Zinserhöhungen auf 1,25 Prozent 2025

Die britische Großbank revidiert ihre Prognose für die Bank of Japan und nennt drei konkrete Faktoren für ihre neue Einschätzung.

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HSBC erwartet zwei BoJ-Zinserhöhungen auf 1,25 Prozent 2025

HSBC hat seine Prognose für die Geldpolitik der Bank of Japan (BoJ) deutlich angepasst. Die britische Großbank rechnet nun mit zwei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte im laufenden Jahr – eine im Juni und eine weitere im Dezember. Damit würde der japanische Leitzins bis zum Jahresende auf 1,25 Prozent steigen.

Analyst Frederic Neumann legte in einer Kundenmitteilung vom Donnerstag drei Faktoren dar, die diese revidierte Einschätzung begründen. Die Analyse ist für Anleger besonders relevant, da die Zinspolitik der BoJ erhebliche Auswirkungen auf den Yen und damit auf globale Währungs- und Kapitalmärkte hat.

Zusammensetzung des geldpolitischen Rates entscheidend

Der erste Faktor betrifft die personelle Zusammensetzung des BoJ-Rates. Die Amtszeit von Ratsmitglied Junko Nakagawa endet am 29. Juni – die Sitzung am 16. Juni wäre damit ihre letzte. Nakagawa gehört zu den drei sogenannten „Abweichlern", die bei der jüngsten Sitzung bereits für eine Zinserhöhung gestimmt hatten. HSBC stuft ihre voraussichtliche Nachfolgerin, Ayano Sato, als eher „dovish" – also zinssenkungsfreundlich – ein.

Gleichzeitig schlugen mehrere andere Ratsmitglieder zuletzt deutlich hawkishe Töne an. Kazuyuki Masu erklärte: „Wenn die Daten keine klaren Anzeichen für einen wirtschaftlichen Abschwung liefern, halte ich es für wünschenswert, die Zinsen zum frühestmöglichen Zeitpunkt anzuheben." Sollten sich drei falkenhaft eingestellte Mitglieder den drei bisherigen Abweichlern anschließen, wäre laut HSBC eine 6:3-Mehrheit für eine Zinserhöhung gesichert.

Inflation über dem BoJ-Zielwert

Der zweite Faktor ist die anhaltend hohe Inflation in Japan. Die Kerninflation – gemessen am Verbraucherpreisindex ohne institutionelle Sonderfaktoren – stieg zuletzt im Jahresvergleich auf 2,8 Prozent. Damit liegt sie deutlich über dem Zielwert der Bank of Japan von 2,0 Prozent. Das Wirtschaftswachstum wird laut HSBC weiterhin durch Exporte im Bereich der künstlichen Intelligenz sowie durch fiskalische Puffer für private Haushalte gestützt.

Als dritten Faktor nennt HSBC das Risiko einer erneuten Yen-Schwäche. Ein zu langes Festhalten an den aktuellen Niedrigzinsen könnte den Yen unter Druck setzen. Ein geringeres Zinsgefälle zu anderen G10-Volkswirtschaften solle „zumindest dazu beitragen, den Yen zu stabilisieren", so die Einschätzung der Bank.

OIS-Märkte bestätigen HSBC-Prognose

Die Einschätzung von HSBC deckt sich mit den aktuellen Markterwartungen. Die OIS-Märkte – ein wichtiger Indikator für Zinserwartungen – preisen derzeit ebenfalls fast zwei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte für das laufende Jahr ein. Diese Übereinstimmung zwischen Analystenprognose und Marktpreisbildung verleiht der HSBC-Einschätzung zusätzliches Gewicht.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in Japan aus mehreren Gründen relevant: Ein stärkerer Yen beeinflusst die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Exporteure, in die viele europäische Fonds investiert sind. Zudem könnten steigende japanische Zinsen globale Kapitalströme umlenken, da der sogenannte „Yen Carry Trade" – das Aufnehmen günstiger Yen-Kredite zur Anlage in höher verzinsten Währungen – an Attraktivität verlieren würde.

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