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Fed-Goolsbee: Zinserhöhung und Pause beide auf der Tagesordnung

Chicago-Fed-Chef Goolsbee lässt beide Optionen offen und nennt die Inflation weiterhin die höchste Priorität der Geldpolitik.

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Fed-Goolsbee: Zinserhöhung und Pause beide auf der Tagesordnung

Der Präsident der Federal Reserve Bank von Chicago, Austan Goolsbee, hat sich am Freitag in der Sendung „The Big Money" des Fox Business Network geäußert und dabei beide geldpolitischen Richtungen offengehalten. Die neuesten Beschäftigungsdaten deuteten darauf hin, dass der Arbeitsmarkt stabil sei, sagte Goolsbee. Zugleich betonte er, dass eine zu hohe Inflation nach wie vor die wichtigste Priorität der Geldpolitik der Fed darstelle.

Auf die Frage von Fox-Business-Reporter Edward Lawrence, ob er der Ansicht sei, die Fed solle die Zinssätze diesen Monat erhöhen oder – wie nun von den Märkten erwartet – pausieren, antwortete Goolsbee: „Es gibt ausreichend Spielraum, um alles auf die Agenda zu setzen." Damit vermied der Notenbankvertreter eine Festlegung auf einen bestimmten Kurs vor der nächsten Sitzung.

Goolsbee verknüpfte seine Haltung mit der weiteren Entwicklung der Teuerung. „Mal sehen, ob wir einige Belege zusammenbringen können, die darauf hindeuten, dass wir wieder auf 2% Inflation zusteuern", sagte er gegenüber Fox Business. Die Rückkehr zu diesem Zielwert bleibt für ihn demnach die entscheidende Messlatte für die künftige Zinspolitik.

Die Details

Die Aussagen fielen am Freitag im Rahmen eines Interviews im Fox-Business-Format „The Big Money". Gesprächspartner war Edward Lawrence. Goolsbee ist Präsident der Federal Reserve Bank von Chicago und damit einer der stimmberechtigten Vertreter im geldpolitischen Entscheidungsprozess der US-Notenbank.

Im Zentrum seiner Ausführungen standen zwei Beobachtungen: Zum einen wertete er die jüngsten Beschäftigungsdaten als Signal für einen stabilen Arbeitsmarkt. Zum anderen verwies er auf die anhaltend zu hohe Inflation, die aus seiner Sicht weiterhin die oberste Priorität der Fed-Politik ist.

Die Frage des Reporters zielte auf die konkrete Entscheidung für diesen Monat: eine Zinserhöhung oder eine Pause. Goolsbee ließ beide Möglichkeiten ausdrücklich zu und verwies auf den vorhandenen Spielraum, „alles auf die Agenda zu setzen". Die Märkte rechnen derzeit mit einer Pause – eine Erwartung, die der Fed-Vertreter in dem Interview nicht bestätigte, aber auch nicht ausschloss.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die jüngsten Äußerungen Goolsbees fügen sich in eine Reihe früherer Aussagen ein, über die aktien.news bereits berichtet hat. Bereits am 09.05.2026 berichtete aktien.news, dass Goolsbee in einem Interview mit Bloomberg Television klargestellt habe, die Fed halte weiterhin alle geldpolitischen Optionen offen – sowohl Zinssenkungen als auch Zinserhöhungen stünden zur Debatte. Damals hatte die Fed die Zinssätze bei ihrer Sitzung Ende April unverändert gelassen, wobei sich drei Notenbankvertreter gegen eine Formulierung in der offiziellen Erklärung aussprachen, die auf eine wahrscheinlich nächste Zinssenkung hindeutete.

Am 12.08.2026 berichtete aktien.news, dass Goolsbee sich besorgt über die anhaltende Inflation in den USA geäußert habe. In einem vom Magazin Wired veröffentlichten Video erklärte er, die steigenden Preise seien derzeit das drängendste Problem der amerikanischen Wirtschaft – und nicht etwa eine Schwäche am Arbeitsmarkt. „Wir haben ein Inflationsproblem, und die Menschen hassen Inflation", sagte Goolsbee damals.

