Fed-Präsident Schmid: Inflationsbekämpfung braucht noch mehr Arbeit
Kansas-City-Fed-Chef Jeff Schmid mahnt zur Geduld – die US-Notenbank hat ihr Inflationsziel noch nicht erreicht.

Jeff Schmid, Präsident der Federal Reserve Bank of Kansas City, hat am Mittwoch unmissverständlich klargestellt: Die US-Notenbank muss bei der Bekämpfung der Inflation weiter Gas geben. In einem Kamingespräch betonte Schmid, dass die Arbeit der Fed noch nicht abgeschlossen sei und weitere Anstrengungen notwendig bleiben.
Besonderes Gewicht erhielten seine Aussagen durch den Verweis auf seine Gegenstimmen im laufenden Jahr 2025. Schmid unterstrich, dass er diese abweichenden Voten nicht leichtfertig abgegeben habe – sie spiegelten seine ernsthafte Einschätzung der geldpolitischen Lage wider. Dissenting Votes, also abweichende Stimmen innerhalb des Offenmarktausschusses (FOMC), sind bei der Fed ein seltenes, aber bedeutsames Signal.
Schmid lobt künftigen Fed-Chef Warsh
Darüber hinaus äußerte sich Schmid zum designierten Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh. Er würdigte Warsh für dessen frühere Verdienste als Fed-Gouverneur und sprach sich damit indirekt für eine personelle Kontinuität in der Geldpolitik aus. Warsh gilt als erfahrener Notenbanker und war bereits während der Finanzkrise 2008 im Fed-Führungsgremium tätig.
Für deutsche Anleger und Investoren sind Schmids Aussagen von erheblicher Bedeutung. Eine anhaltend restriktive Geldpolitik der Fed beeinflusst den Dollarkurs, die Renditen von US-Staatsanleihen und damit indirekt auch europäische Kapitalmärkte. Solange die Fed keine klare Zinswende signalisiert, bleibt das globale Zinsumfeld angespannt.
Die Fed hatte ihren Leitzins zuletzt in einem historisch schnellen Zyklus angehoben, um die hartnäckige Inflation zu bremsen. Schmids Statements deuten darauf hin, dass innerhalb des FOMC weiterhin Uneinigkeit über das richtige Tempo einer möglichen Lockerung besteht.
