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Fed-Direktorin Logan warnt vor möglicher Zinserhöhung zur Inflationsbekämpfung

Dallas-Fed-Chefin Lorie Logan sieht robustes Wachstum und steigende Inflation als Argumente für höhere Leitzinsen in 2026.

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Fed-Direktorin Logan warnt vor möglicher Zinserhöhung zur Inflationsbekämpfung

Die Präsidentin der Federal Reserve Bank von Dallas, Lorie Logan, hat am Mittwoch eindringlich vor einer anhaltenden Inflationsgefahr in den USA gewarnt. In einer vorbereiteten Rede in El Paso, Texas, erklärte sie, dass Anzeichen für ein robustes Wirtschaftswachstum und „florierende" Unternehmensgewinne sie zunehmend besorgen. Konkret hält sie es für möglich, dass die Fed die Zinsen im weiteren Jahresverlauf anheben muss, um die Inflation wieder auf das Ziel von 2 Prozent zu senken.

Logans Aussagen fallen in eine besonders sensible Phase der US-Geldpolitik. In weniger als zwei Wochen leitet der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh seine erste geldpolitische Sitzung der Notenbank. Das Umfeld ist geprägt von steigendem Inflationsdruck und einer wachsenden Überzeugung unter Fed-Mitgliedern, dass dieser Druck ohne stärkeres Gegensteuern nicht nachlassen wird.

Akkommodierende Finanzbedingungen trotz hoher Zinsen

Logan beschreibt die aktuellen finanziellen Rahmenbedingungen als akkommodierend – also wirtschaftsfördernd statt bremsend. Als wesentlichen Treiber nennt sie den anhaltenden Boom bei Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI), der die Nachfrage weiter ankurbelt. Gleichzeitig hätten diese KI-Investitionen bislang noch keine Disinflation durch Produktivitätsgewinne ermöglicht. Damit widerspricht Logan indirekt dem neuen Fed-Chef Warsh, der KI als eine disinflationäre Kraft betrachtet.

Die Konsumausgaben seien laut Logan insgesamt stark, obwohl höhere Energiepreise insbesondere Haushalte mit geringerem Einkommen schwer belasten. „Diese Bedingungen deuten darauf hin, dass die Geldpolitik die Wirtschaft nicht bremst", sagte Logan in ihrer Rede. Dies ist ein klares Signal, dass die bisherigen Zinsmaßnahmen der Fed aus ihrer Sicht noch nicht ausreichend restriktiv wirken.

Inflation steigt – und nicht nur wegen Zöllen

Besonders bemerkenswert ist Logans Analyse der Inflationsursachen. Sie betont, dass der Anstieg der Teuerungsrate nicht allein auf die Zollerhöhungen des vergangenen Jahres und den diesjährigen Ölpreisanstieg infolge des Iran-Krieges zurückzuführen sei, sondern auch auf andere Faktoren. Mit Blick auf verschiedene Kennzahlen zur Kerninflation bewege sich die Teuerungsrate eher in Richtung der Mitte der 2-Prozent-Marke, anstatt vollständig auf das 2%-Ziel der Fed zurückzukehren.

„Ich bin zunehmend besorgt, dass im weiteren Jahresverlauf höhere Zinssätze erforderlich sein könnten, um die Preisstabilität vollständig wiederherzustellen und beide Seiten des dualen Mandats der Fed angemessen auszubalancieren", so Logan wörtlich. Das duale Mandat der Fed umfasst sowohl Preisstabilität als auch maximale Beschäftigung – zwei Ziele, die in einem Zinserhöhungsumfeld in Konflikt geraten können.

Abweichendes Votum bei letzter Fed-Sitzung

Logan ist keine Unbekannte in der Debatte um die Zinspolitik. Bereits bei der letzten Sitzung der Notenbank gehörte sie zu drei Fed-Vertretern, die eine abweichende Meinung vertraten. Sie argumentierte damals, dass die Fed signalisieren sollte, dass eine Zinserhöhung – und nicht nur eine Zinssenkung – der nächste mögliche Schritt der Notenbank sein könnte. Ihre aktuellen Aussagen unterstreichen diese Haltung und dürften die Diskussion innerhalb des Offenmarktausschusses (FOMC) weiter anheizen.

Für deutsche Anleger und Investoren mit US-Engagements sind Logans Aussagen von erheblicher Bedeutung. Eine mögliche Zinserhöhung der Fed würde den US-Dollar tendenziell stärken, Anleiherenditen nach oben treiben und Druck auf Aktienmärkte ausüben. Die nächste Fed-Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Warsh wird damit zu einem wichtigen Richtungsentscheid für die globalen Kapitalmärkte.

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