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Globale Zinswende bedroht Anleihen stärker als die US-Fed

Nicht nur die Fed, sondern weltweite Zinserhöhungen setzen den Anleihemärkten zu – mit wachsenden Turbulenzen für Investoren.

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Globale Zinswende bedroht Anleihen stärker als die US-Fed

Während Anleger weltweit gespannt auf die nächsten Schritte der US-Notenbank Federal Reserve warten, wächst eine oft übersehene Gefahr für den Anleihemarkt: die geldpolitische Straffung in anderen großen Volkswirtschaften. Die Markterwartungen für Zinserhöhungen außerhalb der USA nehmen deutlich zu – und sorgen bereits jetzt für Turbulenzen an den globalen Rentenmärkten.

Händler rechnen damit, dass die Kreditkosten in Japan, Kanada, Großbritannien und der Eurozone im kommenden Jahr schneller steigen werden als in den Vereinigten Staaten. Damit rückt die Fed als alleiniger Treiber der Zinsdynamik in den Hintergrund. Für Anleiheinhaber bedeutet das: Die Risiken kommen von mehreren Seiten gleichzeitig.

Zwei Drittel der Swap-Märkte preisen Zinserhöhungen ein

Von den 32 Swap-Märkten, die Bloomberg beobachtet, preisen bereits zwei Drittel weitere Zinserhöhungen ein. Das ist ein deutliches Signal dafür, wie breit die geldpolitische Straffung inzwischen aufgestellt ist. Besonders auffällig ist dabei Südkorea, das mit Zinserhöhungserwartungen von mehr als 100 Basispunkten die Spitze der globalen Rangliste anführt.

Swap-Märkte gelten als verlässlicher Frühindikator für die Erwartungen der Marktteilnehmer an künftige Leitzinsentscheidungen. Wenn zwei Drittel dieser Märkte gleichzeitig steigende Zinsen einpreisen, ist das ein ungewöhnlich breites Signal – und ein Warnsignal für Anleihebesitzer weltweit.

Was steigende Zinsen für Anleihen bedeuten

Für Privatanleger ist der Zusammenhang entscheidend: Steigende Zinsen bedeuten fallende Anleihekurse. Wer festverzinsliche Wertpapiere im Portfolio hält, sieht deren Marktwert sinken, wenn die Renditen am Markt zulegen. Dieser Mechanismus gilt unabhängig davon, ob die Zinserhöhungen in Washington, Frankfurt, London oder Tokio beschlossen werden.

Die gleichzeitige Straffung in mehreren großen Währungsräumen verstärkt diesen Effekt erheblich. Anleger, die ihr Anleiheportfolio international diversifiziert haben, finden damit kaum noch sichere Häfen – denn die Zinserhöhungswelle erfasst inzwischen einen Großteil der entwickelten Welt.

Die Debatte unter Investoren konzentrierte sich lange Zeit fast ausschließlich auf die Frage, wann und wie stark die Fed die Zinsen anhebt. Die aktuellen Marktdaten zeigen jedoch, dass diese Fokussierung zu eng ist. Die globale Dimension der Zinswende ist für Anleiheanleger möglicherweise die größere Herausforderung – und sie wird in der öffentlichen Diskussion bislang unterschätzt.

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