Fortune Bay und Manhattan stoßen bei Uranbohrungen auf Radioaktivität
24 Bohrlöcher über 4.526,4 Meter: Sechs Bohrungen melden Werte von 300 cps oder höher.

Fortune Bay Corp. (TSXV: FOR) (FWB: 5QN) (OTCQB: FTBYF) hat das Bohrprogramm des Sommers 2026 an den Uran-Projekten Murmac und Strike abgeschlossen. Beide Projekte liegen in der Nähe von Uranium City im Norden der kanadischen Provinz Saskatchewan. Wie das Unternehmen mitteilte, umfasste das Programm 24 Bohrlochbohrungen mit einer Gesamtlänge von 4.526,4 Metern.
In sechs der 24 Bohrungen wurde eine Radioaktivität von 300 Counts per Second (cps) oder höher gemeldet. Besonders flach fielen die Schnitte am Tena-Ziel des Projekts Strike aus: Sie beginnen bereits in 22,50 Metern Teufe. Das Programm wurde vollständig von Manhattan Uranium Discovery Corp. (TSXV: MANU, OTCQB: MAUUF, FSE: J5B0) finanziert und von Fortune Bay gemäß einer Optionsvereinbarung betrieben.
Die laboranalytischen Untersuchungen sind der nächste Schritt. Sie sollen die radiometrischen Ergebnisse bewerten und die Nachfolgeziele für hochgradige, im Grundgebirge eingelagerte Uranmineralisation präzisieren. Fortune Bay wies ausdrücklich darauf hin, dass die Messwerte vorläufig sind und keine Uran-Gehalte quantifizieren. Laboranalysen sind erforderlich, um die Uran-Konzentrationen zu bestimmen.
Am Tena-Ziel lieferte Bohrloch S26-020 bis zu 1.890 cps
Die Bohrungen verteilten sich zwischen Juni und September 2026 auf beide Projekte. An Murmac wurden 15 Bohrungen mit einer Gesamtlänge von 2.978,4 Metern niedergebracht, an Strike neun Bohrungen mit 1.548,0 Metern. An Murmac testeten die Bohrungen die Ziele Pitchvein, Armbruster, Howland und Howland East, wie bereits in der Pressemitteilung vom 16. Juni 2026 dargelegt. An Strike wurden Ziele entlang der Leiterbahnen J, K und L sowie das Ziel Tena getestet.
Am Tena-Ziel von Strike lieferte das Bohrloch S26-020 zwischen 59,13 m und 61,03 m Teufe einen Durchschnittswert von 489 cps über eine Mächtigkeit von 1,90 m. Darin enthalten ist ein Abschnitt von 0,20 m mit einem Durchschnittswert von 1.890 cps. Die Ziele wurden unter Verwendung elektromagnetischer und Gravimetrie-Daten, geologischer und struktureller Interpretationen, historischer Uran-Vorkommen und früherer Bohrergebnisse ausgewählt.
Die Bohrungen durchschnitten geologische Merkmale, die häufig mit hochgradiger, im Grundgebirge eingelagerter Uranmineralisation im Zusammenhang mit dem Athabasca-Becken assoziiert sind. Dazu zählen stark graphitische Einheiten mit geschätzten wahren Mächtigkeiten von bis zu etwa 25 m, die häufig in Kontakt mit widerstandsfähigerem Quarzit oder Granit stehen. Diese kontrastierenden Gesteinstypen können günstige strukturelle Rahmenbedingungen bieten.
Hinzu kommen spröde Verwerfungen und Brekziierung innerhalb oder in der Nähe graphitischer Einheiten, typischerweise assoziiert mit hydrothermalen Alterationen, einschließlich Hämatit, Chlorit, Sulfiden und Tonmineralen. Die flache Radioaktivität von 300 cps oder höher trat in graphitischen Peliten, Gneisen und Graniten auf und war häufig mit günstigen geologischen Merkmalen verbunden.
