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Fed-Vertreterin Hammack warnt vor verfestigender Inflationsmentalität in den USA

Cleveland-Fed-Chefin Beth Hammack schlägt Alarm: Unternehmen fürchten eine sich festigende Inflationsmentalität – die Geldpolitik bleibt offen.

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Fed-Vertreterin Hammack warnt vor verfestigender Inflationsmentalität in den USA

Beth Hammack, Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, hat am Donnerstag eindringliche Worte zur Inflationslage in den USA gefunden. Auf dem Ohio CEO Summit in Columbus erklärte sie, dass Unternehmen zunehmend besorgt seien, dass sich eine Inflationsmentalität in der Bevölkerung festzusetzen beginne. Damit rückt sie ein psychologisches Phänomen in den Vordergrund, das Notenbanker besonders fürchten: Wenn Menschen dauerhaft mit hoher Inflation rechnen, kann dies die Preisentwicklung selbst befeuern.

„Was ich in Gesprächen mit Unternehmen höre, ist die Sorge, dass sich eine Inflationsmentalität in den Köpfen der Menschen zu verfestigen beginnt", zitierte Hammack sich selbst auf der Veranstaltung. Sie ergänzte: „Ich höre von den Belastungen durch die Inflation, wenn ich mit Privatpersonen spreche." Diese Aussagen unterstreichen, dass die Inflationssorgen nicht nur auf dem Papier existieren, sondern im Alltag der Bevölkerung und der Wirtschaft spürbar sind.

Hammacks abweichendes Votum bei der letzten Fed-Sitzung

Hammack hatte bereits bei der jüngsten Sitzung der US-Notenbank mit einer Gegenstimme auf sich aufmerksam gemacht. Sie stimmte gegen die Entscheidung, an der Formulierung festzuhalten, wonach der nächste geldpolitische Schritt eine Zinssenkung sein würde. Damit positioniert sie sich als eine der vorsichtigeren Stimmen innerhalb des Offenmarktausschusses (FOMC) und plädiert dafür, alle Optionen offenzuhalten.

Die Cleveland-Fed-Chefin betonte die Notwendigkeit, hinsichtlich des nächsten geldpolitischen Schritts offen zu bleiben. Diese Haltung spiegelt die Unsicherheit wider, mit der die Fed derzeit konfrontiert ist: Einerseits belasten hohe Zinsen die Wirtschaft, andererseits bleibt das Inflationsziel von 2% weiterhin unerreicht.

Fünf Jahre verfehltes Inflationsziel

Als Begründung für die anhaltende Herausforderung verwies Hammack auf eine Reihe aufeinanderfolgender Preisschocks, die die Fed seit mehr als fünf Jahren daran gehindert haben, ihr Inflationsziel von 2% zu erreichen. Sie nannte dabei konkret drei Auslöser:

  • die COVID-19-Pandemie
  • den russischen Einmarsch in die Ukraine
  • den aktuellen Iran-Krieg

Diese Schocks haben die Preislandschaft nachhaltig verändert und die Arbeit der Notenbank erheblich erschwert. Für deutsche Anleger und Beobachter ist dies besonders relevant, da die US-Geldpolitik der Fed maßgeblichen Einfluss auf globale Kapitalmärkte, den Euro-Dollar-Kurs und die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ausübt.

Die Aussagen Hammacks verdeutlichen, dass innerhalb der Fed keine Einigkeit über den weiteren Kurs herrscht. Während einige Mitglieder auf baldige Zinssenkungen drängen, mahnen andere wie Hammack zur Geduld und Wachsamkeit gegenüber Inflationsrisiken. Für Anleger bedeutet dies: Die Unsicherheit über den künftigen Zinspfad in den USA bleibt hoch – und damit auch die Volatilität an den Finanzmärkten.

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