Goldpreis erholt sich vor Fed-Entscheid
Zinserwartungen und starke Zentralbankkäufe stabilisieren Edelmetallmärkte

Gold hat zur Wochenmitte wieder an Wert gewonnen, nachdem es am Vortag einen Rückgang von mehr als einem Prozent verzeichnet hatte. Ausschlaggebend dafür blieben die anhaltenden Erwartungen einer baldigen Zinssenkung der US-Notenbank, die an den Finanzmärkten weiterhin als wahrscheinlich eingeschätzt wird. Zur Mitte der asiatischen Handelszeit legte der Spotpreis um 0,4 % auf 4.222,22 US-Dollar je Feinunze zu. Die Dezember-Terminkontrakte auf Gold in den USA bewegten sich mit einem Plus von 0,8 % auf 4.252,90 US-Dollar ebenfalls nach oben.
Marktteilnehmer verwiesen darauf, dass zuvor Gewinnmitnahmen eingesetzt hatten, die teilweise in alternative Anlageklassen wie Kryptowährungen oder Aktien flossen. Beobachter stuften diese Umschichtungen als üblichen Vorgang ein, insbesondere vor dem Hintergrund der hohen Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung gegen Jahresende. Die impliziten Erwartungen am Terminmarkt signalisierten zuletzt eine Chance von 89 %, dass die Federal Reserve bereits in der kommenden Woche ihren Leitzins senkt.
Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten hatten zuletzt auf eine leichte Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik hingedeutet. Dies verstärkte die Überzeugung vieler Marktteilnehmer, dass beim Fed-Treffen am 9. und 10. Dezember eine Lockerung der Geldpolitik erfolgen könnte. Auch mehrere große Finanzinstitute stellten sich in ihren Prognosen auf eine zeitnahe Zinssenkung ein. Da Gold keine laufenden Erträge abwirft, gilt ein Umfeld niedriger Zinsen als unterstützend für den Preis des Edelmetalls.
Parallel dazu blickten Investoren auf weitere wichtige Wirtschaftsdaten, die im Wochenverlauf veröffentlicht werden sollten. Dazu gehörten die November-Zahlen des ADP-Arbeitsmarktberichts sowie der verschobene PCE-Preisindex für September, der als bevorzugter Inflationsindikator der Fed gilt und zum Wochenschluss erwartet wurde. Politische Aufmerksamkeit zog zudem die Ankündigung des US-Präsidenten auf sich, Anfang kommenden Jahres seinen Kandidaten für die Nachfolge des amtierenden Notenbankchefs zu benennen.
Ein deutlicher Nachfrageimpuls kam von den internationalen Zentralbanken. Nach Angaben des World Gold Council beliefen sich ihre Goldkäufe im Oktober auf 53 Tonnen. Dies entsprach einem Anstieg um 36 % gegenüber dem Vormonat und markierte den höchsten monatlichen Nettobedarf seit Jahresbeginn.
Auch am Silbermarkt setzte sich der Aufwärtstrend fort. Der Preis stieg um 0,4 % auf 58,73 US-Dollar je Feinunze, nachdem zuvor ein Rekordhoch von 58,94 US-Dollar erreicht worden war. Händler verwiesen auf physische Angebotsengpässe, unter anderem durch sinkende Lagerbestände an der COMEX sowie in China. Zudem zeigten sich Analysten überzeugt, dass die fundamentale Lage die Preisentwicklung weiter stützen könnte.
Platin notierte zuletzt 0,3 % höher bei 1.638,34 US-Dollar, während Palladium mit 1.462,27 US-Dollar unverändert blieb.
