Calamos-Manager setzt auf Small Caps: Zwei Aktien für 2027
Brandon Nelson von Calamos Investments nennt zwei schnell wachsende Unternehmen, die Finanzdienstleistungen über das Smartphone anbieten.

Der Portfolio-Manager Brandon Nelson von Calamos Investments blickt optimistisch auf das kommende Börsenjahr. In seiner Empfehlung des Tages nennt er zwei schnell wachsende Unternehmen, die Finanzdienstleistungen über das Smartphone anbieten. Nach Einschätzung des Geldmanagers sehen Anleger im kommenden Jahr eine hervorragende Ausgangslage für Small-Cap-Aktien.
Der Bericht stammt von MarketWatch und wurde am 29. September 2026 veröffentlicht. Nelson verantwortet bei Calamos Investments ein Portfolio und zählt damit zu den Marktbeobachtern, die dem Segment der kleineren Unternehmen schon seit geraumer Zeit besondere Aufmerksamkeit widmen. Seine Einschätzung fällt in eine Phase, in der sich die Rahmenbedingungen an den Aktienmärkten spürbar verändert haben.
Trotz der Turbulenzen und steigender Zinsen zeigt das Jahr 2026 nach Einschätzung des Managers die Kraft des Gewinnwachstums auf einem soliden Aktienmarkt. Diese Kombination aus robusten Unternehmensgewinnen und einem insgesamt stabilen Marktumfeld bildet den Hintergrund für seine Empfehlung. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf mobilen Finanzdienstleistungen basiert.
Die Details
Die Empfehlung von Brandon Nelson umfasst zwei namentlich nicht näher bezeichnete Unternehmen, die Finanzdienstleistungen über das Smartphone anbieten. Beide gelten in der Darstellung als schnell wachsende Gesellschaften. Der Portfolio-Manager von Calamos Investments ordnet sie dem Umfeld der Small Caps zu, also dem Segment der kleineren börsennotierten Unternehmen.
Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist bemerkenswert: Der Bericht erschien am 29. September 2026, also im letzten Quartal des Börsenjahres. Nelson blickt damit bereits auf das kommende Jahr 2027 voraus. Seine zentrale Aussage lautet, dass Anleger im kommenden Jahr eine hervorragende Ausgangslage für Small-Cap-Aktien sehen.
Als Begründung führt der Manager zwei Beobachtungen an. Zum einen verweist er auf die Turbulenzen, die das Börsenjahr 2026 geprägt haben. Zum anderen nennt er die steigenden Zinsen als belastenden Faktor. Trotz dieser Widrigkeiten habe sich die Kraft des Gewinnwachstums auf einem soliden Aktienmarkt gezeigt. Genau diese Mischung aus widerstandsfähigen Erträgen und einem stabilen Marktumfeld wertet Nelson als gutes Vorzeichen für das kommende Jahr.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die Einschätzung des Calamos-Managers steht nicht isoliert. Bereits am 10.07.2026 berichtete aktien.news, dass Nebenwerte das Börsenjahr 2026 dominieren und die großen US-Indizes weit hinter sich lassen. Der Russell 2000, die wichtigste Benchmark für Small-Cap-Aktien, erzielte bis zum Handelsschluss am Mittwoch ein Plus von 19,1 Prozent seit Jahresbeginn. Damit verdoppelte der Index in etwa die Performance des breiten Marktes. Der S&P 500 legte im gleichen Zeitraum lediglich um 9,3 Prozent zu, während der technologielastige Nasdaq Composite ein Plus von 11,3 Prozent verzeichnete. Auch der S&P Small Cap 600 Index schloss sich dem starken Trend an und stieg um mehr als 19 Prozent.
Schon früher im Jahr zeichnete sich diese Entwicklung ab. Bereits am 27.01.2026 berichtete aktien.news, dass der Russell 2000 den Large-Cap-Index S&P 500 14 Handelstage in Folge geschlagen hatte. Eine solche Serie war seit Jahrzehnten nicht mehr beobachtet worden und deutete auf eine mögliche fundamentale Verschiebung der Marktdynamik hin. Der S&P 600 Small-Cap-Index notierte auf Basis der erwarteten Gewinne mit einem Abschlag von rund 25 Prozent gegenüber seinem Large-Cap-Pendant, dem S&P 500. Der Bewertungsunterschied zu den großen Technologiewerten fiel noch deutlicher aus.
