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Fed-Präsident Williams: Zinspolitik ist richtig positioniert

New Yorker Fed-Chef sieht Geldpolitik als angemessen – trotz hoher Inflation durch Zölle und Energieschock.

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Fed-Präsident Williams: Zinspolitik ist richtig positioniert

John Williams, Präsident der Federal Reserve Bank of New York, hat die aktuelle Zinspolitik der US-Notenbank als korrekt verteidigt. Auf der Reykjavík Economic Conference in Island erklärte er am Donnerstag: „Derzeit befindet sich die Geldpolitik der Fed genau dort, wo wir sie haben wollen." Die Politik sei „leicht restriktiv" – und das sei so gewollt.

Williams, der zugleich stellvertretender Vorsitzender des zinssetzenden Offenmarktausschusses (FOMC) ist, betonte, man sei gut aufgestellt, um weitere Entwicklungen abzuwarten, bevor eine Entscheidung über eine Zinsänderung getroffen werden müsse. Damit signalisiert er keine unmittelbare Kehrtwende in der Geldpolitik – weder nach oben noch nach unten.

Inflation bleibt kurzfristig erhöht

Der Notenbanker rechnet in den kommenden Monaten mit einer weiterhin hohen Inflation. Als Haupttreiber nennt er die drastischen Importzollerhöhungen von Präsident Donald Trump sowie einen durch den Krieg im Nahen Osten ausgelösten Energieschock. „Ich denke, in den nächsten Monaten werden wir weiterhin eine sehr hohe Inflation sehen, wobei die Inflation der persönlichen Konsumausgaben (PCE) bei fast vier, etwa 4%, liegen wird und die Kerninflation über 3%", sagte Williams.

Mittelfristig zeigt sich Williams jedoch vorsichtig optimistisch. Er geht davon aus, dass der Preisdruck nachlassen könnte, sobald die Auswirkungen der Zölle abklingen und der Energieschock sich abschwächt. Es sei möglich, dass der Inflationsdruck in den nächsten Monaten seinen Höhepunkt erreiche.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist diese Einschätzung bedeutsam: Die US-Geldpolitik beeinflusst über Wechselkurse, Kapitalströme und globale Anleihemärkte auch die Bedingungen in Europa maßgeblich. Eine länger restriktive Fed stützt tendenziell den US-Dollar und erhöht den Druck auf andere Notenbanken.

Zinssenkungen und -erhöhungen beide möglich

Williams räumte ein, dass es Szenarien gebe, in denen die Fed die Zinsen sowohl anheben als auch senken könnte. Eine anhaltend hohe Inflation könnte eine weitere Straffung erforderlich machen – bisher sei das jedoch nicht der Fall. Die Finanzmärkte gehen weitgehend davon aus, dass die Fed die Zinsen für einige Zeit unverändert lassen wird. Gleichzeitig haben Marktteilnehmer begonnen, die Möglichkeit einer Erhöhung der aktuellen Zielspanne für den Leitzins (Federal Funds Rate) von 3,5% bis 3,75% einzupreisen.

Ein zentrales Thema bleibt die Verankerung der Inflationserwartungen. Williams betonte, dass die kurzfristigen Erwartungen zwar gestiegen seien – was angesichts der jüngsten Ereignisse nicht überraschend sei –, die längerfristigen Erwartungen jedoch stabil blieben. Es sei für die Fed von entscheidender Bedeutung, diese Stabilität zu bewahren. Eine Entankerung der Erwartungen würde die Notenbank unter erheblichen Handlungsdruck setzen.

US-Wirtschaft bleibt solide

Trotz der Unsicherheiten zeigte sich Williams mit Blick auf die Konjunktur zuversichtlich. Die US-Wirtschaft sei derzeit „solide" und der „zugrunde liegende Arbeitsmarkt entwickle sich recht gut", so der Notenbanker. Diese Einschätzung stützt die abwartende Haltung der Fed: Solange Wachstum und Beschäftigung robust bleiben, besteht kein unmittelbarer Anlass für eine geldpolitische Lockerung.

Für Anleger bedeutet das Umfeld anhaltende Unsicherheit über den weiteren Zinspfad in den USA. Die Kombination aus hartnäckiger Inflation, geopolitischen Schocks und einem widerstandsfähigen Arbeitsmarkt macht schnelle Zinssenkungen unwahrscheinlich – und hält die Märkte in einem Spannungsfeld zwischen Hoffnung und Vorsicht.

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