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Gamestop-Aktie trotzt enttäuschenden Quartalszahlen

Spekulanten treiben Kurs mit Call-Optionen - Die Macht der Online-Foren

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Gamestop-Aktie trotzt enttäuschenden Quartalszahlen

Trotz enttäuschender Quartalszahlen konnte die Aktie des US-Videospielehändlers Gamestop am Donnerstag einen erstaunlichen Aufschwung verzeichnen. Nach einem anfänglichen Rückgang von fast neun Prozent zu Beginn des Handelstags, drehte die Aktie schließlich ins Positive. Dieses unerwartete Verhalten der Aktie steht im Gegensatz zu den Geschäftszahlen des Unternehmens für das dritte Quartal, die die Erwartungen aufgrund starker Konkurrenz und nachlassender Nachfrage nicht erfüllten.

Der Umsatz von Gamestop blieb mit 1,08 Milliarden Dollar deutlich unter den Schätzungen der Analysten, die im Vorfeld 1,18 Milliarden Dollar prognostiziert hatten. Ebenso vermeldete das Unternehmen einen Gewinnrückgang von knapp 24 Prozent auf 296,5 Millionen Dollar. John Oh, Analyst bei Third Bridge, äußerte sich dazu: "Obwohl schwache Umsätze im dritten Quartal erwartet wurden, bleibt der Kampf von Gamestop um Marktanteile gegenüber Massenhändlern und E-Commerce-Giganten wie Amazon eine große Herausforderung."

Dennoch gab es auch positive Aspekte in den Quartalszahlen, wie von den Analysten von Jefferies festgestellt wurde. Die Umsatzkosten und anderen Ausgaben des Unternehmens waren rückläufig, was als Lichtblick inmitten der Enttäuschung angesehen wurde.

Die überraschende Kehrtwende der Gamestop-Aktie kann jedoch nicht allein auf die Quartalszahlen zurückgeführt werden. Spekulanten spielten hierbei eine entscheidende Rolle, indem sie in großem Umfang Call-Optionen erwarben. Call-Optionen ermöglichen es dem Käufer, eine Aktie zu einem zuvor festgelegten Preis zu erwerben und sind somit Wetten auf steigende Kurse.

Es wurden bereits mehr als 130.000 solcher Call-Optionen für Gamestop-Aktien bis zum US-Mittag gehandelt, wie Daten des Clearinghauses OCC zeigten. Interessanterweise erreichte das Handelsvolumen mit Optionen für Gamestop-Aktien bis zu diesem Zeitpunkt höhere Werte als bei zehn anderen US-Aktien, obwohl Gamestop mit einer Marktkapitalisierung von 4,5 Milliarden Dollar als vergleichsweise kleines Unternehmen gilt.

Die Strategie, viele Call-Optionen gleichzeitig zu kaufen, kann den Kurs der zugrunde liegenden Aktie in die Höhe treiben. Diese Optionen werden von Investmentbanken, den sogenannten Stillhaltern, ausgegeben, die sich gegen steigende Kurse absichern, falls die Optionen ausgeübt werden. Wenn die Wahrscheinlichkeit für die Ausübung steigt, kaufen die Stillhalter weitere Aktien, was zu einer Kettenreaktion führen kann, die im Börsenjargon als "Gamma-Squeeze" bekannt ist.

Spekulanten hatten diese Taktik bereits mehrfach erfolgreich bei Gamestop angewandt, wobei sich Kleinanleger in Online-Foren wie Reddit absprachen. Die dadurch ausgelösten Kursanstiege brachten Hedgefonds in Bedrängnis, die wiederum massiv auf fallende Kurse gesetzt hatten. Insgesamt zeigt dieser jüngste Kursanstieg erneut, wie volatile und spekulativ die Märkte sein können, und wie einzelne Aktionen große Auswirkungen auf den Aktienkurs eines Unternehmens haben können.

Game StopAktienBörse

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