FAA verschiebt Zulassung der Boeing 737 MAX 10 wegen Softwarefehler
Die US-Luftfahrtbehörde verzögert die Zertifizierung des längsten 737-MAX-Modells, während ein neuer Softwarefehler geprüft wird.

Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) verschiebt die Zertifizierung des Boeing 737 MAX 10. Als Grund nennt die Aufsicht eine neue Software-Störung, die die Luftfahrt-Sicherheitsbehörden derzeit untersuchen. Das teilte der Leiter der FAA am Montag mit. Betroffen ist damit die Zulassung der längsten Version der 737-MAX-Familie.
Boeing versucht bereits seit einiger Zeit, die Genehmigung der FAA für den MAX 10 zu erhalten. Der MAX 10 ist die längste Variante der 737-Baureihe und damit das größte Mitglied der MAX-Familie. Ohne die Freigabe der Aufsichtsbehörde darf das Modell nicht in den regulären kommerziellen Flugbetrieb gehen. Der 737 MAX 10 ist damit das jüngste Modell der Reihe, für das Boeing noch auf grünes Licht aus Washington wartet.
Nach den Angaben des FAA-Leiters prüfen die Sicherheitsbehörden die neue Software-Störung. Einige Funktionäre der Branche befürchten laut dem Bericht, dass diese Störung bei der Landung ein potenzielles Sicherheitsrisiko darstellen könnte. Ein konkreter neuer Zeitplan oder Details zum genauen Umfang der Verschiebung wurden zunächst nicht genannt. Die Behörde machte am Montag keine näheren Angaben dazu, wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist.
Die Rolle der FAA im Zertifizierungsprozess
Die FAA ist die zuständige Zertifizierungsbehörde für Boeing-Flugzeuge in den USA. Ihre Freigabe ist die Voraussetzung dafür, dass ein neues Verkehrsflugzeug Passagiere befördern darf. Verzögerungen im Zulassungsverfahren wirken sich deshalb unmittelbar auf die Zeitpläne des Herstellers und auf die Auslieferung an Fluggesellschaften aus.
Fachlich handelt es sich bei der Zertifizierung um die behördliche Bestätigung, dass ein Flugzeugtyp die geltenden Sicherheitsvorschriften erfüllt. Erst danach darf das Modell planmäßig im Linienbetrieb eingesetzt werden. Solche Prüfverfahren können sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, insbesondere wenn während der laufenden Tests neue technische Fragen auftauchen. Genau das ist nun beim 737 MAX 10 der Fall.
Was die Verzögerung für Boeing bedeutet
Für Boeing bedeutet die Ankündigung einen Rückschlag im Zertifizierungsprozess des MAX 10. Das Unternehmen hatte die Genehmigung der FAA angestrebt, um das Modell zuzulassen. Wie stark sich die Verschiebung auf den weiteren Zeitplan auswirkt, hängt von den Ergebnissen der laufenden Prüfung ab. Sobald die Software-Störung bewertet ist, dürfte die Behörde über die nächsten Schritte entscheiden.
Bemerkenswert ist, dass die Verzögerung nicht auf ein neues Flugmanöver oder eine Änderung an der Zelle zurückgeht, sondern auf eine Software-Funktion. Software spielt in modernen Verkehrsflugzeugen eine zentrale Rolle, weil sie zahlreiche Systeme steuert und überwacht. Störungen in diesem Bereich können deshalb erhebliche Auswirkungen auf den Zulassungsprozess haben. Die Sicherheitsbehörden legen bei solchen Themen traditionell besonderen Wert auf eine gründliche Prüfung.
Für Anleger und Branchenbeobachter ist der Vorgang vor allem deshalb relevant, weil der Zertifizierungsprozess in den USA als wichtiger Taktgeber für die weltweite Auslieferung neuer Flugzeugtypen gilt. Eine Verschiebung kann sich auf die Planung von Fluggesellschaften auswirken, die auf das Modell warten. Der Bericht stammt vom Finanzdienst WSJ Finance und beruft sich auf den Leiter der FAA.
Ob und wann der 737 MAX 10 die Zulassung erhält, bleibt damit vorerst offen. Klar ist: Solange die Sicherheitsbehörden die Software-Störung prüfen, wird sich der Zeitplan für die Zertifizierung weiter nach hinten verschieben. Boeing steht damit vor einer weiteren Geduldsprobe im Zulassungsverfahren seines größten 737-MAX-Modells.
