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Getreide-Futures fallen nach gemeldetem US-Iran-Abkommen deutlich

Ein vorläufiges Abkommen zwischen den USA und dem Iran drückt Weizen-, Mais- und Soja-Futures an der CBOT kräftig ins Minus.

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Getreide-Futures fallen nach gemeldetem US-Iran-Abkommen deutlich

Die Weizen-Futures an der Chicago Board of Trade (CBOT) gaben am Montag deutlich nach. Auslöser war die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump und dem stellvertretenden iranischen Außenminister über ein vorläufiges Abkommen zur Beendigung des Krieges und zur Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus. Der Juli-Kontrakt für Soft Red Winter Wheat verlor 12-1/2 Cent und notierte zuletzt bei 5,72 US-Dollar pro Scheffel.

Auch die anderen Weizensorten standen unter Druck. Kansas City Hard Red Winter Wheat für Juli fiel um 12-1/4 Cent auf 6,22-1/4 US-Dollar pro Scheffel. Minneapolis Spring Wheat für Juli gab um 8-1/4 Cent auf 6,10 US-Dollar pro Scheffel nach.

Straße von Hormus im Fokus

Die halboffizielle iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete, dass der Abkommensentwurf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus innerhalb von 30 Tagen unter iranischer Leitung vorsieht. Die USA und der Iran wollen demnach am Freitag in der Schweiz eine Absichtserklärung unterzeichnen. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und für den globalen Energiehandel von zentraler Bedeutung.

Die diplomatischen Nachrichten drückten die Ölpreise spürbar nach unten. Das belastete in der Folge auch Agrarrohstoffe, da Mais und Sojabohnen zunehmend in der Biokraftstoffproduktion eingesetzt werden und damit eng mit der Energiepreisentwicklung verknüpft sind.

Mais auf Neun-Monats-Tief, Soja ebenfalls schwächer

Die Mais-Futures erreichten infolge der diplomatischen Entwicklungen Neun-Monats-Tiefs. Der Juli-Mais an der CBOT handelte zuletzt 6 Cent niedriger bei 4,06-3/4 US-Dollar pro Scheffel. Für Anleger und Marktteilnehmer ist das ein deutliches Signal, wie stark geopolitische Ereignisse die Agrarrohstoffmärkte beeinflussen können.

Die Sojabohnen-Futures gaben ebenfalls nach, belastet durch die Schwäche der Rohölpreise. Zusätzlich wird regnerisches Wetter im Mittleren Westen der USA erwartet, das das Wachstum der Sojabohnen begünstigen dürfte und damit das Angebotsbild verbessert. Juli-Sojabohnen an der CBOT lagen zuletzt 10-3/4 Cent im Minus bei 11,02-3/4 US-Dollar pro Scheffel.

Europäische und nordafrikanische Marktlage

Abseits der geopolitischen Schlagzeilen lieferten auch Daten aus Europa und Nordafrika Impulse für den Getreidemarkt. Die Zustandsbewertungen für französischen Weichweizen zeigten, dass sich bis zum 8. Juni 77 Prozent der Bestände in gutem oder ausgezeichnetem Zustand befanden. Das ist eine leichte Verbesserung gegenüber 76 Prozent in der Vorwoche und deutlich besser als die 70 Prozent im Vorjahr, wie die französische Agrarbehörde FranceAgriMer am Freitag mitteilte.

In Marokko hingegen kämpft der Getreidemarkt trotz einer reichlichen Ernte mit strukturellen Problemen. Die Bemühungen des Landes, die Importabhängigkeit zu verringern und den Verkauf von heimischem Weizen zu priorisieren, stoßen laut den Leitern der nationalen Verbände der Müller und Getreidehändler auf Hindernisse. Als Hauptgründe werden eine mangelnde Proteinqualität des heimischen Weizens sowie Ernteverzögerungen genannt.

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