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Foghorn Therapeutics: Aktie stürzt 31 Prozent nach Lilly-Aus ab

Der Biotech-Wert Foghorn Therapeutics bricht ein, nachdem die Zusammenarbeit mit Eli Lilly beendet wurde und Analysten reihenweise herabstufen.

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Foghorn Therapeutics: Aktie stürzt 31 Prozent nach Lilly-Aus ab

Die Aktie von Foghorn Therapeutics (FHTX) ist im Nachmittagshandel um 31,2 Prozent auf 2,01 US-Dollar gefallen und setzt damit einen brutalen zweitägigen Ausverkauf fort. Auslöser war die gemeinsame Ankündigung des Unternehmens und von Eli Lilly, den Wirkstoffkandidaten FHD-909 (LY4050784) nicht in die Dosis-Erweiterungsphase zu überführen. Grund dafür war eine Überprüfung der Phase-1-Dosissteigerung, die ergab, dass die SMARCA2/4-basierte synthetische Letalität nicht das für den weiteren Fortschritt erforderliche Maß an klinischer Wirksamkeit erreichte.

Zusätzlich entschieden sich beide Unternehmen, ein separates Programm zur selektiven Degradation von SMARCA2 nicht weiterzuverfolgen. Damit enden effektiv alle Kooperationsaktivitäten zwischen Foghorn und Eli Lilly. Für Anleger ist dies ein schwerer Schlag, galt die Partnerschaft mit dem Pharmariesen doch als zentrale Stütze der Investmentthese.

Der anhaltende Kursverlust wird durch eine Welle von Analystenentscheidungen getrieben, die als Reaktion auf den Zusammenbruch der Pipeline erfolgten. Wedbush senkte seine Bewertung von „Outperform“ auf „Neutral“ und kürzte das Kursziel von 10 auf 2 US-Dollar. Die Analysten wiesen ausdrücklich darauf hin, dass die Partnerschaft mit Lilly eine zentrale Säule der bisherigen bullischen Einschätzung gewesen sei.

Analysten stufen reihenweise herab

Auch BTIG stufte die Aktie von „Buy“ auf „Neutral“ herab. Bereits in der vorangegangenen Sitzung hatte TD Cowen sein Rating von „Buy“ auf „Hold“ gesenkt. Hinzu kamen deutliche Kürzungen der Kursziele durch mehrere Häuser: H. C. Wainwright reduzierte sein Ziel auf 5 US-Dollar von zuvor 13 US-Dollar, Guggenheim auf 5 US-Dollar von 12 US-Dollar und Stifel ebenfalls auf 5 US-Dollar von 12 US-Dollar. Citizens passte den Ratingpunkt auf „Market Perform“ an. Diese koordinierte Neubewertung durch mehrere Wall-Street-Analysten belastete die Stimmung zusätzlich.

Zur Bewältigung der Krise hat Foghorn eine organisatorische Umstrukturierung angekündigt, die eine Personalreduzierung um rund 40 Prozent umfasst. Diese Maßnahme soll die Cash-Laufzeit des Unternehmens bis in die zweite Hälfte des Jahres 2029 verlängern. Da die Pipeline von Foghorn nun jedoch vollständig präklinisch ist, stellen sich für Anleger drängende Fragen hinsichtlich der kurzfristigen Katalysatoren. Zudem dürfte ein neuer Partner oder zusätzliches Kapital erforderlich sein, um das EP300-Degradationsprogramm in die klinische Entwicklung zu bringen.

Kein Schutz durch das Marktumfeld

Das makroökonomische Umfeld bot der Aktie keinerlei Schutz. Der S&P 500 legte im heutigen Handel um 0,8 Prozent zu, der Dow Jones stieg um 0,5 Prozent und der Nasdaq kletterte um 1,2 Prozent. Der starke Rückgang von FHTX ist damit völlig entkoppelt von der allgemeinen Marktstärke und spiegelt rein unternehmensspezifische Schwierigkeiten wider. Biotech-Peer-Unternehmen im Bereich der Chromatinregulierung und Onkologie waren an diesem Tag nicht vergleichbaren negativen Neuigkeiten ausgesetzt.

Insgesamt haben mehrere Faktoren zusammengewirkt: das Versagen von FHD-909, ausreichende klinische Wirksamkeit zu zeigen, die vollständige Beendigung der Zusammenarbeit mit Lilly, der Verlust von rund 40 Prozent der Belegschaft sowie die koordinierte Neubewertung durch mehrere Analysten. In der Folge erreichte die Aktie ein neues mehrperiodisches Tief von 2,01 US-Dollar, nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 1,79 US-Dollar.

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung ein anschauliches Beispiel für das hohe Risiko von Biotech-Investments in der klinischen Frühphase. Wenn ein zentraler Partner wie Eli Lilly aussteigt und die Pipeline auf den präklinischen Stand zurückfällt, verändert sich die Bewertungsgrundlage eines Unternehmens fundamental. Anleger bewerten den künftigen Weg von Foghorn als Biotech-Firma im vollpräklinischen Stadium derzeit neu – mit entsprechend großer Unsicherheit über die nächsten Schritte.

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