Ex-Mastercard-Chef Ajay Banga wird neuer Präsident der Weltbank
Einblick in den neuen Weltbank-Präsidenten Ajay Banga und seine Pläne für die Zukunft der Institution

Die Weltbank hat mit der Ernennung des ehemaligen Mastercard-Chefs Ajay Banga zum neuen Präsidenten einen neuen Weg eingeschlagen. Der 63-Jährige, der für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt wurde, soll ab dem 2. Juni das Amt des bisherigen Chefs David Malpass übernehmen, der überraschend seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte. Die Entscheidung für Banga war bereits im Februar von US-Präsident Joe Biden nominiert worden und hatte in einigen Kreisen für Kritik gesorgt, da die Möglichkeit, erstmals eine Frau an der Spitze der Institution zu haben, nicht in Betracht gezogen worden war.
Banga wurde in Pune im indischen Bundesstaat Maharashtra geboren und begann seine Karriere in der Finanzwelt Ende der 1990er-Jahre. Zwischen 2010 und 2021 leitete er den Zahlungsdienstleister Mastercard und entwickelte eine Strategie für die Mikrokreditfinanzierung. Zuletzt war Banga stellvertretender Vorsitzender beim Finanzinvestor General Atlantic.
Als neuer Weltbank-Chef sieht Banga eine seiner Aufgaben darin, mehr Finanzmittel des Privatsektors für den Kampf gegen globale Herausforderungen zu mobilisieren. Ohne den Privatsektor gebe es nicht genug Geld, betonte er in seiner Bewerbungsphase. Eine Herausforderung für Banga wird die Reform der Weltbank sein, die die Institution vorantreibt. Der Weltbank-Chef muss die Institution vor allem für den Kampf gegen den Klimawandel und globale Krisen wappnen.
Die Weltbank leitet armen Ländern Geld zu günstigen Konditionen, um deren Wirtschaft zu stärken und die Armut zu reduzieren. Die Organisation wird von 189 Staaten weltweit getragen. Die Entscheidung, einen ehemaligen Banker an die Spitze der Organisation zu setzen, wird jedoch von einigen kritisiert. In der Vergangenheit wurde bereits gefordert, dass die Organisation erstmals in ihrer Geschichte von einer Frau geführt werden solle.
Der Rücktritt des bisherigen Weltbank-Chefs Malpass kam ein Jahr vor dem regulären Ende seiner Amtszeit. Der von Donald Trump vorgeschlagene Ökonom hatte wegen einer Aussage zum Klimawandel heftige Kritik erhalten. Im vergangenen September war er Fragen ausgewichen, ob die Verbrennung fossiler Brennstoffe zur globalen Erwärmung beitrage. Kritiker warfen ihm vor, die Verantwortung des Menschen für den Klimawandel in Frage zu stellen. Später bedauerte er seine Wortwahl.
