Großbritannien: Inflation 2026 laut OBR bei 2,3 Prozent erwartet
Die britische Haushaltsbehörde OBR senkt ihre Inflationsprognose für 2026 – Finanzministerin Reeves sieht positive Entwicklung.

Die britische Inflation dürfte im Jahr 2026 bei 2,3 Prozent liegen. Das geht aus aktualisierten Prognosen des Office for Budget Responsibility (OBR) hervor, die Finanzministerin Rachel Reeves vorstellte. Damit fällt die Erwartung deutlich niedriger aus als noch im November prognostiziert.
Im November hatte das OBR anlässlich des vollständigen Haushalts eine Inflation von 2,5 Prozent für das laufende Jahr vorhergesagt. Seitdem sind die tatsächlichen Inflationsdaten durchgehend niedriger ausgefallen als erwartet. Im April soll die Teuerungsrate sogar nahe an das 2-Prozent-Ziel der Bank of England heranrücken.
Prognosen für 2027 und 2028 unverändert
Für die Jahre 2027 und 2028 hält das OBR an seiner November-Prognose fest und erwartet jeweils eine Inflation von 2,0 Prozent. Das deutet auf eine mittelfristige Stabilisierung des Preisniveaus auf dem Zielniveau der britischen Notenbank hin.
Allerdings gibt es einen wichtigen Vorbehalt: Die Prognosen wurden erstellt, bevor die jüngste Eskalation des Konflikts im Nahen Osten die weltweiten Energiepreise in die Höhe trieb. Diese Entwicklung hat unter Investoren neue Sorgen über einen möglichen Wiederanstieg der Inflation ausgelöst.
Für deutsche Anleger und Beobachter ist die britische Inflationsentwicklung ein wichtiger Indikator, da sie Rückschlüsse auf die geldpolitische Richtung der Bank of England erlaubt. Steigende Energiepreise infolge geopolitischer Spannungen könnten die positiven Aussichten jedoch eintrüben und die Zinssenkungserwartungen der Märkte dämpfen.
