Fed-Direktorin Daly: Schwacher Jobbericht erschwert US-Zinsentscheidungen
Die San-Francisco-Fed-Chefin Mary Daly warnt nach enttäuschenden Arbeitsmarktdaten vor wachsenden geldpolitischen Herausforderungen.

Mary Daly, Präsidentin der Federal Reserve Bank of San Francisco, hat am Freitag vor den wachsenden Herausforderungen für die US-Geldpolitik gewarnt. In einem Interview mit CNBC erklärte sie, dass der schwache Arbeitsmarktbericht für Februar die ohnehin komplizierte Lage für Zinsentscheidungen weiter verschärfe. Eine klare Positionierung zu künftigen Zinsschritten vermied Daly dabei bewusst.
Der Auslöser für ihre Aussagen: Das US-Bureau of Labor Statistics meldete für Februar einen Rückgang der Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft um 92.000 Stellen. Analysten hatten hingegen einen Zuwachs von 50.000 Jobs erwartet. Es handelt sich damit bereits um den dritten Beschäftigungsrückgang innerhalb der vergangenen fünf Monate – ein deutliches Signal für eine Abschwächung des US-Arbeitsmarkts.
Zwickmühle für die Fed: Schwacher Arbeitsmarkt trifft auf hartnäckige Inflation
Das Kernproblem für die Federal Reserve liegt im Widerspruch zwischen zwei zentralen Zielen. Einerseits schwächt sich der Arbeitsmarkt spürbar ab, was normalerweise für Zinssenkungen spricht. Andererseits liegt die Inflation weiterhin über dem Zielwert von 2 Prozent – zusätzlich belastet durch geopolitische Risiken infolge des Iran-Krieges.
Die Fed hatte auf diese Gemengelage bereits reagiert und ihren Leitzins im späten Jahresverlauf 2025 dreimal gesenkt. Seitdem verfolgt die Zentralbank einen vorsichtigeren Kurs und hält die Zinsen stabil. Weitere Senkungen würden zwar den Arbeitsmarkt stützen, könnten aber die Inflation erneut anheizen.
An den Terminmärkten sorgte der schwache Jobsbericht unmittelbar für Bewegung. Futures-Händler erhöhten die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen deutlich und zogen den erwarteten Termin für die nächste Senkung auf Juli vor. Zudem stieg die Markterwartung für zwei Zinssenkungen bis zum Jahresende.
Dalys Rolle im FOMC
Zu beachten ist, dass Daly im Jahr 2026 im zinssetzenden Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) nicht stimmberechtigt ist. Ihre Stimme kehrt erst 2027 zurück. Dennoch gelten ihre öffentlichen Äußerungen als wichtiger Indikator für die Stimmung innerhalb der Zentralbank und werden von Märkten und Analysten weltweit genau verfolgt.
Für deutsche Anleger und Exporteure sind die US-Zinsentscheidungen von erheblicher Bedeutung, da sie den Dollar-Euro-Kurs sowie die globalen Kapitalflüsse maßgeblich beeinflussen. Ein schwächerer US-Arbeitsmarkt in Kombination mit anhaltend hoher Inflation bleibt damit auch für europäische Märkte ein zentrales Thema.
