Gold und Silber: Strategien für volatile Märkte im Edelmetall-Portfolio
Fondsmanager Naylor-Leyland analysiert Marktdynamik und setzt auf physische Bestände plus Minenaktien.

Die Edelmetallmärkte bleiben auch nach einem turbulenten Jahr von spekulativen Kräften geprägt. Ned Naylor-Leyland, Fondsmanager des Jupiter Gold & Silver Fund, gibt in einem aktuellen Interview Einblicke in die Marktdynamik und erläutert seine Anlagestrategie für Gold und Silber in einem von Volatilität geprägten Umfeld.
Trotz der anhaltenden Popularität von Gold- und Silberfonds betont Naylor-Leyland, dass die Preisentwicklung derzeit primär durch spekulative Akteure wie Hedgefonds und CTAs (Commodity Trading Advisers) sowie durch Fremdkapitalhebel (Leverage) getrieben wird. Die breite Masse der langfristig orientierten Anleger hat sich bisher weitgehend zurückgehalten.
Die Strategie des Jupiter Gold & Silver Fund
Die Anlagestrategie des Jupiter-Fonds unterscheidet sich laut Naylor-Leyland deutlich von klassischen Benchmarks. Das Portfolio besteht zu etwa 50 Prozent aus physischen Edelmetallen und zu 50 Prozent aus Minenaktien. Derzeit liegt der physische Anteil bei rund 17 Prozent, mit einer leichten Übergewichtung von Silber gegenüber Gold.
Während physisches Gold und Silber als „Desinvestition“ fungieren – also als Absicherung gegen die Entwertung von Währungen –, bieten Minenaktien eine aktive Möglichkeit, von steigenden Margen und der Profitabilität der Unternehmen zu profitieren. Naylor-Leyland betont, dass die physischen Bestände als Anker dienen, die es erlauben, bei den Minenaktien gezieltere und risikoreichere Positionen einzugehen.
Realzinsen und falsche Narrative
Ein zentraler Faktor für die Preisentwicklung von Edelmetallen sind laut Naylor-Leyland die US-Realzinsen. Er warnt vor falschen Narrativen, etwa der Annahme, dass Zentralbankkäufe den Preis maßgeblich steuern würden. Physisches Gold mache nur etwa drei Prozent des täglichen Handelsvolumens aus.
Die Volatilität der Minenaktien betrachtet der Fondsmanager als notwendiges Instrument, um Beta zu generieren – sofern das Positions-Sizing korrekt gewählt ist. Aufgrund der hohen Komplexität der Branche konzentriert sich der Fonds geografisch ausschließlich auf Nord- und Südamerika sowie Australien, um regulatorische Risiken und operative Unwägbarkeiten zu minimieren.
Silber: Mehr als nur ein Edelmetall
Besonders das Potenzial von Silber hebt Naylor-Leyland hervor. Silber sei nicht nur ein monetäres Instrument, sondern ein unverzichtbarer Rohstoff für die moderne Industrie, insbesondere in den Bereichen Technologie, grüne Energie und Militär. Aufgrund der knappen Lagerbestände und der steigenden Nachfrage – etwa durch den Schmuckmarkt in Indien – sieht er das Potenzial für einen „Short Squeeze“ oder Lieferengpässe.
Langfristig könnte sich Silber von der reinen Korrelation zu Gold lösen und eine eigenständigere Dynamik entwickeln. Dies wäre eine bedeutende Verschiebung für den Silbermarkt, der historisch stark von der Goldpreisentwicklung abhängig war.
Ausblick: Volatilität und Chancen
Für die Zukunft erwartet Naylor-Leyland eine anhaltende oder gar steigende Volatilität, da strukturelle Risiken im Markt noch nicht eingepreist seien. Ein Einstieg der breiten Anlegerschicht in den Edelmetallmarkt könnte durch eine Rotation aus dem überbewerteten Technologiesektor ausgelöst werden, falls dort die Performance nachlässt und der Markt beginnt, Zinssenkungen einzupreisen.
Der Fonds nutzt die aktuelle Phase hoher Cashflows bei den Minenbetreibern, um verstärkt in Explorationsprojekte zu investieren, die bei den derzeit hohen Metallpreisen wirtschaftlich attraktiv werden. Naylor-Leyland unterstreicht abschließend seine eigene Überzeugung durch ein persönliches Investment in den Fonds – er hat also selbst „Skin in the Game“.
", <|DSML|parameter name="summary" string="true">Der Jupiter Gold & Silver Fund setzt auf eine Mischung aus physischen Edelmetallen und Minenaktien. Fondsmanager Naylor-Leyland sieht Silber aufgrund industrieller Nachfrage und knapper Lagerbestände mit besonderem Potenzial.