Haranga Resources: 32 Meter mit 10,41 g/t Gold bei Lincoln
Erstes Bohrloch der Phase 2 liefert 32 Meter mit 10,41 g/t Gold – Aktie steigt um mehr als 30 Prozent.

Haranga Resources hat sein Phase-2-Untertagebohrprogramm am Lincoln-Goldprojekt im Mother-Lode-Gürtel in Kalifornien mit einem starken Ergebnis eröffnet. Im ersten Bohrloch, DDH0294, wurden in einer Tiefe von 143 Metern unter Tage über eine Länge von 32 Metern Gehalte von 10,41 Gramm Gold pro Tonne erzielt. Das teilte das Unternehmen nach Angaben der Quelle MiningIR mit.
Das Intervall enthielt dreizehn ein Meter lange Proben mit Gehalten von über 10 g/t Gold. Der Spitzenwert lag bei 51,4 g/t über einen Meter ab 152 Metern Tiefe. Haranga gab die Bohrung ausdrücklich als Aufwärtslänge und nicht als wahre Mächtigkeit an; diese ist noch zu bestimmen. Für Anleger ist dieser Hinweis wichtig, weil Aufwärtslängen die tatsächliche Mächtigkeit einer mineralisierten Zone in der Regel überschätzen können.
Das Bohrloch wurde vom kürzlich wiederhergestellten Untertage-Förderniveau XC11 aus in eine bislang wenig erprobte Zone am südlichen Rand der bestehenden Ressource niedergebracht. Nach Angaben des Unternehmens beginnt die Mineralisierung innerhalb von zwei Lodes und möglicherweise im Verbund mit ihnen – Zonen, die zuvor als separate, dünnere mineralisierte Körper modelliert worden waren. Sollte sich diese Beobachtung durch weitere Bohrungen bestätigen, könnte das das geologische Vertrauen vor der Bergbauplanung stärken.
Die Details
Das laufende Programm umfasst 16 Bohrungen mit einer geplanten Gesamtlänge von 1.500 Metern. Es zielt auf die südliche Lincoln-Ressource sowie auf einen unterdurchschnittlich bebohrten Bereich zwischen den Zonen Lincoln und Comet ab. Die Bohrungen begannen am 17. September, nachdem die Wasserabsenkung in den Untertagebauen abgeschlossen worden war. Nach Unternehmensangaben sind bereits mehr als die Hälfte der geplanten Meter gebohrt; abgeschlossen werden soll das Programm Anfang November 2026.
Lincoln verfügt über eine Schätzung der mineralischen Ressourcen von 2,46 Millionen Tonnen bei 5,1 g/t Gold, was 402.000 Unzen enthält. 77 Prozent des enthaltenen Goldes sind der Kategorie „inferred“ (abgeleitet) zugeordnet. Das aktuelle Programm zielt darauf ab, einen ausreichenden Teil dieser abgeleiteten Bestände in den Status „indicated“ (angezeigt) zu heben, um die Bergbauplanung und eine geplante Vorstudie zu unterstützen, die zukünftige Erzreserven begründen könnte.
Geschäftsführer Patrick Mutz bezeichnete das Ergebnis als „starken Start“. Er betonte, die Priorität des Programms bestehe darin, das Vertrauensniveau der Ressourcen für die Bergbauplanung und die potenzielle Ermittlung von Erzreserven im Rahmen der geplanten Studie zu verbessern.
Das Projekt profitiert von etablierter Infrastruktur: einem wiederhergestellten Untertagezugang, einer Mühlanlage, die bis 2022 noch Gold produzierte, sowie einer bedingten Nutzungsgenehmigung zum Abbau von bis zu 1.000 US-Kurztonnen pro Tag. Nach der Bekanntgabe stiegen die Haranga-Aktien Berichten zufolge um mehr als 30 Prozent auf A$0,075.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 25.05.2026 berichtete aktien.news, dass Haranga Resources eine erste offizielle Mineralressourcenschätzung (MRE) für das Lincoln-Goldprojekt im Mother Lode Belt in Kalifornien veröffentlicht hatte. Damals hieß es, das Ergebnis übertreffe bisherige Erwartungen deutlich und positioniere das Unternehmen unter den hochgradigsten Goldprojekten seiner Klasse. Die Schätzung wies eine Gesamtressource von 2,46 Millionen Tonnen mit einem durchschnittlichen Goldgehalt von 5,1 Gramm pro Tonne aus, woraus eine enthaltene Goldmenge von 402.000 Unzen resultierte. Die erste konforme Ressourcenschätzung enthielt damit rund 40 Prozent mehr Unzen als die frühere, nicht konforme historische Schätzung für das Projekt.