Am 15.08.2026 berichtete aktien.news, dass Goolsbee in einem Interview mit dem Fox News Channel positive Signale zur Inflationsentwicklung gesendet habe. Er bleibe hoffnungsvoll, dass die Inflation weiter sinken könne, knüpfte diesen Optimismus jedoch an eine Bedingung: Die Auswirkungen von Zöllen und höheren Ölpreisen infolge des Iran-Krieges müssten nachlassen. „Wenn wir einige dieser Dinge hinter uns lassen können, denke ich, dass wir auf den von mir so genannten ‚goldenen Pfad' zurückkehren, bei dem sich die Inflation wieder in Richtung 2% bewegt", sagte er seinerzeit.

Am 03.09.2026 berichtete aktien.news, dass Fed-Gouverneur Christopher Waller sich offen für eine Beibehaltung des aktuellen Leitzinsniveaus bei der FOMC-Sitzung am 15. und 16. September gezeigt habe – unter der Bedingung, dass die kommenden Wirtschaftsdaten eine weitere Abkühlung der Inflation bestätigen. Der Leitzins lag damals in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Wallers Äußerungen markierten einen datenabhängigen Kurs, der im Kontrast zu den eher restriktiven Signalen von Fed-Chef Kevin Warsh stand.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Botschaft aus Chicago ein weiteres Signal dafür, dass die US-Notenbank ihren Kurs kurzfristig nicht festzurrt. Goolsbee hält sowohl eine Zinserhöhung als auch eine Pause für möglich – die Entscheidung hängt aus seiner Sicht maßgeblich davon ab, ob sich die Inflation glaubhaft in Richtung 2% bewegt.

Wer in US-Anleihen, Dollar-Anlagen oder zinssensitive Aktien investiert ist, sollte daher die kommenden Inflations- und Arbeitsmarktdaten besonders aufmerksam verfolgen. Sie sind die Grundlage, auf die Goolsbee seine Argumentation stützt. Eine klare Richtungsaussage liefert der Fed-Vertreter bewusst nicht; die Unsicherheit über den nächsten Zinsschritt bleibt damit bestehen.

Bemerkenswert ist die Kontinuität in Goolsbees Argumentation: Bereits im Mai hielt er beide Richtungen offen, im August bezeichnete er die Inflation als drängendstes Problem und verwies zugleich auf den „goldenen Pfad" zurück zu 2%. Diese Linie bestätigt er nun erneut, ohne sich auf ein Datum oder einen konkreten Zinsschritt festzulegen.

Ausblick

Konkrete Termine nennt Goolsbee in dem Interview nicht. Aus den früheren Berichten von aktien.news geht hervor, dass die FOMC-Sitzung am 15. und 16. September stattfand und dass der Leitzins zuletzt in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent lag. Die Märkte erwarten für die kommende Sitzung des Monats eine Pause – eine Erwartung, die Goolsbee weder bestätigt noch ausgeschlossen hat.

Entscheidend bleiben für ihn die Daten: Erst wenn sich Belege dafür verdichten, dass die Inflation wieder auf 2% zusteuert, dürfte sich der geldpolitische Kurs klarer abzeichnen. Bis dahin gilt seine Formulierung, dass ausreichend Spielraum besteht, „alles auf die Agenda zu setzen".

Kurz erklärt

  • Leitzins: Der zentrale Zinssatz, den eine Notenbank für die Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld festlegt und der die Finanzierungsbedingungen der gesamten Wirtschaft beeinflusst.
  • FOMC: Das Offenmarktausschuss der US-Notenbank, das über die geldpolitischen Entscheidungen wie Zinsänderungen abstimmt.
  • Inflation: Der allgemeine Anstieg des Preisniveaus, der die Kaufkraft des Geldes verringert und von Notenbanken meist mit einem Zielwert angestrebt wird.
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