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Atlanta-Fed-Chef warnt: Politische Kämpfe gefährden Zentralbank-Unabhängigkeit

Raphael Bostic veröffentlicht kurz vor seinem Abschied einen eindringlichen Essay über die Risiken für die Fed.

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Atlanta-Fed-Chef warnt: Politische Kämpfe gefährden Zentralbank-Unabhängigkeit

Der scheidende Präsident der Federal Reserve Bank von Atlanta, Raphael Bostic, hat in einem aufsehenerregenden Abschiedsessay vor den Folgen politischer Einmischung in die US-Notenbank gewarnt. Die juristischen und rhetorischen Auseinandersetzungen um die Fed untergraben laut Bostic das öffentliche Vertrauen in die Unabhängigkeit der Zentralbank. Er bezeichnete dies als ein erhebliches Problem mit weitreichenden Konsequenzen.

Bostics Amtszeit endet am Freitag. Seinen Essay veröffentlichte er am Vorabend seines Ausscheidens als eine Art Abschiedsbrief an die Öffentlichkeit. Darin betonte er, dass weder die wirtschaftliche Stärke der USA noch ihr Status als globaler sicherer Hafen selbstverständlich seien.

Der scheidende Notenbankchef schrieb, seine Reisen der vergangenen Monate hätten ein beunruhigendes Bild gezeigt: Menschen aus einem breiten Querschnitt der Bevölkerung beginnen, an der Unabhängigkeit der Fed zu zweifeln. Diese Entwicklung sei direkte Folge der anhaltenden juristischen und rhetorischen Kämpfe um die Zentralbank.

Jahrzehnte Forschung belegen Bedeutung der Unabhängigkeit

Bostic verwies auf jahrzehntelange Erfahrungswerte und eine Vielzahl akademischer Studien, die einen klaren Befund liefern: Länder mit unabhängigen Zentralbanken erzielen bessere wirtschaftliche Ergebnisse. Unter einer unabhängigen Notenbank sei die Inflation nachweislich niedriger, die Wirtschaftsleistung robuster und das Vertrauen von Konsumenten sowie Unternehmen in langfristige Investitionen größer.

Obwohl Bostic weder Präsident Donald Trump noch die Trump-Administration namentlich erwähnte, ist der politische Kontext eindeutig. Zu den juristischen und rhetorischen Auseinandersetzungen zählen Trumps Versuche, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, eine laufende Untersuchung des US-Justizministeriums gegen Fed-Chef Jerome Powell sowie wiederholte öffentliche Forderungen Trumps nach niedrigeren Zinssätzen.

Konsequenzen für globale Märkte und Investoren

Für deutsche und europäische Anleger hat die Debatte handfeste Bedeutung. Die Unabhängigkeit der US-Notenbank gilt als wichtiger Stabilitätsanker für globale Finanzmärkte. Zweifel an der Unabhängigkeit der Fed könnten das Vertrauen in den US-Dollar als Leitwährung und in amerikanische Staatsanleihen als sicheren Hafen erschüttern. Bostic mahnt daher, die Öffentlichkeit müsse verstehen, was auf dem Spiel steht.

Federal ReserveFed-UnabhängigkeitRaphael BosticJerome PowellZinspolitik Usa

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