Zu den weiteren Beobachtungen zählt ein gebrochener Granit beziehungsweise Gneis: Der gesamte Schnitt von 126,64 m bis 188,0 m (61,36 m) umfasst intermittierende erhöhte Radioaktivität zwischen 300 und 340 cps, durchschnittlich 269 cps. Weitere Bohrungen trafen stark gebrochene graphitische Pelite mit geringfügiger weit verbreiteter und moderater verwerfungsbegleiteter Hämatisierung, biotitreiche Pelite mit graphitischer Verwerfung und Hämatisierung sowie verfaulte schwach graphitische pelitische Gneise mit weit verbreiteter und verwerfungsbegleiteter Hämatisierung. Ein weiteres Bohrloch traf verfaulte schwach graphitische pelitische Gneise, ein weiteres schwach foliierte pelitische Gneise.
Gareth Garlick verweist auf die geringen Tiefen der Schnitte
Gareth Garlick, VP Technical Services von Fortune Bay, kommentierte die Ergebnisse: „Der Abschluss dieses partnerfinanzierten Programms erweitert unser Portfolio an Uranexplorationsprojekten und ermöglicht es Fortune Bay gleichzeitig, den Fokus auf Goldfields beizubehalten. Wir sind besonders ermutigt durch die geringen Tiefen der radiometrischen Schnitte sowie die günstigen Wirtsgesteine, Strukturen und Alterationen, die sowohl an Murmac als auch an Strike aufgetreten sind. Der nächste Schritt besteht darin, die Laboranalysen zu bewerten und die kombinierten geologischen und geochemischen Daten zu nutzen, um die Nachfolgeziele zu priorisieren.“
Für die radiometrischen Messwerte wurde ein handgehaltenes Spektrometer vom Typ Super-SPEC RS-225 verwendet. Diese Werte sind vorläufig und quantifizieren keine Uran-Gehalte. Bohrkerne wurden zur laboranalytischen Untersuchung eingereicht. Die Ergebnisse werden mit der geologischen Protokollierung kombiniert, um die nächste Phase der Exploration zu priorisieren.
Bereits am 16.06.2026 berichtete aktien.news über den Start der Bohrungen
Bereits am 16.06.2026 berichtete aktien.news, dass Fortune Bay gemeinsam mit Manhattan Uranium die Diamantkernbohrungen auf dem Uranprojekt Murmac in der Nähe von Uranium City gestartet hatte. Damals hieß es, das Programm ziele auf hochgradige, im Grundgebirge beheimatete Uranmineralisierungen ab, die mit dem Athabasca-Becken in Verbindung stehen. Das Athabasca-Becken gilt als eine der bedeutendsten Uranregionen der Welt und beherbergt einige der reichsten bekannten Uranlagerstätten. Das Bohrprogramm war Teil eines bereits angekündigten, voll finanzierten Programms, das von Manhattan Uranium finanziert und von Fortune Bay im Rahmen einer Optionsvereinbarung betrieben wird.
Ergänzend berichtete aktien.news am 21.04.2026 über neue hochgradige Bohrergebnisse aus dem zu 100 Prozent unternehmenseigenen Goldprojekt Goldfields in Saskatchewan. Bohrloch B26-350 lieferte 3,70 g/t Gold über 21,0 Meter, einschließlich eines hochgradigen Kernabschnitts von 9,89 g/t Gold über 7,0 Meter. Das Bohrloch stellte die bisher größte Step-out-Bohrung bei der Lagerstätte Box dar und war gleichzeitig das am tiefsten in Fallrichtung gebohrte Loch in der Geschichte des Projekts. Der mineralisierte Abschnitt liegt rund 140 Meter außerhalb der aktuellen, auf den Tagebau beschränkten Ressource. Diese Einordnung ist relevant, weil Fortune Bay nach eigenen Angaben den Fokus auf Goldfields beibehalten will, während das Uranprogramm partnerfinanziert läuft.
Der breitere Marktkontext für Uranexploration in Saskatchewan war zuletzt aktiv. Am 01.10.2026 meldete aktien.news, dass Standard Uranium die Bohraktivitäten auf seinem Flaggschiff-Projekt Davidson River im südwestlichen Athabasca-Becken abgeschlossen hatte. Die Bohrungen hatten am 1. Juni 2026 begonnen; insgesamt wurden 6.734 Meter über zwölf Diamantkernbohrungen in den strukturellen Korridoren Warrior, Bronco und Thunderbird niedergebracht. Am 17.06.2026 berichtete aktien.news zudem, dass Purepoint Uranium die Bohrarbeiten auf dem Dorado-Projekt im Athabasca-Becken aufgenommen hatte, im Rahmen eines 50/50-Joint-Ventures mit IsoEnergy.