Auch das Segment der kleinsten Werte geriet in den Fokus. Bereits am 30.04.2026 berichtete aktien.news, dass Micro-Cap-Aktien aufholen und den S&P 500 deutlich übertreffen. Micro-Cap-Aktien bezeichnen Unternehmen mit einer besonders geringen Marktkapitalisierung, in der Regel mit einem Börsenwert von unter 300 Millionen US-Dollar. Diese Werte gelten als spekulativer als Large-Cap-Aktien, bieten aber in bestimmten Marktphasen überdurchschnittliche Renditechancen.
Ein weiterer Erklärungsansatz kam bereits am 20.02.2026 hinzu. Damals berichtete aktien.news, dass Anleger, die sich um das Disruptionspotenzial Künstlicher Intelligenz sorgen, Nebenwerte neu entdecken. Viele kleine Unternehmen sind hochspezialisiert und damit weniger anfällig für KI-getriebene Verdrängung. Gleichzeitig sorgte ein gesunkenes Zinsniveau für Rückenwind. Jahrelang hatten Small Caps gegen Gegenwind gekämpft, weil hohe Zinsen die klassischerweise fremdkapitalintensiven Unternehmen besonders stark belasteten und Investoren das Segment mieden.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Einschätzung von Brandon Nelson vor allem als Einordnung des Marktumfelds relevant. Small Caps sind in vielen Depots unterrepräsentiert, obwohl sie historisch in bestimmten Phasen überdurchschnittliche Chancen bieten. Der Blick auf die Zahlen des laufenden Jahres zeigt, dass sich die relative Stärke der Nebenwerte in mehreren Indizes niedergeschlagen hat.
Zugleich bleibt das Segment anfälliger für Schwankungen. Die steigenden Zinsen, die Nelson als Belastungsfaktor nennt, treffen kleinere Unternehmen wegen ihrer typischerweise höheren Fremdkapitalabhängigkeit stärker als große Konzerne. Wer in Small Caps investiert, sollte daher eine längere Anlagedauer und eine breitere Streuung einplanen. Die beiden von Nelson genannten Unternehmen aus dem Bereich der mobilen Finanzdienstleistungen stehen exemplarisch für das Wachstumsprofil, das der Manager im Blick hat.
Wichtig ist die Einordnung: Die Aussagen von Nelson sind seine persönliche Einschätzung als Portfolio-Manager und stellen keine allgemeingültige Prognose dar. Der Verweis auf eine "hervorragende Ausgangslage" beschreibt eine Erwartung, keine Garantie. Anleger sollten eigene Recherchen anstellen und die individuelle Risikotragfähigkeit berücksichtigen.
Ausblick
Der zentrale Zeithorizont der Empfehlung ist das kommende Jahr. Nelson erwartet für 2027 eine günstige Ausgangslage für Small-Cap-Aktien. Diese Erwartung stützt sich auf die Kombination aus Gewinnwachstum und einem soliden Aktienmarkt, die sich nach seiner Darstellung trotz Turbulenzen und steigender Zinsen im Jahr 2026 gezeigt hat.
Konkrete Termine, Kursziele oder Unternehmenszahlen nennt der Bericht nicht. Die beiden empfohlenen Unternehmen werden nicht namentlich aufgeführt. Für Anleger bleibt damit vor allem die übergeordnete Botschaft: Der Manager von Calamos Investments sieht das Segment der kleineren Werte für das kommende Jahr positiv. Ob sich diese Erwartung bestätigt, wird sich erst im Verlauf des Jahres 2027 zeigen.
Kurz erklärt
- Small Caps: Kleinere börsennotierte Unternehmen mit vergleichsweise geringer Marktkapitalisierung, die als chancenreich, aber schwankungsanfälliger gelten.
- Portfolio-Manager: Ein Profi, der das Geld eines Fonds oder Depots anlegt und die Zusammensetzung der Positionen verantwortet.
- Gewinnwachstum: Der Anstieg des Gewinns eines Unternehmens im Zeitverlauf, der als wichtiger Treiber für den Aktienkurs gilt.
