Süße Aussichten: Die besten Schokoladen-Aktien für Ihr Weihnachtsportfolio
Ein Blick auf Lindt, Barry-Callebaut und Mondelez - Chancen und Risiken im Schokoladensektor

Die Weihnachtszeit bringt nicht nur festliche Stimmung und fröhliche Tage, sondern auch eine gesteigerte Nachfrage nach Schokolade. Für Privatanleger, die in diesem lukrativen Markt investieren möchten, eröffnen sich interessante Möglichkeiten. Die Experten prognostizieren ein deutliches Umsatzwachstum in der Schokoladenindustrie von 112 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf voraussichtlich 133 Milliarden bis 2028, so die Analyse von Mordor Intelligence.
Ein Blick auf die Wertpapiermärkte zeigt, dass Schokoladenhersteller zu dieser Jahreszeit besonders im Fokus stehen. Salah-Eddine Bouhmidi, Head of Markets beim Onlinebroker IG Europe, weist darauf hin, dass historisch betrachtet, die Weihnachtszeit einen starken saisonalen Trend für Schokoladenhersteller darstellt. Ein ähnliches Muster ist ab März zur Osterzeit zu erkennen.
Um von dieser Entwicklung zu profitieren, empfiehlt sich jedoch ein differenzierter Blick auf die Unternehmen der Branche. Insbesondere drei Unternehmen sind für Anleger interessant, auch wenn sie mit einem hohen Preis kommen.
Die Lindt-Aktie gilt als solides Langfristinvestment. Die weltweit bekannte Schweizer Marke Lindt & Sprüngli hat eine starke Position im Schokoladenmarkt. Die derzeitige Aktie hat jedoch ihren Preis und liegt bei 107.500 Franken. Eine alternative Möglichkeit ist der stimmrechtlose Partizipationsschein, der zu etwa zehn Prozent des Aktienwerts gehandelt wird, zuletzt zu 10.700 Franken.
Trotz des hohen Preises wird die Lindt-Aktie von Analysten als äußerst stabil angesehen. Das Unternehmen verzeichnet seit Jahren solides Wachstum, und im ersten Halbjahr 2023 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent. Für das gesamte Geschäftsjahr 2023 prognostizieren Analysten ein Umsatzwachstum zwischen sieben und neun Prozent. Dies spiegelt sich auch in der Bewertung wider, da die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 40 als teuer gilt. Von insgesamt acht Analysten empfehlen drei den Kauf der Aktie, während drei weitere neutral sind. Zwei Analysten raten zum Verkauf, doch der Aktienkurs liegt nur drei Prozent unter dem durchschnittlichen Kursziel von 11.100 Franken.
Lindt hat zudem erkannt, dass der Megatrend zur veganen Schokolade eine wichtige Rolle spielt. Das Unternehmen setzt vermehrt auf pflanzliche Milchalternativen wie Reis-, Hafer- oder Mandelmilch.
Ein weiteres Unternehmen, das Anleger in Erwägung ziehen sollten, ist Barry-Callebaut. Dieses belgisch-schweizerische Schwergewicht der Schokoladenbranche beliefert nicht nur Lebensmittelkonzerne wie Nestlé, sondern auch Chocolatiers weltweit. Trotz eines Umsatzanstiegs im Geschäftsjahr 2022/23 auf 8,5 Milliarden Franken und eines Gewinnzuwachses auf 443 Millionen Franken, hatte das Unternehmen mit Problemen zu kämpfen. Die größte Schokoladenfabrik in Wieze, Belgien, wurde nach einem Salmonellenfall geschlossen, was zu einer Verunsicherung führte. Die Aktie von Barry-Callebaut verlor seit Jahresbeginn etwa 23 Prozent an Wert, doch in letzter Zeit deutet sich eine Gegenbewegung an.
Von 14 Analysten, die sich mit der Barry-Callebaut-Aktie beschäftigen, empfehlen neun den Kauf, vier sind neutral und einer rät zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 1.850 Franken, was ein Kurspotenzial von 25 Prozent bedeutet.
Zu guter Letzt ist auch die Mondelez-Aktie eine Überlegung wert. Dieser US-Konzern, weniger bekannt unter seinem Namen als für Marken wie Toblerone, Milka oder Philadelphia, beherrscht die Märkte für Kekse, Schokolade, Bonbons und Limonaden weltweit. Im zweiten Quartal 2023 verzeichnete Mondelez ein beeindruckendes Umsatzwachstum von 12,4 Prozent auf 6,6 Milliarden US-Dollar. Besonders in Schwellenländern konnte das Unternehmen starke Umsatzsteigerungen verzeichnen.
Unter Analysten gilt die Mondelez-Aktie als Favorit, da 24 von ihnen zum Kauf raten, während vier neutral sind und keiner zum Verkauf rät. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 79,05 US-Dollar, was ein Potenzial von zwölf Prozent bedeutet. Im Vergleich zu Lindt & Sprüngli und Barry Callebaut ist Mondelez als Lebensmittelkonzern breiter aufgestellt.