Für Anleger bleibt die Bestätigung durch Laboranalysen der entscheidende Punkt
Für deutsche Privatanleger ist die Einordnung der Meldung wichtig: Radiometrische Messwerte mit einem handgehaltenen Spektrometer sind ein Explorationsindikator, kein Nachweis wirtschaftlich interessanter Uran-Gehalte. Fortune Bay selbst betont, dass die Werte vorläufig sind und die Uran-Konzentrationen erst durch Laboranalysen bestimmt werden können. Die Aktie notierte zuletzt bei 0,49 mit einem Minus von 0,02 beziehungsweise 3,92 Prozent, wie aus den vorliegenden Kursangaben hervorgeht.
Positiv hervorzuheben ist aus Sicht des Unternehmens die geringe Tiefe der radiometrischen Schnitte. Flache Mineralisierungen können die Exploration und spätere Erschließung grundsätzlich begünstigen, weil weniger Teufe abgetragen werden muss. Ob sich dieser Vorteil materialisiert, hängt jedoch von den ausstehenden Analyseergebnissen ab. Ebenso bedeutsam ist die Struktur der Finanzierung: Da Manhattan Uranium das Programm vollständig finanziert und Fortune Bay als Betreiber auftritt, trägt Fortune Bay nach eigener Darstellung kein Kapitalrisiko für diese Bohrungen und kann parallel am Goldprojekt Goldfields arbeiten.
Anleger sollten zudem die Besonderheiten kanadischer Junior-Explorer beachten. Solche Unternehmen verfügen typischerweise über keine laufenden Erträge aus dem Projekt selbst, und der Aktienkurs reagiert stark auf Bohrergebnisse und Finanzierungsnachrichten. Die an der TSXV notierten Papiere sind in Deutschland über die Frankfurter Börse handelbar, was den Zugang erleichtert, aber auch bedeutet, dass Kursbewegungen an den kanadischen Märkten hierzulande zeitversetzt und mitunter mit geringer Liquidität ankommen.
Die nächsten Schritte hängen von den Analyseergebnissen ab
Der nächste konkrete Schritt ist die Auswertung der laboranalytischen Untersuchungen der eingereichten Bohrkerne. Diese Ergebnisse sollen mit der geologischen Protokollierung kombiniert werden, um die Nachfolgeziele zu priorisieren. Fortune Bay nennt in der Mitteilung keinen konkreten Zeitpunkt für die Vorlage der Analysedaten und auch keinen Termin für den Start einer nächsten Explorationsphase. Auch Angaben zum Umfang oder zur Finanzierung weiterer Bohrungen enthält die Meldung nicht.
Klar ist, dass die Projekte Murmac und Strike über die Optionsvereinbarung mit Manhattan Uranium weitergeführt werden. Fortune Bay will nach den Worten von Gareth Garlick den Fokus auf Goldfields beibehalten, während das Uranportfolio durch das partnerfinanzierte Programm erweitert wurde. Für die Bewertung der weiteren Entwicklung sind damit zwei Stränge maßgeblich: die Analyseergebnisse aus Saskatchewan und die Fortschritte beim Goldprojekt Goldfields.
Diese Fachbegriffe ordnen die Bohrergebnisse ein
- Counts per Second (cps): Eine Maßeinheit für die von einem Strahlungsmessgerät registrierten Impulse pro Sekunde, die als Hinweis auf Radioaktivität dient, aber keine Gehalte angibt.
- Athabasca-Becken: Eine Region im Norden Kanadas, die als eine der bedeutendsten Uranregionen der Welt gilt und zahlreiche bekannte Uranlagerstätten beherbergt.
- Grundgebirge: Der geologisch ältere, unter dem jüngeren Deckgestein liegende Gesteinsuntergrund, in dem im Athabasca-Becken hochgradige Uranmineralisationen eingelagert sein können.
- Hydrothermale Alteration: Die Veränderung von Gesteinen durch heiße, mineralhaltige Lösungen, die im Zusammenhang mit Uranmineralisation auftreten kann.
