Fed-Gouverneur Miran: Ölpreisanstieg könnte Zinssenkungen beschleunigen
Steigende Ölpreise nach US-israelischen Angriffen auf den Iran könnten die Geldpolitik der Fed deutlich beeinflussen.

Fed-Gouverneur Stephen Miran hat sich am Freitag besorgt über die wirtschaftlichen Folgen steigender Ölpreise geäußert. Der Preisanstieg seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran könnte die Nachfrage in anderen Wirtschaftsbereichen spürbar dämpfen. Miran erklärte, dass ihn diese Entwicklung dazu bewegen könnte, deutlichere Zinssenkungen zu befürworten.
Die Aussagen des Fed-Gouverneurs kommen zu einem kritischen Zeitpunkt für die US-Wirtschaft. Die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft ist im Februar überraschend gesunken, was zusätzlichen Druck auf die Geldpolitik ausübt. Die Wall Street verzeichnete zudem ihre schlechteste Woche seit Oktober – belastet durch den anhaltenden Iran-Konflikt.
Marktrisiken durch Nahostkonflikt
Marktanalyst Ed Yardeni warnt vor erheblichen Kursrisiken an den Aktienmärkten. Seinen Berechnungen zufolge droht eine Korrektur von bis zu 10 Prozent – und sogar bis zu 15 Prozent, sollte die strategisch wichtige Straße von Hormus blockiert werden. Durch diese Meerenge fließt ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports.
Die Großbank UBS empfiehlt ihren Kunden indes, Downside-Risiken bei Gold und Silber zu verkaufen. Dies deutet darauf hin, dass die Bank trotz der geopolitischen Unsicherheiten keine weiteren starken Kursrückgänge bei den Edelmetallen erwartet. Gold und Silber gelten traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten.
Für deutsche Anleger sind die Aussagen Mirans besonders relevant, da eine lockerere US-Geldpolitik Auswirkungen auf den Wechselkurs zwischen Euro und Dollar hätte. Zinssenkungen der Fed würden den Dollar tendenziell schwächen und könnten europäische Exporteure belasten. Gleichzeitig würde billiges Geld aus den USA die globalen Kapitalmärkte stützen.
