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Goldman Sachs sperrt Anthropic-KI für Banker in Hongkong

Die US-Großbank blockiert den Zugang zu Claude für Hongkonger Mitarbeiter – inmitten wachsender Spannungen um Datensicherheit und KI.

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Goldman Sachs sperrt Anthropic-KI für Banker in Hongkong

Goldman Sachs hat den Zugang zu den KI-Modellen des US-Unternehmens Anthropic für seine Banker in Hongkong gesperrt. Das berichtet eine mit der Angelegenheit vertraute Person gegenüber Reuters. Mitarbeiter der Bank in der chinesischen Sonderverwaltungszone konnten zuvor über eine interne KI-Plattform mit Anthropics Sprachmodell „Claude" interagieren – dieser Zugang ist nun seit einigen Wochen nicht mehr verfügbar.

Der Schritt ist laut der Quelle das Ergebnis einer strengen Auslegung des Vertrags mit Anthropic. Nach einer Konsultation mit dem Unternehmen sei man zu dem Schluss gekommen, dass Mitarbeiter der Bank in Hongkong keine Produkte von Anthropic nutzen dürften. Goldman Sachs selbst lehnte eine Stellungnahme ab, Anthropic reagierte zunächst nicht auf Anfragen von Reuters. Zuerst hatte die Financial Times am Dienstag über die Sperrung berichtet.

Wichtig für den Kontext: Hongkong ist laut Unternehmensangaben derzeit nicht als Markt gelistet, in dem die API von Anthropic und Claude.ai offiziell zugänglich sind. Ein Sprecher von Anthropic erklärte gegenüber der FT, dass die Claude-Modelle in Hongkong nie offiziell „unterstützt" wurden.

Andere KI-Modelle bleiben verfügbar

Nicht alle KI-Tools sind von der Sperrung betroffen. Andere gängige Modelle wie Gemini von Google und ChatGPT von OpenAI seien auf der internen Plattform von Goldman Sachs weiterhin verfügbar, so die Quelle gegenüber Reuters. Die Einschränkung betrifft also gezielt das Anthropic-Angebot.

Erst im Februar hatte Marco Argenti, Chief Information Officer von Goldman Sachs, erklärt, dass die Bank mit Anthropic zusammenarbeite, um KI-gestützte Agenten zu entwickeln. Diese sollen eine wachsende Zahl interner Funktionen automatisieren. Die nun erfolgte Sperrung in Hongkong steht dazu in einem gewissen Spannungsverhältnis, unterstreicht aber die zunehmend differenzierte Herangehensweise globaler Banken beim Einsatz von KI-Tools.

Regulatorischer Druck und geopolitische Spannungen

Der Schritt von Goldman Sachs erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Bedenken rund um Datensicherheit und Cybersicherheit im Finanzsektor. Die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) teilte Reuters zuletzt mit, dass einige Banken zusätzliche Minderungsmaßnahmen prüfen, um auf die sich entwickelnden Cybersicherheitsbedrohungen durch fortschrittliche KI-Modelle zu reagieren. Die HKMA sowie die Hongkonger Regierung reagierten jedoch nicht sofort auf Anfragen zum konkreten Vorgehen von Goldman Sachs.

Hinzu kommt die geopolitische Dimension: Die Sperrung fällt in eine Zeit wachsender Spannungen zwischen den USA und China in den Bereichen KI-Technologie, Datensicherheit und Zugang zu fortschrittlichen Computerwerkzeugen. Während KI-Modelle wie ChatGPT und Claude auf dem chinesischen Festland verboten sind, blieb Hongkong von diesen Kontrollen bislang weitgehend ausgenommen – wobei die Nutzungsbeschränkungen von den US-Unternehmen selbst festgelegt werden.

Einige der weltweit führenden KI-Unternehmen haben zudem Bedenken geäußert, dass ihre Modelle von chinesischen Konkurrenten zu Trainingszwecken genutzt werden könnten. OpenAI schränkte bereits 2024 den Datenverkehr aus China zu seiner Programmierschnittstelle (API) ein. Reuters konnte nicht bestätigen, ob auch andere Banken oder Unternehmen den Zugang zu Anthropic-Produkten in Hongkong eingeschränkt haben.

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