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Hornbach überzeugt im ersten Halbjahr mit sechs Prozent Umsatzplus

Der Baumarktkonzern steigert Umsatz und bereinigten Ebit und will sechs insolvente Hellweg-Standorte übernehmen.

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Hornbach überzeugt im ersten Halbjahr mit sechs Prozent Umsatzplus

Die Hornbach-Gruppe hat das erste Halbjahr des Bilanzjahres 2026/27 mit deutlichem Wachstum abgeschlossen. Der Baumarktkonzern erzielte einen Umsatz von 3,8 Mrd. Euro und damit ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch beim Ergebnis ging es aufwärts: Der bereinigte operative Gewinn (Ebit) stieg auf 285,6 Mio. Euro, ein Zuwachs von knapp fünf Prozent.

Damit trotzt Hornbach einem Umfeld, das für viele Wettbewerber schwierig bleibt. Impulse kamen vor allem von saisonalen Produkten – genannt werden Klimageräte, Beschattungslösungen und Bewässerungssysteme. Hinzu kamen Marktanteilsgewinne in Deutschland und in anderen europäischen Ländern.

Der Vorstand zeigt sich entsprechend optimistisch und setzt auf Expansion. Ein zentraler Baustein ist die Übernahme von sechs Standorten des insolventen Rivalen Hellweg in Deutschland. Diese Flächen sollen im Frühjahr 2027 als Hornbach-Märkte neu eröffnet werden.

Die Details

Bereits die nackten Zahlen unterstreichen die Dynamik des ersten Halbjahres. Der Umsatz von 3,8 Mrd. Euro liegt um sechs Prozent über dem Vorjahreswert. Der bereinigte Ebit von 285,6 Mio. Euro übertrifft das Vorjahr um knapp fünf Prozent. Für Anleger ist der bereinigte Ebit die zentrale Kennzahl, weil er Sondereffekte ausklammert und damit einen klareren Blick auf das operative Geschäft erlaubt.

Die Nachfrage nach saisonalen Produkten erwies sich als wichtiger Treiber. Klimageräte, Beschattung und Bewässerung profitierten offenbar von der Witterung und dem Trend zum eigenen Garten und zur eigenen Wohnung. Gleichzeitig gewann Hornbach nach eigenen Angaben Marktanteile – in Deutschland und in weiteren europäischen Ländern.

Der Baumarktchef Erich Harsch nennt die aus seiner Sicht entscheidenden Faktoren: "Insbesondere unsere verlässliche Preispolitik, unser Sortiment sowie unsere digitalen Angebote sind wesentliche Erfolgsfaktoren." Das Zitat deutet darauf hin, dass Hornbach den Wettbewerb nicht allein über den Preis, sondern über Sortiment und digitale Kanäle für sich entscheiden will.

Beim Wachstum setzt der Konzern auf mehrere Standbeine. Neben der geplanten Übernahme der sechs Hellweg-Standorte in Deutschland wurden bereits neue Märkte in der Slowakei und in Österreich eröffnet. Darüber hinaus ist ein weiterer Fachmarkt für Bodenbeläge in den Niederlanden geplant. Damit verfolgt Hornbach eine Expansion, die sich über mehrere europäische Länder erstreckt und unterschiedliche Marktsegmente abdeckt.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 17.06.2026 berichtete aktien.news, dass die Dortmunder Baumarktkette Hellweg Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt hat. Das Amtsgericht Essen gab dem Antrag statt; für Kunden blieb zunächst alles beim Alten, alle Filialen und der Online-Shop blieben in Betrieb. Damals war von bundesweit 68 Märkten und rund 2.900 Mitarbeitern die Rede, mit Schwerpunkten im Rhein-Ruhr-Gebiet und in Berlin.

Ebenfalls am 17.06.2026 berichtete aktien.news über die Insolvenz von Hellweg und den BayWa Bau- und Gartenmärkten. Beide Unternehmen beantragten ein Verfahren in Eigenverwaltung, insgesamt waren mehr als 4.000 Beschäftigte betroffen. Als Gründe nannten die Geschäftsführungen gestiegene Einkaufspreise, anhaltende Konsumzurückhaltung, höhere Mieten sowie weitere inflationsbedingte Kostensteigerungen.

Der breitere Marktkontext war schon länger angespannt. Bereits am 25.03.2026 berichtete aktien.news, dass der Baustoffkonzern Wienerberger mit einem Umsatz von 4,6 Milliarden Euro der anhaltenden Schwäche an den europäischen Baumärkten trotzte. Vor diesem Hintergrund ist das Wachstum von Hornbach bemerkenswert: Während andere Akteure mit Insolvenzen und Kostenproblemen kämpfen, legt der Konzern beim Umsatz und beim bereinigten operativen Ergebnis zu.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger sind mehrere Punkte interessant. Erstens zeigt das Umsatzplus von sechs Prozent, dass Hornbach trotz eines schwierigen Marktumfelds wachsen kann. Zweitens signalisiert der gestiegene bereinigte Ebit, dass das Wachstum nicht auf Kosten der Profitabilität geht – eine wichtige Unterscheidung, denn reines Umsatzwachstum allein sagt wenig über die Ertragskraft aus.

Drittens ist die Übernahme der sechs Hellweg-Standorte ein doppeltes Signal. Sie zeigt, dass Hornbach die Konsolidierung im deutschen Baumarkt nutzen will, um Flächen zu übernehmen, die ein insolventer Wettbewerber aufgibt. Solche Gelegenheiten sind selten und können das Wachstum beschleunigen. Zugleich sind Übernahmen und Neueröffnungen mit Aufwand verbunden und binden Kapital.

Viertens dürften Anleger die bestätigte Prognose genau verfolgen. Wichtig ist, dass es sich um eine Bestätigung handelt – der Konzern hält an seiner Erwartung fest, anstatt sie anzupassen. Diese Planbarkeit ist für die Einschätzung des Unternehmens von Bedeutung. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Ausblick

Für das Gesamtjahr rechnet Hornbach weiterhin mit einem Umsatz leicht über dem Vorjahr und einem bereinigten Ebit etwa auf Vorjahresniveau. Diese Prognose wurde trotz geopolitischer Unsicherheiten bestätigt. Das bedeutet: Der Konzern erwartet keine deutliche Steigerung beim operativen Ergebnis, sondern ein stabiles Niveau.

Konkret stehen mehrere Termine und Projekte auf der Agenda. Die neuen Märkte in der Slowakei und in Österreich sind bereits eröffnet. In den Niederlanden ist ein weiterer Fachmarkt für Bodenbeläge geplant. Die sechs übernommenen Hellweg-Standorte in Deutschland sollen im Frühjahr 2027 als Hornbach-Märkte neu eröffnet werden. Anleger werden an diesen Meilensteinen ablesen können, ob die Expansionsstrategie des Vorstands aufgeht.

Kurz erklärt

  • Bereinigter Ebit: Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern, der das operative Ergebnis vergleichbar macht.
  • Eigenverwaltung: Ein Insolvenzverfahren, bei dem das Unternehmen unter eigener Führung saniert wird, statt von einem externen Verwalter geführt zu werden.
  • Marktanteil: Der Anteil eines Unternehmens am gesamten Umsatz eines Marktes; steigende Marktanteile bedeuten Wachstum schneller als der Wettbewerb.
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