Der aktuelle Bohrbericht baut also unmittelbar auf dieser Erstschätzung auf: Er soll die Zuverlässigkeit der Ressource erhöhen und die Grundlage für die nächsten Planungsschritte legen. Zum Vergleich mit der Branche berichtete aktien.news am 14.10.2026 über Scorpio Gold, die im Manhattan-District-Projekt in Nevada 2,94 g/t Gold über 36,42 Meter bei Goldwedge erzielte. Am 05.10.2026 meldete Osisko Gold 7,28 g/t Au über 16,15 Meter in der Lowhee-Zone des Cariboo-Projekts, und am 17.08.2026 berichtete aktien.news über Goldgroup Mining und ausgewählte Bohrergebnisse aus dem Don-David-Komplex in Mexiko. Diese Meldungen zeigen, dass in Nordamerika derzeit mehrere Unternehmen hochgradige Untertageergebnisse vorlegen – ein Umfeld, in dem einzelne Bohrlöcher wie jenes von Haranga besonders aufmerksam verfolgt werden.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Meldung in erster Linie ein Explorations- und Ressourcen-Update, kein Produktionsergebnis. Die zentrale Kennzahl bleibt die Ressourcenschätzung von 2,46 Millionen Tonnen bei 5,1 g/t für 402.000 Unzen – mit dem hohen Anteil von 77 Prozent in der Kategorie „inferred“. Genau dieser Anteil ist der Ansatzpunkt des laufenden Programms: Gelingt die Umwandlung in „indicated“, steigt die Planungssicherheit für einen späteren Abbau.
Zu beachten ist, dass die gemeldeten 32 Meter eine Aufwärtslänge und keine wahre Mächtigkeit darstellen. Anleger sollten daher die noch ausstehende Bestimmung der wahren Mächtigkeit sowie die restlichen Bohrergebnisse abwarten, bevor sie das Intervall endgültig einordnen. Der Kursanstieg von mehr als 30 Prozent auf A$0,075 zeigt, wie stark der Markt auf einzelne Bohrergebnisse in diesem frühen Projektstadium reagiert – was auch in die andere Richtung gelten kann. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Haranga will das Phase-2-Programm mit 16 Bohrungen und 1.500 Metern Gesamtlänge Anfang November 2026 abschließen. Die Ergebnisse sollen die Bergbauplanung und eine geplante Vorstudie unterstützen, die zukünftige Erzreserven begründen könnte. Darüber hinaus prüft das Unternehmen, ob sein Explorationsziel South Spring Hill ohne weitere Bohrungen in eine „inferred“-Ressource umgewandelt werden kann. Historische Kernproben und Pulpen befinden sich derzeit bei ALS in Reno; die Ergebnisse werden Ende 2026 erwartet.
Kurz erklärt
- Aufwärtslänge: Die im Bohrloch gemessene Länge eines mineralisierten Abschnitts entlang des Bohrpfads, die nicht mit der tatsächlichen Mächtigkeit der Zone übereinstimmen muss.
- Inferred-Ressource: Die am wenigsten sichere Kategorie einer Mineralressourcenschätzung, die auf begrenzten Daten beruht und noch nicht als Erzreserve gilt.
- Indicated-Ressource: Eine höhere Zuverlässigkeitsstufe, bei der die Geologie und die Gehalte so gut belegt sind, dass sie eine Bergbauplanung stützen kann.
- Vorstudie: Eine frühe technische Studie, die wirtschaftliche Eckdaten eines Projekts prüft und Grundlagen für spätere Erzreserven liefern kann.
