Guangzhou-Automobil-Aktie steigt nach Erwerb von FAW-Toyota-Anteil
GAC übernimmt 50 Prozent an FAW Toyota und finanziert den Deal über neue A-Aktien – die Aktie reagiert mit Kursgewinnen.

Die Aktien der Guangzhou Automobile Group (GAC) sind am Dienstag auf bis zu HK$2.69 gestiegen. Auslöser war die Ankündigung eines weitreichenden Erwerbsdeals: Der chinesische Autobauer will einen 50-prozentigen Anteil an FAW Toyota Motor Co. von der FAW Group übernehmen. Das berichtet das Finanzportal Investing.com.
Der Erwerb soll durch die Ausgabe neuer A-Aktien zu einem Preis von jeweils 5,75 RMB finanziert werden. Allerdings dämpften Befürchtungen vor einer Verwässerung durch diese Aktienausgabe die allgemeinen Kursgewinne. Anleger reagierten damit positiv auf die strategische Neuordnung, zugleich aber vorsichtig mit Blick auf die Kapitalmaßnahmen.
Das Unternehmen bezeichnet das Geschäft als große Vermögensumstrukturierung und Related-Party-Transaktion. Nach Abschluss würde der GAC Group ein 50-prozentiger Eigentumsanteil an FAW Toyota neben der Toyota Motor Corporation zustehen. Die FAW Group wiederum würde zum zweitgrößten Aktionär der GAC aufsteigen – ein bedeutender Eigentümerwechsel in der chinesischen Automobilbranche.
Positive Erwartungen an die Finanzergebnisse
Die GAC erwartet nach eigenen Angaben, dass sich die Transaktion positiv auf ihre Anlageresultate und den Nettogewinn auswirken wird. Zugleich warnte das Unternehmen, dass die genauen finanziellen Auswirkungen erst nach Abschluss der Prüfungs- und Bewertungsarbeiten quantifiziert werden können. Konkrete Gewinnzahlen nannte die Gesellschaft daher nicht.
Der Schritt wird weithin als Teil eines umfassenderen Vorhabens der chinesischen Regierung zur Konsolidierung staatlicher Automobilhersteller gesehen. Hintergrund ist der wachsende Druck durch inländische NEV-Marken (New Energy Vehicles, also Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge), die weiterhin Marktanteile traditioneller Joint Ventures abtragen. Die Zusammenlegung von Beteiligungen staatlicher Konzerne gilt in diesem Umfeld als Versuch, Kräfte zu bündeln und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den aufstrebenden E-Auto-Anbietern zu stärken.
Für deutsche Anleger ist der Vorgang vor allem aus zwei Gründen relevant. Erstens verdeutlicht er den Umbau der chinesischen Autoindustrie, in der Joint Ventures mit ausländischen Partnern – etwa auch deutsche Hersteller – zunehmend unter Druck geraten. Zweitens zeigt die Reaktion der GAC-Aktie, wie sensibel der Markt auf mögliche Verwässerungseffekte durch Aktienausgaben reagiert, selbst wenn der zugrunde liegende Deal strategisch als sinnvoll gilt.
Der breitere Markt in Hongkong gab am Dienstag indes nach. Der Hang Seng Index fiel um 1 Prozent und trübte damit das Bild für die GAC-Aktie ein, die sich gegen den allgemeinen Abwärtstrend behaupten musste.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten: GAC sichert sich mit dem geplanten Zukauf eine hälftige Beteiligung an FAW Toyota und rückt die Konsolidierung staatlicher Autobauer weiter in den Fokus. Wie stark sich der Deal tatsächlich in den Büchern niederschlägt, hängt von den noch ausstehenden Prüfungs- und Bewertungsergebnissen ab. Bis dahin dürften Anleger die weitere Entwicklung der Aktie und der angekündigten Kapitalmaßnahme genau beobachten.
