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Fed-Vertreter Barkin: Anleiherenditen bleiben trotz Anstieg angemessen

Richmond-Fed-Chef Thomas Barkin sieht keine Inflationssorgen hinter steigenden US-Staatsanleiherenditen und hält Kreditkosten für vertretbar.

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Fed-Vertreter Barkin: Anleiherenditen bleiben trotz Anstieg angemessen

Thomas Barkin, Präsident der Federal Reserve von Richmond, hat sich am Donnerstag beruhigend zu den zuletzt gestiegenen Renditen von US-Staatsanleihen geäußert. Der jüngste Renditeanstieg spiegele keine wachsenden Sorgen über Inflation oder das Staatsdefizit wider, erklärte Barkin. Die Kreditkosten blieben in einem angemessenen Rahmen.

„Ich führe das nicht auf Inflationserwartungen zurück", sagte Barkin ausdrücklich. Trotz des steigenden Angebots an Staatsanleihen zur Defizitfinanzierung und geringerer Käufe durch Großabnehmer wie China seien die Anleiheauktionen erfolgreich verlaufen. Die Zinsen lägen „nicht außerhalb des Bereichs der Angemessenheit", betonte der Fed-Vertreter.

Barkin merkte an, dass die marktbasierten Inflationserwartungen für längerfristige Anleihen offenbar nicht nach oben ausgebrochen seien. Dennoch stellte er die Frage, ob sich das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage am Markt für langfristige Staatsanleihen angesichts des Umfangs des US-Angebots verschoben haben könnte. Diese Beobachtung zeigt, dass der Fed-Vertreter die Marktdynamik genau im Blick behält.

Jobmarkt und KI-Risiken im Fokus

Zur Beschäftigungslage zeigte sich Barkin durch das jüngste Jobwachstum ermutigt. Gleichzeitig räumte er ein, dass mögliche Arbeitsplatzverluste durch Künstliche Intelligenz durchaus vorstellbar seien. Arbeitgeber außerhalb der Softwarebranche würden ihren Personalbestand aufgrund von KI derzeit jedoch noch nicht reduzieren.

Barkin betonte, dass es ihm schwerfalle, bereits Rückschlüsse auf die kurz- gegenüber den langfristigen Auswirkungen der KI-Technologie auf den Arbeitsmarkt zu ziehen. Diese Unsicherheit spiegelt eine breitere Debatte wider, die derzeit unter Ökonomen und Zentralbankern weltweit geführt wird. Die Frage, wie stark und wie schnell KI den Arbeitsmarkt verändert, bleibt offen.

Duales Mandat und Forward Guidance

Mit Blick auf das duale Mandat der Federal Reserve – Preisstabilität und maximale Beschäftigung – äußerte sich Barkin besorgt über Risiken auf beiden Seiten. Er neige nicht dazu, sich übermäßig auf die Risiken für die Inflation oder die Beschäftigung zu konzentrieren. Derzeit sei nicht der richtige Zeitpunkt für eine starke Forward Guidance, also klare Signale über künftige Zinsentscheidungen.

Barkin wies zudem darauf hin, dass Unternehmen heute deutlich weniger zuversichtlich seien, was ihre Fähigkeit angeht, Verbraucherpreise zur Deckung von Kostensteigerungen anzuheben. Dies ist ein wichtiges Signal für die Inflationsdynamik: Wenn Unternehmen Kostensteigerungen nicht mehr einfach weitergeben können, dämpft das den Preisdruck. Für die Fed ist das ein relevanter Faktor bei der Beurteilung der künftigen Geldpolitik.

Am Rande seiner Äußerungen erwähnte Barkin, dass er am Dienstag mit dem Fed-Nominierten Kevin Warsh gesprochen habe, um ihn kennenzulernen. Er vertraue Warsh als Führungspersönlichkeit, so Barkin. Warsh gilt als möglicher Kandidat für eine wichtige Rolle innerhalb der US-Notenbank.

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