ANZEIGE

FAA ebnet Weg für Boeing 737 MAX 10 nach Software-Prüfung

Die US-Luftfahrtbehörde FAA stuft einen Softwarefehler der 737 MAX als unkritisch ein und ebnet so den Weg zur Zertifizierung.

•• 2 Min
FAA ebnet Weg für Boeing 737 MAX 10 nach Software-Prüfung

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat entschieden, dass ein Softwarefehler in den Flugcomputern der Boeing 737 MAX kein Sicherheitsrisiko darstellt. Diese Entscheidung ebnet den Weg für die lang erwartete Zertifizierung der 737 MAX 10, der größten Variante des Flugzeugtyps. Ein internes Expertengremium, das sogenannte „Corrective Action Review Board“, kam in Seattle zu dem Schluss, dass Piloten jederzeit die volle Kontrolle über das Flugzeug behalten und die Anzeigen für die Cockpit-Besatzung klar und eindeutig sind.

Der Softwarefehler im Detail

Der Fehler betrifft die Softwareversionen U14 und U14.1 und kann in seltenen Fällen dazu führen, dass die automatisierte vertikale Flugführung während eines Landeanflugs deaktiviert wird. Dies könnte nach Einschätzung der FAA die Arbeitsbelastung der Piloten bei einem sogenannten „Go-Around“ (Durchstartmanöver) erhöhen.

Die kanadische Fluggesellschaft WestJet hatte das Problem bereits im Jahr 2024 während eines Testflugs zur Inbetriebnahme entdeckt und als erste an Boeing gemeldet. Laut einem internen Memo von WestJet sind im regulären Flugbetrieb bisher keine derartigen Vorfälle bekannt geworden, da das Auftreten des Fehlers eine sehr spezifische Abfolge von Ereignissen erfordert.

Software-Update und Zusammenarbeit mit den Airlines

Boeing arbeitet derzeit in enger Abstimmung mit der FAA an einem Software-Update. Zudem kooperiert der Flugzeugbauer mit den Airlines, um Verfahren zu formalisieren, die es Piloten ermöglichen, die automatisierte vertikale Navigation bei Bedarf manuell wieder zu aktivieren. Die FAA plant zudem die Herausgabe eines „Special Airworthiness Information Bulletin“, um US-Fluggesellschaften und internationale Regulierungsbehörden über die Sachlage zu informieren.

Bedeutung für Boeing und die Branche

Die Entscheidung der FAA ist von großer Bedeutung für die Branche, da sie eine jahrelange Verzögerung bei der Zertifizierung der MAX 10 beenden könnte. Analysten von Jefferies gehen davon aus, dass die Zulassung nun noch vor Jahresende erfolgen könnte, was für Boeing angesichts von rund 1.500 offenen Bestellungen für die MAX 10 ein entscheidender Erfolg wäre.

Auch für die bereits im August zertifizierte 737 MAX 7, die dieselbe Software nutzt, sowie für Betreiber wie Southwest, Alaska und United Airlines, sorgt die Klärung für Entspannung. Trotz des positiven Impulses für die Boeing-Aktie bleibt der Konzern jedoch weiterhin durch Lieferkettenprobleme und anhaltende Qualitätskontrollen unter Druck.

Für deutsche Anleger ist die Nachricht insofern relevant, als Boeing zu den am stärksten beachteten Industriewerten gehört und die Zertifizierung der MAX 10 einen zentralen Meilenstein in der Aufarbeitung der jüngsten Krisen des Konzerns darstellt. Die nun getroffene Entscheidung beseitigt einen konkreten regulatorischen Stolperstein, ersetzt aber keine grundsätzliche Trendwende. Die weiteren Lieferketten- und Qualitätsfragen bleiben aus Sicht der Beobachter die entscheidenden Faktoren für die künftige Entwicklung des Unternehmens.

Ob die Zulassung tatsächlich noch vor Jahresende erfolgt, hängt vom weiteren Verlauf der Abstimmung zwischen Boeing und der FAA ab. Klar ist: Mit der Einstufung des Softwarefehlers als unkritisch hat die Behörde den wichtigsten offenen Streitpunkt bei der MAX 10 aus dem Weg geräumt.

Boeing737 Max 10FAAZertifizierungSoftwarefehlerLuftfahrtBoeing-AktieWestjet

Meistgelesene News

  1. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  2. Beschlagnahmte Iran-Öltanker segeln langsam in Richtung USA
  3. Alphabet und Nvidia: Was 1.000 Dollar bis 2030 wert sein könnten
  4. BASF im Umbruch: Evonik-Übernahme und EU-Batterie-Regeln
  5. Iran erhält offizielle US-Antwort auf Friedensvorschlag

Disclaimer