Hassett kritisiert Fed-Studie zu Zöllen und fordert Konsequenzen
Weißes Haus wirft New Yorker Notenbank-Forschern methodische Mängel bei Zoll-Analyse vor

Kevin Hassett, Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, hat die Autoren einer aktuellen Studie der New York Federal Reserve scharf angegriffen. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass US-Unternehmen und Verbraucher den Großteil der Zollbelastung tragen. Hassett forderte in einem CNBC-Interview am Mittwoch Disziplinarmaßnahmen gegen die Forscher.
Der Direktor des National Economic Council bezeichnete die Arbeit als "schlechteste, die ich je gesehen habe". Er wirft den Zentralbank-Forschern vor, wesentliche Aspekte der Zollwirkung ignoriert zu haben. Statt sich nur auf Preise zu konzentrieren, hätten die Autoren auch positive Effekte auf Löhne und Sozialleistungen durch Produktionsverlagerungen ins Inland berücksichtigen müssen.
Die am 12. Februar veröffentlichte Studie untersuchte, ob Exportländer ihre Preise senkten und somit die Zölle selbst trugen, oder ob sie die Mehrkosten an amerikanische Abnehmer weitergaben. Das Ergebnis: Rund 90 Prozent der Zollkosten wurden an Verbraucher und Unternehmen weitergereicht. Die Forscher stellten allerdings fest, dass dieser Effekt im Jahresverlauf leicht nachließ.
Hassett widerspricht Studienergebnissen
Hassett bestreitet die Schlussfolgerungen der Fed-Ökonomen vehement. Er behauptet, die Zölle hätten kaum Auswirkungen auf die Preise und seien stattdessen für einen höheren Lebensstandard verantwortlich. Diese Einschätzung steht im Widerspruch zu den offiziellen Inflationsdaten.
Der Verbraucherpreisindex stieg im Januar um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das liegt fast zwei Prozentpunkte über dem Wert vom April 2025, als Präsident Donald Trump die Zölle erstmals ankündigte. Die Kernrate der Inflation, die volatile Nahrungsmittel- und Energiepreise ausschließt, kletterte um 2,5 Prozent – der geringste jährliche Zuwachs seit März 2021.
Preisdaten zeigen gemischtes Bild
Die Importpreise blieben laut Bureau of Labor Statistics im Dezember im Jahresvergleich unverändert, während die Exportpreise um 3,1 Prozent zulegten. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass ausländische Lieferanten ihre Preise nicht substanziell gesenkt haben, um die Zollbelastung zu kompensieren.
Ein Sprecher der New York Fed lehnte eine Stellungnahme zu Hassetts Kritik ab. Die Kontroverse wirft ein Schlaglicht auf die politische Brisanz wirtschaftswissenschaftlicher Forschung zur Handelspolitik der Trump-Administration. Die Frage, wer letztlich die Kosten von Zöllen trägt, bleibt damit im Zentrum der wirtschaftspolitischen Debatte in den USA.
