Fed kämpft seit Jahren gegen Inflation – neue Schocks bremsen Fortschritte
Die US-Notenbank Federal Reserve scheitert im fünften Jahr in Folge daran, die Inflation dauerhaft auf 2 Prozent zu senken.

Die US-Notenbank Federal Reserve steht erneut vor einem bekannten Problem: Kaum scheint der Weg zur Inflationsrate von 2 Prozent frei, trifft ein neuer externer Schock die Wirtschaft. Seit 2021 wiederholt sich dieses Muster – nun bereits im fünften Jahr in Folge. Die Glaubwürdigkeit der Fed steht damit zunehmend auf dem Spiel.
Der erste große Störfaktor waren die wirtschaftlichen Nachwirkungen der Corona-Pandemie, die Lieferketten weltweit zerrissen und Preise in die Höhe trieben. Danach folgte der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, der die Energie- und Nahrungsmittelpreise massiv unter Druck setzte. Im vergangenen Jahr belastete ein umfassendes US-Zollprogramm die Preisstabilität zusätzlich.
Neue Schifffahrtskrise verschärft die Lage
Die jüngsten Wirtschaftsdaten zeigten bereits vor dem neuesten Schock, dass die Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung ins Stocken geraten waren. Nun hat Amerikas militärisches Engagement im Nahen Osten eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt unterbrochen. Steigende Energie- und Rohstoffpreise als direkte Folge könnten das Erreichen des 2-Prozent-Ziels weiter hinauszögern.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung bei der Fed besonders relevant, da sie die globalen Kapitalmärkte und den Euro-Dollar-Kurs direkt beeinflusst. Höhere US-Zinsen über einen längeren Zeitraum stärken tendenziell den Dollar und erhöhen den Druck auf andere Notenbanken, darunter die Europäische Zentralbank.
Fed-Sitzung: Zinssenkungen rücken in weite Ferne
Bei der aktuellen Sitzung der Fed-Vertreter steht eine Frage im Mittelpunkt, die noch vor wenigen Monaten kaum jemand für möglich gehalten hätte: Es geht nicht mehr darum, wann die nächste Zinssenkung kommt – sondern ob die Notenbank den Finanzmärkten überhaupt noch glaubwürdig Zinssenkungen in Aussicht stellen kann.
Diese Verschiebung der Erwartungen hat weitreichende Folgen für Investoren weltweit. Anleiherenditen, Aktienbewertungen und Währungskurse reagieren empfindlich auf jede Neubewertung der US-Geldpolitik. Wer auf baldige Lockerungen gesetzt hatte, muss seine Strategie möglicherweise grundlegend überdenken.
